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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Lange Haare (184 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.06.2026 um 13:18 Uhr (Zitieren)
Plutarch, Aussprüche von Spartanern (Moralia 232 D):

Charillos [Χάριλλος] war ein früher König Spartas und wird meist als Zeitgenosse des Lykurgos angesehen.
In answer to the man who inquired why they wore their hair long, he [sc. Charillos] said, “Because this is the natural and inexpensive form of ornament [ὅτι τῶν κόσμων ὁ φυσικὸς καὶ ἀδάπανος οὗτός ἐστι].”

[Plutarch: Moralia III. Ed. by Frank Cole Babbitt. Cambridge (Mass.)/London 72004, pp. 394 sq.]
Re: Lange Haare
Patroklos schrieb am 24.06.2026 um 14:10 Uhr (Zitieren)
Man könnte an Simson denken; oder auch an Theodor Mommsen, mit seinen verwuschelten Haaren.
Re: Lange Haare
Γραικύλος schrieb am 24.06.2026 um 14:58 Uhr (Zitieren)
inexpensive form of ornament

Man kann beim Friseur einiges sparen, obwohl auch bei langen Haaren die Möglichkeit besteht, viel Geld auszugeben.
Re: Lange Haare
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 24.06.2026 um 15:23 Uhr (Zitieren)
“My hair like Jesus wore it, Hallelujah, I adore it.“
Müßtet Ihr doch auch noch kennen …
Re: Lange Haare
Patroklos schrieb am 24.06.2026 um 15:31 Uhr (Zitieren)
Die Vergleichung von Lebensfriseurkosten mit Lebensperückenkosten in übrigens keine leichte.
Eine perückenartige Ähnlichkeit sehen wir bei Bach/Händel. Das mag auf deren Geburtsmonat- wie auch -Geburtsjahrgleichheit zurückzuführen sein.
Sicher bin ich da nicht.
Re: Lange Haare
Patroklos schrieb am 24.06.2026 um 16:08 Uhr (Zitieren)
Die obige Referenz auf „Hair“, verbunden mit „ihr.. kennen“, insinuiert, dass hier die Altersgruppe der etwa 1950 Geborenen angesprochen wird, womöglich die heute octogenarii?
Jedenfalls wären es die in rebus pensionis nunc disputatis Ungequälten.
Doch stimmt dies?
Re: Lange Haare
info schrieb am 24.06.2026 um 16:51 Uhr (Zitieren)
“Because this is the natural and inexpensive form of ornament

Und Haarpflege?
Fettiges langes Haar ist noch unästhetischer als
kurzes.
Wenn dann die Spitzen noch splitten, ...

Die Haarpflege in der Antike

Shampoo im modernen Sinne gab es in der Antike nicht. Das Wort selbst leitet sich vom indischen Begriff chāmpo ab (was eine Kopfmassage mit Pflanzenölen bedeutet) und kam erst im 18. Jahrhundert nach Europa. Das flüssige, schäumende Haarwaschmittel, das wir heute nutzen, wurde sogar erst im 20. Jahrhundert erfunden.

Die Menschen in der Antike wuschen sich aber natürlich trotzdem die Haare. Da normale Seife das Haar extrem stumpf und strohig machte, nutzten die verschiedenen Kulturen ganz eigene Methoden.
So wuschen sich die antiken Hochkulturen die Haare
1. Altes Ägypten: Zitrusfrüchte und Öle
Die Ägypter legten extrem viel Wert auf Hygiene. Um Fett und Schmutz aus den Haaren zu bekommen, nutzten sie eine Mischung aus Wasser und Zitronensaft oder Essig. Die Säure spaltete das Fett auf und sorgte für Glanz. Danach wurde das Haar mit Mandel- oder Rizinusöl gepflegt, um es geschmeidig zu halten und vor der Hitze zu schützen.

2. Antikes Griechenland und Rom: Asche und Tonerde
Im römischen und griechischen Reich nutzte man im Alltag oft feine Tonerde oder Asche, die mit Wasser zu einem Brei verrührt wurde.
Die Tonerde saugte das überschüssige Fett wie ein Schwamm auf (ähnlich wie heutiges Trockenshampoo).
Später nutzten die Römer auch eine Vorstufe der Seife, die sie von den Galliern und Germanen übernommen hatten: Eine Mischung aus Ziegenfett und Holzasche (Laugenseife). Da diese den Haaren jedoch den Glanz nahm, rieb man den Kopf danach ausgiebig mit Olivenöl ein.

3. Altes Indien: Die echten Vorreiter
Am nächsten an unser heutiges Shampoo kamen die Menschen im antiken Indien. Im Rahmen der ayurvedischen Heilkunst kochten sie Seifenbeeren (Sapindus) zusammen mit getrockneten Kräutern und indischer Stachelbeere (Amla) auf. Seifenbeeren enthalten von Natur aus sogenannte Saponine – pflanzliche Stoffe, die in Verbindung mit Wasser tatsächlich anfangen zu schäumen und das Haar sanft, aber gründlich reinigen.

Kurioser Fact: Wer es sich im alten Rom leisten konnte, nutzte auch aufwendige Haarkuren. Ein überliefertes Rezept für Glanz und Geschmeidigkeit bestand aus einer Paste aus gemahlener Gerste, Linsen, Honig und den Zwiebeln von Narzissen, die man über Nacht einwirken ließ.
Re: Lange Haare
βροχή schrieb am 24.06.2026 um 17:42 Uhr (Zitieren)
Re: Lange Haare
βροχή schrieb am 24.06.2026 um 17:49 Uhr (Zitieren)
Re: Lange Haare
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 24.06.2026 um 19:51 Uhr (Zitieren)
womöglich die heute octogenarii?
Nanana, in Deutschland lief das Stück (von Ende Oktober 1968) bis ca. März 1971 - in dem Jahr war ich Teenager geworden und durch meinen sechs Jahre älteren Bruder immer bestens über die angesagten Sachen informiert ...
Re: Lange Haare
Patroklos schrieb am 24.06.2026 um 20:39 Uhr (Zitieren)
Das freut mich aufrichtig!

Die durchschnittliche Lebenserwartung geschlechtsreifer Haussperlinge beträgt 1,5 bis 2,3 Jahre; bezieht man auch die Jungvögel mit ein, beträgt sie lediglich 9 Monate. In der Stadt ist die Lebenserwartung höher als in ländlichen Gebieten.


Re: Lange Haare
βροχή schrieb am 24.06.2026 um 20:57 Uhr (Zitieren)
... wenn der Falke vom Himmel, den kein Wölkchen trübt, kurz Mal runter stößt wird die kurze Lebenszeit des Haussperlings nochmal verkürzt. Die Überlebenden bleiben ganz bedröppelt zurück, die sagen keinen Pieps mehr.
(betrifft natürlich nur die geflügelten, nicht metaphorisch gemeint)
 
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