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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Phlegon von Tralleis #2: Der Geist bittet und warnt (491 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 22.03.2020 um 16:03 Uhr (Zitieren)
„Ich, ihr Bürger, bin körperlich tot [τῷ σώματι τέθνηκα], aber in dem Wohlwollen und der Freundlichkeit [τῇ εὐνοίᾳ καὶ τῇ χάριτι], die ich euch gegenüber empfinde, bin ich lebendig [ζῶ]. Ich bin, nachdem ich zuvor die überredet hatte, die unter der Erde die Herren der Dinge sind [τοὺς κυριεύοντας τῶν κατὰ γῆν], hier zu eurem Nutzen. Und so rufe ich euch, da ihr ja meine Mitbürger seid, jetzt auf, nicht furchtsam oder verschreckt zu sein, nur weil unerwartet ein Geist anwesend ist. Ich bitte euch alle, wobei ich beim Wohlergehen jedes einzelnen von euch bete, mir das Kind zu übergeben, das ich gezeugt habe, damit keine Gewalt geschehe, wenn ihr eine andere Entscheidung fällt, und daß eure Feindseligkeit mir gegenüber nicht der Anfang schwieriger und harter Unruhen werde. Denn es ist mir nicht erlaubt zuzulassen, daß ihr das Kind nur wegen der Verrücktheit der Seher [διὰ τὴν μάντεων ἀποπληξίαν] verbrennt, die ihre Aussagen euch gegenüber gemacht haben. Freilich verzeihe ich euch, daß ihr angesichts eines so merkwürdigen Anblicks nicht wißt, was ihr recht tun sollt. Wenn ihr mir zudem ohne Furcht gehorchen wollt, werdet ihr von eurer gegenwärtigen Furcht ebenso befreit wie von der bevorstehenden Katastrophe. Doch wenn ihr zu einer anderen Auffassung gelangt, bange ich um euch, daß ihr wegen eures Mißtrauens uns gegenüber in ein unheilbares Unglück stürzen werdet. Weil ich euch schon zu meinen Lebzeiten wohlgesonnen war, habe ich auch jetzt in diesem meinem unerwarteten Erscheinen vorhergesagt, was für euch vorteilhaft ist. Ich bitte euch daher, mich nicht länger zurückzuweisen, sondern recht zu beraten, auf das zu hören, was von mir gesagt worden ist, und mir das Kind mit rituellem Schweigen [μετ‘ εὐφημίας] zu übergeben. Es ist mir nämlich nicht gestattet, lange zu bleiben, wegen derer, die unter der Erde die Herrscher sind.“

(Phlegon von Tralleis: Das Buch der Wunder. Hrsg. v. Kai Brodersen. Darmstadt 2002, S. 28 f.]
 
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