Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4 (313 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 05.08.2026 um 14:40 Uhr (Zitieren)
(Platz für neue Fälle)
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
Γραικύλος schrieb am 05.08.2026 um 17:31 Uhr (Zitieren)
(Alfred North Whitehead/Bertrand Russell: Principia Mathematica. Vorwort und Einleitungen. Mit einem Beitrag von Kurt Gödel. Frankfurt/M. 1986, S. 89)
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
Γραικύλος schrieb am 05.08.2026 um 17:35 Uhr (Zitieren)
(R. M. Sainsbury: Paradoxien. Stuttgart 1993, S. 205)
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
Patroklos schrieb am 07.08.2026 um 11:34 Uhr (Zitieren)
Heute im Büchermarkt:
Anna Schapiro: „Fühlen Sie sich wie zu Hause, aber vergessen Sie dabei nicht, dass Sie zu Gast sind“
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 07.08.2026 um 11:47 Uhr (Zitieren)
Das klingt nur paradox (wenn man mal im Ausland erlebt hat, wie Deutsche sich aufführen, als ob sie zuhause wären …)
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
Telramund schrieb am 07.08.2026 um 12:50 Uhr (Zitieren)
Dieses Gesetz der Stadt schreibt ja nur vor, die Wahrhaftigkeit des Besuchers zur Voraussetzung einer Hinrichtung zu machen, es bewertet weder den Inhalt, noch wird, wenn er nicht gehängt wird, unwahr, was er sagt, handelt es sich doch um eine Aussage über sein Begehr. Zu dessen Wahrheitsgehalt trägt die Frage, ob es erfüllt wird oder nicht, nichts weiter bei. Die Hinrichtung ist demnach eine Folge der Lüge, nicht ein Beweis der Wahrheit der Aussage oder seiner Aufrichtigkeit. Eine echte Paradoxie mit einem unauflöslichen Widerspruch liegt in meinen Augen nicht vor.
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
Bukolos schrieb am 07.08.2026 um 13:13 Uhr (Zitieren)
Die Paradoxien des geistigen Klimas, in dem sich die bürgerliche Jugend am Ende der k. u. k. Monarchie bewegte, schildert Manès Sperber folgendermaßen:
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
meine Meinung schrieb am 07.08.2026 um 16:52 Uhr (Zitieren)
Γραικύλος schrieb am 18.08.2026 um 15:48 Uhr (Zitieren)
Zweimal denselben Wert 25 % einzusetzen, ist ja eine extrem künstliche Konstruktion, ohne jeden Bezug zum wirklichen Leben.
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
Patroklos schrieb am 18.08.2026 um 16:49 Uhr (Zitieren)
Auch unerfahrene Hütchenspieler würden die 25% wählen, bei vier Möglichkeiten. Oder sind es nur drei wegen der Doppelung?
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
Telramund schrieb am 18.08.2026 um 23:37 Uhr (Zitieren)
Man könnte das offensichtliche Vorkommen des doppelten Wertes, auf dem die Paradoxie beruht, verschleiern, indem man die Antwortmöglichkeiten ihrerseits zu Berechnungsaufgaben macht, die auf einer ähnlichen kognitiven Ebene liegen, z.B.
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
βροχή schrieb am 19.08.2026 um 07:29 Uhr (Zitieren)
Das 1.Paradox ist jenes:
[quote]Wenn Sie die Antwort auf diese Frage zufällig wählen... [quote]
Wenn man einen Punkt mit der Absicht die Frage zu beantworten wählt, ist es kein Zufall.
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
Telramund schrieb am 19.08.2026 um 11:07 Uhr (Zitieren)
Dass jemand die Absicht hat zu antworten, schließt eine zufällige Auswahl (z. B. mangels Wissen, Bereitschaft, darüber nachzudenken oder per Münzwurf) mathematisch prinzipiell nicht aus. Die Absicht bezieht sich auf die Handlung selbst, der Zufall auf das gewählte Ergebnis.
"Wenn Sie die Antwort zufällig wählen..." ist die Prämisse der mathematischen Modellierung. Sie fordert dazu auf, für dieses Szenario eine Gleichverteilung bzw. strikte Indifferenz der vier Optionen anzunehmen. Das ist an sich nicht paradox, sondern die notwendige Voraussetzung für die Paradoxie.
Subjektiv zufälliges Antworten von Menschen ohne Hilfsmittel (wie z. B. Würfel) unterliegt in solchen Testsituationen nämlich kognitiven Verzerrungen (wie der Bevorzugung der Mitte oder der Vermeidung von Wiederholungen). Durch die Prämisse des Gedankenexperiments sollen sie explizit ausgeschlossen werde, da sonst die eigentliche Paradoxie, dass die Antworten sich in unauflösbare Widersprüche verwickeln, auflöst.
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
βροχή schrieb am 19.08.2026 um 11:29 Uhr (Zitieren)
Genau genommen gibt es keine "zufällige Wahl"
Nur eine blinde Wahl kann zufällig sein, Bsp. Tombola, Lose ziehen u.ä.
Eine Auswahl ist nicht zufällig.
Re: Paradoxien, nicht nur aus der Antike #4
βροχή schrieb am 19.08.2026 um 12:37 Uhr (Zitieren)
bei Annahme einer blinden Wahl, d.h. die Werte a, b, c, d sind verdeckt, eine davon wird gezogen und dann aufgedeckt,
ist die Wahrscheinlichkeit für jede der 4 einzelnen Möglichkeiten
1/4 = 25%
da dieser Wert 2x vorkommt, liegt die Wahrscheinlichkeit diesen zufällig zu erwischen bei
2 x 25% = 50%
Die Wahrscheinlichkeiten im einzelnen
a (25%) -> 50%
b (0%) -> 25%
c (50%) -> 25%
d (25%) -> 50%
wie man sieht, gibt es keine Möglichkeit mit Übereinstimmung.