Re: ἐξ ἄρα δή τοι ἔπειτα (Plato 7. Brief)
Nach 12 Jahren komme ich auf dieses Thema, dessen volle Klärung für mich noch aussteht, zurück. Via Google-KI habe ich dazu Folgendes erfahren:
Quote
Das von Platon im 7. Brief zitierte Homer-Zitat „ἐξ ἄρα δή τοι ἔπειτα“ (Iliad 7.360) ist eine hochgradig dichte, epische Partikelkette. Eine rein isolierte, wortwörtliche Übersetzung verfehlt oft den Sinn, da diese Wörter im Altgriechischen (speziell im epischen Hexameter) grammatikalische Gelenkfunktionen übernehmen.
Textkit Greek and Latin
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Hier ist die exakte Aufschlüsselung Wort für Wort mit anschließender präziser Synthese.
Wort-für-Wort-Analyse
ἐξ (ex):
Bedeutung: Eigentlich die Präposition „aus“ oder „von ... her“.
Der philologische Knackpunkt: Es handelt sich hier um eine sogenannte Tmesis (die Trennung eines zusammengesetzten Verbs). Das ἐξ gehört eigentlich direkt zum Verb ὤλεσαν (olesan = sie vernichteten / beraubten) am Ende des Satzes. Zusammen bilden sie das Epische/Homerische Verb ἐξόλλυμι (exollymi) = „völlig vernichten“, „gänzlich berauben“.
Bedeutung im Gefüge: „völlig“ / „gänzlich“ / „aus [den Sinnen]“.
Textkit Greek and Latin
ἄρα (ara):
Bedeutung: Eine folgernde oder bekräftigende Partikel (oft unübersetzt). Sie drückt eine plötzliche Einsicht oder logische Konsequenz aus einer soeben erkannten Situation aus.
Bedeutung im Gefüge: „also“ / „demnach“ / „folglich“ / „wahrhaftig“.
δή (dē):
Bedeutung: Eine betonende Partikel, die dem vorausgehenden Wort Nachdruck verleiht („genau jetzt“, „in der Tat“). Sie unterstreicht die Unausweichlichkeit der Schlussfolgerung.
Bedeutung im Gefüge: „eben“ / „in der Tat“ / „wirklich“.
τοι (toi):
Bedeutung: Ein enklitisches Pronomen (ursprünglich Dativ von sy = dir), das hier als ethischer Dativ oder rein deiktische Partikel fungiert („ich sage dir“, „wisse“). Es stellt einen unmittelbaren Bezug zum Zuhörer her.
Bedeutung im Gefüge: „fürwahr“ / „wahrlich“ / „dir [gesagt]“.
ἔπειτα (epeita):
Bedeutung: Zeithorizont-Partikel („danach“, „daraufhin“). Nach einem vorausgehenden Bedingungssatz („Wenn das aber wirklich so ist...“) fungiert es im Griechischen als Einleitung des Folgesatzes (Nachsatzes).
Bedeutung im Gefüge: „dann“ / „daraufhin“ / „in diesem Fall“.
Synthetisierte, präzise Übersetzung
Wenn man diese Partikel ballt, um den drängenden, folgernden Charakter des Nachsatzes exakt einzufangen (unter Berücksichtigung der Tmesis von ἐξ-), lautet die präzise Übersetzung für diesen Abschnitt:
Auf Deutsch:
„...dann folglich in der Tat gänzlich...“ oder „...dann also fürwahr von Grund auf...“
Auf Englisch:
„...then indeed completely...“ or „...therefore then, in truth, utterly...“
Der Satzschritt funktioniert wie ein logisches Fallbeil. Platon sagt kurz zuvor: „Wenn aber [der Herrscher Dionysios] diese Dinge wirklich ernsthaft in Schriften niedergelegt hat...“ – und hier greift das Homer-Zitat:
ldysinger.com
Die von Ihnen zitierte Übersetzung („nun, so mache man dann den Schluß...“) fängt die logische Wucht von ἄρα δή („mache man den Schluss“) und ἔπειta („dann“) zwar sinngemäß gut ein, lässt aber das ἐξ (das die Totalität der Vernichtung des Verstandes durch das abgetrennte Verb ausdrückt) syntaktisch aus dem Blick verlieren.
Unquote
Es wäre nett, wenn Experten aus diesem sachkundigen Forum mir sagen, was sie etwa an der Analyse der Ki zu beanstanden haben.
Vielen Dank im Voraus
EURAnalyst