Γραικύλος schrieb am 14.04.2020 um 16:11 Uhr (Zitieren)
Eine der größten Herausforderungen für einen Ingenieur ist der Bau eines Tunnels, auch wenn das Ergebnis nicht so spektakulär wie ein Aquaedukt, ein Theater oder ein Tempel ist.
Die Schwierigkeit besteht darin, unter der Erde, ohne Orientierung durch Sicht, möglichst exakt die Zielrichtung beizubehalten, um am rechten Ort auszukommen.
Entweder muß man Abweichungen durch eine Änderung der Vortriebsrichtung korrigieren, oder man bedient sich des sog. Quanatverfahrens, das aus dem alten Persien stammt. Dabei steckt man die Tunneltrasse oberirdisch ab und teuft in gewissen Abständen Schächte ab, bei denen man in einer vorausberechneten Teufe mit dem Vortrieb eines Stollens beginnt, wobei man den jeweils nächstliegenden Schacht zu treffen versucht. Man teilt sozusagen das eine große in mehrere kleine Probleme auf.
Hier ist ein antiker Bericht über einen berühmten Tunnel, den Eupalinos-Tunnel:
(Herodot: Historien III 60)
Der erwähnte Tempel ist das Heraion, 108 m lang und 52 m breit. Er ist größer als irgendein anderer bekannter Tempel im Osten mit Ausnahme des späteren Tempels von Ephesos.