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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Eine Satire auf die Ausrottung der Juden #3 (151 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.04.2026 um 13:59 Uhr (Zitieren)
Fortsetzung des Kladderadatsch-Artikels aus dem Jahre 1875:
Am Abend desselben Tages wurde nach Verordnung des Ausschusses für Verbrennungen die Synagoge in der Oranienburger Straße während des Gottesdienstes mit allen darin anwesenden Personen durch Feuer zerstört. Hiermit war Eirund beauftragt, der auch die Sache seiner Ansicht nach sehr gut ausführte. Leider erinnerte man sich erst nachträglich daran, daß die große berliner Synagoge niemals von Juden, sondern nur von durchreisenden Christen als „Sehenswürdigkeit“ besucht wird. Es war zu spät. Das ganze Gebäude mit seinem aus lauter Christen bestehenden Inhalt lag schon in Asche.

Man suchte die Sache zu vertuschen und verzieh, was die Personenfrage betraf, Eirund seinen Uebereifer. Nicht aber konnte der Verfolgungsvorstand es ihm verzeihen, daß er nicht vor der Verbrennung die köstlichen Teppiche, Borten, goldenen Kälber und sonstigen Schätze aus der Synagoge entfernt hatte.

Man tadelte Eirund nicht, schickte ihn aber mit einem versiegelten Brief an Don Carlos nach Spanien. Dieser empfing ihn freundlich, nahm aber bald die Gelegenheit wahr, ihn mit einem eiligen Auftrag an den weiland Hauptmann Schmidt abzusenden.

***

(Facsimile Querschnitt – Kladderadatsch. Hrsg. v. Liesel Hartenstein. Bern o.J., S. 110)

Auch hier habe ich den Eindruck, daß die Verfolger der Juden die Zielscheibe des Spottes sind. Dermaßen peinlich, daß sie eine Vertuschung ihres Tuns nötig haben.
Re: Eine Satire auf die Ausrottung der Juden #3
Γραικύλος schrieb am 24.04.2026 um 14:01 Uhr (Zitieren)
Den Verfolger Eirund - ich habe nicht herausfinden können, wer das sein soll - will man loswerden.
Re: Eine Satire auf die Ausrottung der Juden #3
βροχή schrieb am 24.04.2026 um 15:31 Uhr (Zitieren)
Re: Eine Satire auf die Ausrottung der Juden #3
βροχή schrieb am 24.04.2026 um 15:35 Uhr (Zitieren)
Gründer von Kladderadatsch (1848 gegr.) war der liberale Berliner Humorist David Kalisch, Sohn eines jüdischen Kaufmanns und bekannter Autor leichter Komödien
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Die Inhalte wurden zunehmend rechtsgerichteter und denunzierten gemäßigte Politiker der Weimarer Republik. Bereits ab 1923 unterstützten die Herausgeber Adolf Hitler und den Nationalsozialismus. Die Karikaturen wurden zunehmend antisemitisch.

(wiki)


Re: Eine Satire auf die Ausrottung der Juden #3
Patroklos schrieb am 24.04.2026 um 15:42 Uhr (Zitieren)
Eirund.
Namentlich ist niemand zu finden. Eirund=oval könnte auf eine bekannte ovale Karikatur hindeuten. Vgl. Kohl/Birne.
Re: Eine Satire auf die Ausrottung der Juden #3
Γραικύλος schrieb am 24.04.2026 um 16:08 Uhr (Zitieren)
Daß schon ab 1923 die Herausgeber Hitler unterstützten, kann ich auf der Basis meines Auswahlbandes nicht bestätigen. Ab 1933 ist der Kladderadatsch selbstverständlich gleichgeschaltet.
Aber davon sind wir 1875 noch weit entfernt.
Re: Eine Satire auf die Ausrottung der Juden #3
Γραικύλος schrieb am 24.04.2026 um 17:09 Uhr (Zitieren)
Für mich ist das nicht leicht zu entscheiden, ob die vorliegende Satire antisemitisch oder antiantisemitisch ist, ob sie die Semiten oder die Antisemiten aufs Korn nimmt. Oder gar beide.

Doch wie gesagt, man sollte mit dem endgültigen Urteil bis zum Ende warten.
 
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