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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Schrecken eines Bürgerkrieges #4 (73 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 23.09.2026 um 13:24 Uhr (Zitieren)
Thukydides, Geschichte des Peloponnesischen Krieges III 69-81:
77. Die in der Stadt, voller Verwirrung und erschrocken vor der innern Gefahr und dem Flottenangriff, machten sechzig Schiffe flott und sandten zugleich die jeweils fertig bemannten aus gegen den Feind, trotz dem Rate der Athener, zuerst sie auslaufen zu lassen und danach selbst mit allen sechzig zugleich dazuzustoßen.

Wie ihnen nun die Schiffe vereinzelt an den Feind kamen, gingen zwei sofort über, auf andern bekämpfte sich die Mannschaft gegenseitig: es war keine Ordnung in allem, was geschah. Angesichts dieser Verwirrung wandten sich die Peloponnesier mit zwanzig ihrer Schiffe gegen die Kerkyrer, mit allen übrigen gegen die zwölf attischen, von denen zwei die Salaminia und die Paralos waren.

78. Die Kerkyrer, die ohne Führung und in kleinen Gruppen auftrafen, hatten schweren Stand auf ihrer Seite; und die Athener, in Furcht vor der Überzahl und vor der Umzingelung, griffen nicht die Gesamtheit an und nicht die Mitte der auf sie kommenden Peloponnesier, sondern stürzten sich auf den einen Flügel und versenkten ein Schiff, und als sich die Feinde darauf zum Kreis ordneten, umfuhren sie diesen und versuchten ihn zu verwirren.

Das Geschwader, das gegen die Kerkyrer kämpfte, beobachtete das, fürchtete, es könne gehen wie bei Naupaktos, und eilte zu Hilfe, und so vereinigt gingen nun alle zugleich gegen die Athener an. Diese gaben jetzt nach und ruderten rückwärts; die Kerkyrer sollten sich derweil möglichst in Sicherheit bringen, indes sie selbst ganz langsam zurückwichen und die feindliche Flotte beschäftigten. So verlief diese Seeschlacht und endete gegen Sonnenuntergang.

79. Nun befürchteten die Kerkyrer, daß die siegreichen Feinde gegen ihre Stadt heranführen, um entweder die Männer von der Insel wegzuholen oder sonstwie gewaltsam einzugreifen. Darum schafften sie die von der Insel wieder in den Heratempel und hielten Wache auf den Mauern. Aber die andern wagten doch keinen Angriff auf die Stadt, trotz ihres Seesieges, sondern mit den dreizehn kerkyrischen Schiffen, die sie erbeutet hatten, gingen sie ans Festland zurück, von wo sie ausgelaufen waren.

Auch am folgenden Tag fuhren sie nicht etwa gegen Kerkyra, so groß auch Verwirrung und Angst in der Stadt waren und so sehr Brasidas dem Alkidas, wie es heißt, zuriet – er war ihm aber nicht gleichgestellt -, sondern sie landeten am Vorgebirge Leukimme und verwüsteten das bebaute Land.

(Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges. Herausgegeben von Georg Peter Landmann. Zürich/München ²1976, S. 244-250)
 
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