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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Hannibals Alpenüberquerung, energetisch (94 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 07.07.2026 um 10:30 Uhr (Zitieren)
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
info schrieb am 07.07.2026 um 16:27 Uhr (Zitieren)
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Wo genau der karthagische Feldherr Hannibal im Jahr 218 v. Chr. mit seinen Soldaten, Pferden und Kriegselefanten die Alpen überquerte, ist eines der am heißesten diskutierten Rätsel der antiken Geschichte. Da es keine eindeutigen archäologischen Funde direkt auf den Pässen gibt, stützt sich die Forschung vor allem auf antike Berichte von Historikern wie Polybios und Livius.

Heute gibt es in der Wissenschaft zwei Haupttheorien, welcher Gebirgspass es gewesen sein könnte:

Col de la Traversette: Dieser sehr hohe und steile Pass (knapp 2.950 Meter) an der heutigen Grenze zwischen Frankreich und Italien gilt in jüngeren wissenschaftlichen Untersuchungen als der wahrscheinlichste Kandidat. Forscher fanden dort in den Sedimenten eines Moors Spuren einer massiven Bodenaufwühlung sowie mikrobiologische Hinweise auf große Mengen Tierdung, die zeitlich genau zu Hannibals Zug passen könnten. Zudem zeigen bioenergetische Analysen, dass diese Route trotz der enormen Höhe für das gesamte Heer und die Elefanten die kraft- und nahrungssparendste gewesen wäre.

Col de Clapier: Dieser nördlichere Pass (ca. 2.488 Meter) zwischen Savoyen und dem Piemont galt lange Zeit in der Geschichtswissenschaft als Favorit. Er bietet oben auf dem Plateau deutlich mehr Platz für ein großes Heer zum Rasten, was gut zu einigen antiken Beschreibungen passt. Allerdings ist der Abstieg auf der italienischen Seite extrem steil und gefährlich.

Andere historische Theorien brachten in der Vergangenheit auch den Col du Mont Cenis oder den Col de Montgenèvre ins Spiel. Die moderne Forschung tendiert jedoch heute am stärksten zum Col de la Traversette.


Tatsächlich wurde genau diese Debatte durch eine brandneue wissenschaftliche Studie im Juli 2026 noch einmal massiv untermauert. Ein Forschungsteam der Universitäten Oxford und Jena sowie des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) hat eine biologische Energiesimulation durchgeführt.

Dabei berechneten die Wissenschaftler den genauen Kalorien- und Nahrungsbedarf der 40.000 Soldaten, 7.000 Pferde und vor allem der 37 Kriegselefanten für die verschiedenen Routen.

Das Ergebnis dieser aktuellen Untersuchung:
Der Col de la Traversette war mit Abstand die kürzeste und energiesparendste Route (mit einem berechneten Energieaufwand von 5,42 Terajoule für das gesamte Heer). Die historisch lange favorisierte nördliche Route über den Col du Clapier hätte die Armee rund 16 Prozent mehr Energie und damit tonnenweise mehr Proviant gekostet, den Hannibal im Hochgebirge schlicht nicht hatte.

Zusammen mit den älteren Funden von Tierdung-Bakterien im Moorboden gilt der Col de la Traversette in der modernen Wissenschaft im Jahr 2026 somit als der fundierteste und wahrscheinlichste Weg des karthagischen Heeres.
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
Γραικύλος schrieb am 07.07.2026 um 16:36 Uhr (Zitieren)
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Jetzt ja. Eben konnte ich ihn nach Zustimmung zu Tracking und Werbung ganz lesen.

Die Autoren haben den Energiebedarf der Elefanten bei einer Alpenüberquerung errechnet und dann geprüft, auf welcher der in Frage kommenden Routen sie am ehesten mit diesem ausgekommen wären - unter der Prämisse, daß Hannibal kein Futter für sie mitgenommen hat.

Merkwürdigerweise sind sie davon ausgegangen (m.W. nicht den textlichen Quellen entsprechend), daß alle 37 Elefanten die Überquerung bewältigt haben, wobei sie die Berichte, in Norditalien habe Hannibal nur noch über einen einzigen Elefanten verfügt, auf spätere Verluste bezogen haben.

