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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Kein Anschluß! (517 Aufrufe)
Γραικίσκος schrieb am 27.07.2013 um 19:02 Uhr (Zitieren)
Die Nachricht ging blitzschnell um die Welt: In Spanien war ein Schnellzug entgleist. Offenbar war der Lokführer mit stark überhöhter Geschwindigkeit in eine enge Kurve gefahren, die Zentrifugalkraft hatte die Waggons aus den Gleisen getragen und gegen eine Mauer geschleudert. Beinahe 80 der Fahrgäste waren tot, mehr von ihnen, sehr viele schwerverletzt; der Lokführer hingegen hatte überlebt und nur leichte Verletzungen davongetragen. Er werde sich einer intensiven Befragung, gar einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung stellen müssen. Warum die Sicherungssysteme, die doch vor solchen Fahrfehlern schützen sollen, versagt hatten, müsse noch geklärt werden. Fachleute würden dem nachgehen.
Doch vor Ort, bei Santiago de Compostela, besaßen all diese Fragen vorläufig nur eine sehr geringe Bedeutung. Hunderte von Menschen waren unterwegs zu einem religiösen Fest zu Ehren des Apostels Jakobus gewesen; nun lagen sie – teils tot, teils verletzt und verstümmelt – in dem zertrümmerten Zug oder um ihn herum verstreut. Sie lagen ganz oder zerrissen, sie stöhnten oder schrien um Hilfe, sie waren nicht mehr von dieser Welt und starrten ins Nichts. Rettungskräfte, die bei solchen Gelegenheit oft selbst traumatisiert werden, bemühten sich um die Opfer. Die Feuerwehr schnitt Waggons auf; Notärzte leisteten erste Hilfe bei den noch Lebenden und organisierten deren Transport in nahegelegene Kliniken. Im ganzen Land gerieten Menschen in Panik und bemühten sich verzweifelt um Auskunft, ob ihre Mutter, ihr Bruder, ihr Kind vom Unfall betroffen sei, ob sie noch lebten – oh, lebten sie doch noch, um Himmelswillen! –, wenn auch verletzt, oder ...
In den Hosentaschen der Toten läuteten die Handys.


Nachbemerkung: Die Schlagzeile der FAZ vom 26.7.2013: "Bei den Toten klingelten die Handys".
Re: Kein Anschluß!
διψαλέος schrieb am 27.07.2013 um 20:45 Uhr (Zitieren)
Naja,
in der Prähandyzeit kingelte eben das Festnetz-Telefon, während der Besitzer tot im Bette lag, zwei Wochen lang...
Re: Kein Anschluß!
Γραικίσκος schrieb am 28.07.2013 um 13:22 Uhr (Zitieren)
Meine Frau erzählt von einem Patienten, bei dem ein in der Unterhose steckendes Handy während der Operation geläutet hat.
Sind seltsame Dinger, diese Funktelephone, aber ein Symbol für Vergeblichkeit, wenn der Angerufene tot ist.
Re: Kein Anschluß!
Φιλομαθής schrieb am 29.07.2013 um 19:49 Uhr (Zitieren)
Es ist wohl das Weiterleben der technischen Erweiterung der Person, das diese bedrückende Wirkung hervorruft. Inzwischen soll es ja bereits den Trend geben, dem Toten sein Handy als Grabbeigabe in den Sarg zu legen.
Re: Kein Anschluß!
διψαλέος schrieb am 29.07.2013 um 21:36 Uhr (Zitieren)
dem Toten sein Handy als Grabbeigabe in den Sarg zu legen.


Weia, bei Ausdauerakkus in verbuddelten Handies könnte ein Besuch des Friedhofs zum ohr- und nervtötenden Erlebnis werden..
 
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