info schrieb am 07.07.2026 um 16:27 Uhr (Zitieren)
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zu lesen.
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
Γραικύλος schrieb am 07.07.2026 um 16:36 Uhr (Zitieren)
Jetzt ja. Eben konnte ich ihn nach Zustimmung zu Tracking und Werbung ganz lesen.
Die Autoren haben den Energiebedarf der Elefanten bei einer Alpenüberquerung errechnet und dann geprüft, auf welcher der in Frage kommenden Routen sie am ehesten mit diesem ausgekommen wären - unter der Prämisse, daß Hannibal kein Futter für sie mitgenommen hat.
Merkwürdigerweise sind sie davon ausgegangen (m.W. nicht den textlichen Quellen entsprechend), daß alle 37 Elefanten die Überquerung bewältigt haben, wobei sie die Berichte, in Norditalien habe Hannibal nur noch über einen einzigen Elefanten verfügt, auf spätere Verluste bezogen haben.
Das kam mir seltsam vor; aber jetzt kann auch ich es nicht mehr nachlesen.
Falls es in einem gedruckten Spektrum-Heft, etwa 6/26, vorkommt, melde ich mich nochmal.
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
Quoth schrieb am 07.07.2026 um 20:00 Uhr (Zitieren)
https://quoth.de/wp-content/uploads/2026/07/Hannibal.png
Das zeichnete Copilot. Mein Prompt: Hannibal überquert mit vielen Elefanten und Pferden bei Sonnenschein den Col de la Traversette, auf dem Schnee liegt. Stil: erzählerisch digital
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
βροχή schrieb am 07.07.2026 um 20:33 Uhr (Zitieren)
Könnte auch noch den gesamten Artikel lesen.
Es ist zweifelhaft.
Über 2900 m macht sich der Sauerstoffmangel schon bemerkbar. Bes. wenn man mit Gepäck marschiert. Pferde können das, Elefanten auch?
1. Der archäologische Nachweis
Lange Zeit gab es keine physischen Beweise in den Bergen, was die Fiktions-Theorie nährte. Das änderte sich durch ein internationales Forschungsteam: Am Col de la Traversette (einem Pass auf knapp 3.000 Metern Höhe zwischen Frankreich und Italien) wurden in einer tiefen Schlammschicht massenhaft fossile Tierfäkalien entdeckt. Die C14-Datierung ordnete die Funde exakt auf die Zeit um 218 v. Chr. ein. Die extrem hohe Konzentration an darmtypischen Bakterien (Clostridien) belegt, dass dort tausende Pferde und Maultiere zur selben Zeit den Pass überquerten.
2. Die antiken Quellen
Die Überquerung ist durch die Historiker Polybios (der die Strecke später selbst abreiste) und Livius dokumentiert. Für das Römische Reich war das Erscheinen Hannibals in Oberitalien ein reales, militärisches Trauma. Die Invasion des italienischen Kernlands über den Landweg wäre ohne eine vorherige Alpenüberquerung strategisch und geografisch unmöglich gewesen.
3. Was ist Fiktion und Mythos?
Einige dramatische Details antiker Autoren wurden im Laufe der Jahrhunderte tatsächlich mythologisiert:
Die Elefanten: Oft wird eine unbesiegbare Elefantenarmee im Schnee impliziert. In Wahrheit überlebten die 37 Elefanten den Pass zwar knapp, starben aber fast alle unmittelbar danach im harten italienischen Winter.
Die Felsensprengung: Der Bericht von Livius, dass Hannibal blockierende Felsen mithilfe von riesigen Feuern und saurem Wein (Essig) gesprengt habe, gilt in der modernen Forschung als literarische Ausschmückung.
Fazit: Der Alpenzug ist eine historische Tatsache und heute biologisch nachweisbar. Fiktion sind lediglich die dramatischen Übertreibungen der antiken Geschichtsschreiber.
Re: Hannibals Alpenüberquerung, energetisch
Γραικύλος schrieb am 08.07.2026 um 13:02 Uhr (Zitieren)
Die FAZ vom 8. Juli 2026 berichtet über dieses Forschungsergebnis ... und macht darauf aufmerksam, daß es Hannibal vermutlich nicht auf solche Berechnungen ankam (sofern er sie überhaupt anstellen konnte), er vielmehr mit seinen Elefanten gefährliche Bergstämme beeindrucken/abschrecken wollte. Er wird seinen Weg unter taktischen Gesichtspunkten gewählt haben.