Ein Mensch aus dem Jahre 400
v.u.Z. hätte, ins Jahr 100
v.u.Z. versetzt, die Welt im wesentlichen wiedererkannt. Die politische Konstellation wäre für ihn neu, einige wenige Er-findungen ebenfalls, und auch wenn er neue Kunstwerke vorgefunden hätte, so wären es doch keine neuen Genres gewesen. Hölzerne Schiffe wären weiterhin über die Meere gesegelt, Pferde hätten Wagen gezogen, Männer und Frauen Kinder bekom-men, Kriege wären mit den ihm bekannten Waffen geführt worden. Als Grieche hätte er sich im Mittelmeerraum sogar noch in seiner Sprache verständigen können.
Ein Mensch aus dem Jahre 2020, ins Jahr 2320 gewechselt, könnte mit ziemlicher Sicherheit seine Welt kaum noch wiedererkennen. Er könnte auch jetzt nicht ahnen, was sich alles verändert haben wird (vom Wie abgesehen). Selbst das Verschwinden des Menschen liegt im Bereich des Vorstellbaren. Unsere wachsenden technischen Möglichkeiten machen die längerfristige Entwicklung völlig unabsehbar. Und 300 Jahre sind ja nichtmal so lange.
Vor fünfzig Jahren habe ich daraus gefolgert: Laßt uns deshalb vorsichtig sein bei der technischen Entwicklung! Heute erscheint mir selbst diese Mahnung sinnlos. Der Zug rollt unaufhaltsam. Und in 300 Jahren wird man vermutlich nicht einmal diese Metapher mehr verstehen.