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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eine Satire auf die Ausrottung der Juden #6 (169 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 27.04.2026 um 14:13 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung des Kladderadatsch-Artikels aus dem Jahre 1875:
Aehnlich war es den Juden in den Provinzen ergangen. Aus dem Posen’schen wurden sie ins Russische geworfen, wo sie, da sie weder Geld noch Pässe bei sich hatten, von den Gränzkosaken ohne Umstände getödtet wurden.

Nur wenige Stimmen erhoben sich für die verfolgten Hebräer. Der türkische Sultan drohte zwar, zu ihrem Beistand herbeizukommen; aber es fehlte ihm natürlich wieder an Geld und Truppen. Der heilige Vater hingegen feierte ein Tedeum über das andre.

Im Ganzen wurde von der Sache nicht viel Aufhebens gemacht.

Es muß aber noch verzeichnet werden, daß einige hundert Juden aus Jerusalem unter Anführung des Emirs Meyer, bewaffnet und wohlberitten, den deutschen Juden zu Hilfe eilten. Leider wurden sie das Opfer einer wahrhaft satanischen List der Ultramontanen. Als sie nämlich die deutsche Gränze nahezu erreicht hatten, begegnete ihnen ein Haufe reisender Kaufleute – wie es schien, es waren aber verkleidete Jesuiten. Selbige lobten die Pferde der Juden und boten ihnen hohe Preise für dieselben, wenn sie solche ablassen wollten. Da ließen die Männer von Judäa, Meyer voran, sich überlisten, verkauften ihre Pferde und zogen als Infanterie weiter. Natürlich kamen sie zu spät nach Deutschland und mußten mit krummen Nasen wieder abziehen.

***

(Facsimile Querschnitt – Kladderadatsch. Hrsg. v. Liesel Hartenstein. Bern o.J., S. 110)

 
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