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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
παρῥησία (527 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 17.03.2020 um 23:31 Uhr (Zitieren)
Im Feuilleton der FAZ vom 17. März 2020 steht ein längerer Artikel des Frankfurter Althistorikers Hartmut Leppin über die Idee der παρῥησία (von ihm mit "Freimut in der Rede" übersetzt) in der attischen Demokratie und ihre aktuelle Bedeutung in Zeiten von Greta Thunberg: "Vom Nutzen des Tadels - Die alten Athener hatten ein Mittel, das die Demokratie am Laufen hielt - Greta Thunberg kennt es auch".
Re: παρῥησία
Aristoteles schrieb am 18.03.2020 um 05:27 Uhr (Zitieren)
vgL:

Foucault beschreibt Parrhesia so:

“More precisely, parrhesia is a verbal activity in which a speaker expresses his personal relationship to truth, and risks his life because he recognizes truth-telling as a duty to improve or help other people (as well as himself). In parrhesia, the speaker uses his freedom and chooses frankness instead of persuasion, truth instead of falsehood or silence, the risk of death instead of life and security, criticism instead of flattery, and moral duty instead of self-interest and moral apathy.”

„Genauer gesagt, ist Parrhesia eine verbale Aktivität, in der ein Sprecher seine persönliche Beziehung zur Wahrheit äußert und dabei sein Leben riskiert, weil er das Aussprechen der Wahrheit als Pflicht erkennt, um andere Menschen zum Besseren zu bekehren oder ihnen zu helfen (wie auch sich selbst). In Parrhesia verwendet der Sprecher seine Freiheit und wählt Offenheit statt Überzeugungskraft, Wahrheit statt Lüge oder Schweigen, das Risiko des Todes statt Lebensqualität und Sicherheit, Kritik anstelle von Schmeichelei, sowie moralische Pflicht anstelle von Eigeninteresse und moralischer Apathie.“


Freimut (mhd. vrîmuot „freier, kühner Mut“) bezeichnet im Neuhochdeutschen eine Charaktereigenschaft, deren Träger seine Meinung und Gesinnung offen zu erkennen gibt und sie nicht mit Rücksicht auf möglichen Widerspruch oder gesellschaftliche Konventionen unterdrückt oder verstellt.
Re: παρῥησία
mitleser schrieb am 18.03.2020 um 11:48 Uhr (Zitieren)

Zu diesem Aspekt hatte ich einmal eine Antrittsvorlesuing an der Uni gehört, vielleicht ist es auch hier von Interesse:

https://www.moral.kath.theologie.uni-mainz.de/files/2017/11/Antrittsvorlesung_Goertz_2011.pdf
 
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