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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Tod des Elagabal #4 (580 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 08.02.2020 um 00:02 Uhr (Zitieren)
IV. DER BERICHT DER HISTORIA AUGUSTA (2. Hälfte des 4. Jahrhunderts u.Z.)

16, 5 - 17, 4 Doch die Soldaten und insbesondere die Prätorianer <schlossen sich zusammen>, sei es, weil sie wußten, daß Heliogabal Ränke gegen <Alexander> geschmiedet hatte, oder weil sie erkannten, daß <ihre Neigung für Alexander> ihnen Haß <zuziehen werde>; nachdem ein Komplott zur Befreiung des Staates zustande gekommen war, wurden zunächst die Genossen <seiner Schande auf verschiedene Weise> umgebracht: die einen töteten sie, indem sie ihnen lebenswichtige Organe aus dem Leibe rissen, die anderen durchbohrten sie von unten herauf; die Todesart sollte nämlich ihrem Lebenswandel entsprechen.

Hernach kam es zu einem Überfall auf die Person Heliogabals; er wurde in einem Abtritt, in den er sich geflüchtet hatte, erschlagen. Dann schleifte man die Leiche durch die Straßen. Ihr wollten die Soldaten auch noch Schmach antun, sie in eine Kloake werfen. Da aber zufällig die Kloake nicht genügend Raum bot, so hängte man der Leiche ein Gewicht an, damit sie nicht im Wasser treiben sollte, und warf sie über die ämilische Brücke in den Tiber, um eine ehrliche Bestattung für immer unmöglich zu machen. Bevor man sie dem Tiber übergab, schleifte man die Leiche über die Zirkusbahn. Sein Name, nämlich der Name Antoninus, wurde auf Geheiß des Senats getilgt; stehen blieb nur der Name Varius Heliogabalus, während er doch jenen anderen Namen geflissentlich beibehalten hatte, da er als Sohn des Antoninus gelten wollte. [...]

33, 2-8 Von syrischen Priestern hatte er die Prophezeiung eines gewaltsamen Todes erhalten. Deshalb hatte er sich aus Purpur-, Seiden- und Scharlachfäden gewundene Stricke beschafft, um mit ihnen nötigenfalls seinem Leben ein Ende zu machen. Er hatte auch goldene Schwerter in Bereitschaft, mit denen er sich umzubringen gedachte, wenn irgendeine Notlage es erforderte. Auch hielt er in Dosen aus Katzenaugen, Hyazinth und Smaragd Gift vorrätig, um sich im Fall drohender Gefahr damit zu töten. Auch hatte er einen sehr hohen Turm errichten lassen, an dessen Fuß goldene, mit Juwelen besetzte Platten angebracht waren; von diesem Turm gedachte er sich herabzustürzen, müsse doch, wie er sagte, auch sein Tod kostspielig sein und ein Akt des Luxus, so daß man sagen müsse, niemand habe auf solche Art sein Ende gefunden. Doch alle diese Maßnahmen waren umsonst. Denn er wurde, wie gesagt, von seinen Leibwächtern erschlagen, durch die Straßen geschleift, auf schimpfliche Weise durch die Kloaken gezogen und schließlich in den Tiber geworfen.

So endete der letzte Träger des Antoninusnamens, der die Herrschaft innegehabt hat; daß aber dieser Antoninus seinem Leben nach ebensowenig echt war wie seinem Namen nach, wußte alle Welt.

(Historia Augusta – Römische Herrschergestalten. Band 1. Hrsg. v. Ernst Hohl, Elke Merten und Alfons Rösger. Zürich/München 1976, S. 291 f.; 306 f.)
 
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