Das kam mir seltsam vor; aber jetzt kann auch ich es nicht mehr nachlesen.
Falls es in einem gedruckten Spektrum-Heft, etwa 6/26, vorkommt, melde ich mich nochmal.
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
Quoth schrieb am 07.07.2026 um 20:00 Uhr (Zitieren)
https://quoth.de/wp-content/uploads/2026/07/Hannibal.png
Das zeichnete Copilot. Mein Prompt: Hannibal überquert mit vielen Elefanten und Pferden bei Sonnenschein den Col de la Traversette, auf dem Schnee liegt. Stil: erzählerisch digital
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
βροχή schrieb am 07.07.2026 um 20:33 Uhr (Zitieren)
Könnte auch noch den gesamten Artikel lesen.

Es ist zweifelhaft.

Über 2900 m macht sich der Sauerstoffmangel schon bemerkbar. Bes. wenn man mit Gepäck marschiert. Pferde können das, Elefanten auch?



. Die Wissenschaft vermutet außerdem, dass die meisten Tiere zu einer mittlerweile ausgestorbenen Elefantenunterart zählten, die mit einer geschätzten Schulterhöhe von zweieinhalb Metern kleiner war als heute lebende Afrikanische Elefanten.

https://www.derstandard.de/story/3000000308931/erstes-mutmassliches-knochenrelikt-von-hannibals-elefantenherde-entdeckt
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
νύξ schrieb am 08.07.2026 um 05:43 Uhr (Zitieren)
1. Der archäologische Nachweis
Lange Zeit gab es keine physischen Beweise in den Bergen, was die Fiktions-Theorie nährte. Das änderte sich durch ein internationales Forschungsteam: Am Col de la Traversette (einem Pass auf knapp 3.000 Metern Höhe zwischen Frankreich und Italien) wurden in einer tiefen Schlammschicht massenhaft fossile Tierfäkalien entdeckt. Die C14-Datierung ordnete die Funde exakt auf die Zeit um 218 v. Chr. ein. Die extrem hohe Konzentration an darmtypischen Bakterien (Clostridien) belegt, dass dort tausende Pferde und Maultiere zur selben Zeit den Pass überquerten.

2. Die antiken Quellen
Die Überquerung ist durch die Historiker Polybios (der die Strecke später selbst abreiste) und Livius dokumentiert. Für das Römische Reich war das Erscheinen Hannibals in Oberitalien ein reales, militärisches Trauma. Die Invasion des italienischen Kernlands über den Landweg wäre ohne eine vorherige Alpenüberquerung strategisch und geografisch unmöglich gewesen.

3. Was ist Fiktion und Mythos?
Einige dramatische Details antiker Autoren wurden im Laufe der Jahrhunderte tatsächlich mythologisiert:

Die Elefanten: Oft wird eine unbesiegbare Elefantenarmee im Schnee impliziert. In Wahrheit überlebten die 37 Elefanten den Pass zwar knapp, starben aber fast alle unmittelbar danach im harten italienischen Winter.

Die Felsensprengung: Der Bericht von Livius, dass Hannibal blockierende Felsen mithilfe von riesigen Feuern und saurem Wein (Essig) gesprengt habe, gilt in der modernen Forschung als literarische Ausschmückung.

Fazit: Der Alpenzug ist eine historische Tatsache und heute biologisch nachweisbar. Fiktion sind lediglich die dramatischen Übertreibungen der antiken Geschichtsschreiber.
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
Γραικύλος schrieb am 08.07.2026 um 13:02 Uhr (Zitieren)
Die FAZ vom 8. Juli 2026 berichtet über dieses Forschungsergebnis ... und macht darauf aufmerksam, daß es Hannibal vermutlich nicht auf solche Berechnungen ankam (sofern er sie überhaupt anstellen konnte), er vielmehr mit seinen Elefanten gefährliche Bergstämme beeindrucken/abschrecken wollte. Er wird seinen Weg unter taktischen Gesichtspunkten gewählt haben.
 
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