Eine Transkription findet sich in: The Ptolemaic Papyri of Homer ed. Stephanie West, Köln und Opladen 1967, S. 272 ff.
Re: Fragment der Odyssee
Γραικύλος schrieb am 21.08.2026 um 23:17 Uhr (Zitieren)
Die sind tatsächlich in der Oxford-Ausgabe vermerkt: als 51a, 55a und 58a.
Nun, der Fund ist ja auch schon älter.
Re: Fragment der Odyssee
Bukolos schrieb am 21.08.2026 um 23:49 Uhr (Zitieren)
Re: Fragment der Odyssee
Patroklos schrieb am 22.08.2026 um 12:55 Uhr (Zitieren)
Andernorts wurde der Ruf nach Abschweifungen laut. Bitteschön.
Dass New York vormalig Nieuw Amsterdam hieß, ist trivial. Amsterdam wiederum liegt nicht an der Amster, sondern an der Amstel. Rotterdam beugte sich indes nicht dem Rotazismus. Der Fluss heißt auch nicht Rottel, sondern Rotte. Man borgte sich ein Fugen-„r“.
Re: Fragment der Odyssee
βροχή schrieb am 22.08.2026 um 13:09 Uhr (Zitieren)
... Amsteldam hört sich an wie chinesisch, daher die Umwandlung in r
*ggg
Re: Fragment der Odyssee
info schrieb am 22.08.2026 um 13:11 Uhr (Zitieren)
Das Fundstück (Inv. 09.182.50) wurde 1902 in der ägyptischen Nekropole von el-Hibe von den britischen Archäologen Bernard Pyne Grenfell und Arthur Surridge Hunt ausgegraben. Im Jahr 1909 gelangte es als Geschenk des Egypt Exploration Fund in die Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York. (KI)
Re: Fragment der Odyssee
Bukolos schrieb am 22.08.2026 um 19:44 Uhr (Zitieren)
Phantasievolle Lösung, aber ganz so willkürlich funktioniert Sprachwandel meist nicht. (Eine historisch-vergleichende Sprachwissenschaft hätte sich dann auch kaum etablieren können.) Bei beiden Städtenamen geht das fragliche -r- anscheinend auf eine von dem jeweiligen Flussnamen abgeleitete Adjektivbildung zurück, von der dann mit dem Substantiv dam der Ortsname gebildet wurde. Ob das jeweilige Adjektiv sich nur auf den Fluss selbst oder als Ethnikon auf dessen Anrainer bezieht, wird im Vroegmiddelnederlands Woordenboek* allerdings unterschiedlich gedeutet. (Davon abhängig ist dann, ob man Amestelredam und/oder Rotterdam als Univerbierung oder als Kompositum aufzufassen hat.)
Bukolos schrieb am 22.08.2026 um 20:03 Uhr (Zitieren)
Unter den ptolemäischen Homerpapyri, die sich übrigens fast alle durch gegenüber dem Vulgatatext interpolierte oder ausgelassene Verse auszeichnen, wobei ganz selten inhaltliche Abweichungen entstehen, scheint mir übrigens der deutlich umfangreichere und besser lesbare Pariser Papyrus P. Sorb inv. 2245 bei Weitem spektakulärer als der New Yorker, auch wenn er auf ein etwas jüngeres Alter (250-200 v.) datiert wird.
Patroklos schrieb am 22.08.2026 um 20:14 Uhr (Zitieren)
Zu obiger Erläuterung sei ein Amstel-Bier genehmigt.
Re: Fragment der Odyssee
Γραικύλος schrieb am 23.08.2026 um 14:25 Uhr (Zitieren)
Verdankt sich die Angabe "Oldest preserved manuscript of the Odyssey" dann dem Umfang, oder ist sie falsch?
Re: Fragment der Odyssee
Bukolos schrieb am 24.08.2026 um 02:14 Uhr (Zitieren)
In der Form ist das sicher nicht zutreffend. Die Datierungen der beiden Papyri, wie sie in The Ptolemaic Papyri of Homer ed. Stephanie West (1967) angegeben sind, haben, soweit ich sehe, bislang keine wesentliche Neubewertung erfahren.
Weiterhin hat der Ersteller des Wikimedia-Files nicht darauf hingewiesen, dass dort keineswegs der ganze Papyrus P. Sorb. inv. 2245 A zu sehen ist, sondern nur die Kolumnen F, G und H - drei von insgesamt 15 Kolumnen (Col. A-O).