Γραικύλος schrieb am 09.04.2020 um 16:16 Uhr (Zitieren)
Der bekannte, pessimistische Ausspruch des Septimius Severus (von dem hier schon einmal die Rede war) ist in zwei Varianten überliefert:
- Omnia, inquid, fui et nihil expedit. (SSHA, Aelius Spartianus, Severus 18)
- Cuncta, inquit, fui; conducit nihil. (Aurelius Victor, De Caesaribus 20, 29)
(Es steht wirklich "inquid" im Text.)
Re: Zwei Varianten eines Zitats
Platon schrieb am 09.04.2020 um 18:42 Uhr (Zitieren)
In welcher Ausgabe? Lectio difficilior?
Re: Zwei Varianten eines Zitats
Γραικύλος schrieb am 09.04.2020 um 22:32 Uhr (Zitieren)
Ist seltsam, ja.
Scriptores Historiae Augustae
Recensuit adparatumque criticum addidit
Hermannus Peter
Lipsiae MDCCCLXXXIIII
In derselben Zeile wird eine Textvariante angegeben (duxisset, dixisset), aber nicht für dieses "inquid".
Re: Zwei Varianten eines Zitats
Γραικύλος schrieb am 09.04.2020 um 22:42 Uhr (Zitieren)
Die Edition schreibt durchgehend "inquid": vgl. Pescennius Niger 7: "Erubescite, inquid, illi, qui uos uincunt, aquam bibunt."
Um einen Druckfehler handelt es sich also nicht.
Re: Zwei Varianten eines Zitats
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 09.04.2020 um 23:42 Uhr (Zitieren)
Nu, ist das beim Erscheinungsort ein Wunder?
De Saggsn ham ja ooch 's Birnboom-B un 's Babbelboom-B ...
Re: Zwei Varianten eines Zitats
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 09.04.2020 um 23:47 Uhr (Zitieren)
beim, lies: bei _dem_
Re: Zwei Varianten eines Zitats
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 10.04.2020 um 10:44 Uhr (Zitieren)
Scherfer uf de inquid-Fraache bezoch'n:
Warom sollnse dann nich ooch 'n daddeln-D un 'n düddeln-D ham?
Re: Zwei Varianten eines Zitats
filix schrieb am 10.04.2020 um 13:39 Uhr (Zitieren)
Die Vertauschung von d/t im Auslaut ist nicht besonders exotisch und "etwa seit dem Ende der Republik inschriftlich nachweisbar" (Blase et al.: Historische Grammatik der lateinischen Sprache).
Re: Zwei Varianten eines Zitats
Γραικύλος schrieb am 10.04.2020 um 13:56 Uhr (Zitieren)
Dann bin ich aufgeklärt. Danke.
Re: Zwei Varianten eines Zitats
Γραικύλος schrieb am 10.04.2020 um 23:26 Uhr (Zitieren)
Leipzig war ja damals die Verlagsstadt in Deutschland; daraus kann man keine Schlüsse ziehen auf die Herkunft des Autors.
Re: Zwei Varianten eines Zitats
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 11.04.2020 um 15:57 Uhr (Zitieren)
Nee, aber die des Setzers ...
Auf scherzhaft gemeinte Beiträge stehst Du wohl nicht so, oder?
Re: Zwei Varianten eines Zitats
Γραικύλος schrieb am 11.04.2020 um 17:55 Uhr (Zitieren)
Doch, schon. Und ich mag auch den sächsischen Dialekt. Nur hat Dein Beitrag meine Frage nicht beantwortet. Also, nicht ernsthaft.