Warum nicht "giving"?
vgl.
I look forward to seeing you soon.
Re: Die Größe eines Menschen
Patroklos schrieb am 13.04.2026 um 17:16 Uhr (Zitieren)
„Giving“ ist einzig korrekt heutzutage.
Babbitt schreibt „give“ und ist kein Ignorant.
Somit american english bzw veraltetes englisch?
Re: Die Größe eines Menschen
Γραικύλος schrieb am 13.04.2026 um 17:33 Uhr (Zitieren)
First published 1931.
Re: Die Größe eines Menschen
βροχή schrieb am 13.04.2026 um 19:24 Uhr (Zitieren)
@Patroklos
du kennst immer die richtige Antwort, wenn es ins Englisch geht.
Re: Die Größe eines Menschen
Patroklos schrieb am 13.04.2026 um 19:38 Uhr (Zitieren)
Wie erstaunlich rasch das Office of Speechwriting des Präsidenten heute geantwortet hat!
Mr. President benütze nicht die positive Sprachform, also accustomed to giving, sondern ausschließlich die entschiedene Negation, Not accustomed to give in! Giving in erscheine ihm zu glättend, zu konziliant. Dies sei seine, Trumps, Entscheidung, nicht etwa diejenige des Office.
Re: Die Größe eines Menschen
Persephone schrieb am 14.04.2026 um 16:10 Uhr (Zitieren)
Die Übersetzung fällt demnach in die Zeit einer immer noch laufenden Entwicklung namens The Great Complement Shift … where gerund complements (verbs ending in -ing acting as nouns) have increasingly replaced infinitive complements (to + verb). Sie beginnt bereit im 18. Jahrhundert.
Im Detail ist der Wandel (wie fast immer in der Sprachgeschichte) ziemlich komplex. Die führenden Experten auf dem Gebiet der Entwicklung des Komplementgebrauchs bei accustomed to dürften zwei Finnen sein: Juho Ruohonen und Juhani Rudanko, die der Frage mehrere Artikel und Bücher gewidmet haben. Z.B.
Aus einer (noch von Menschen verfassten) Rezension des ersten Werks:
Der zweite Punkt, die semantische Differenzierung in der Verwendung, passt theoretisch noch ziemlich gut auf die Übersetzung aus den 1930ern, wo die Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten war wie heute.
The inhabitants of Asia sind ja auch das lower subject und sie haben eindeutig eine aktive Wahl in der Frage der Verleihung des Titels (+ Choice), es geht nicht um eine eher passiv-adaptive Angewohnheit (-Choice). Vmtl. greift der Übersetzer aus diesem Motiv zum Infinitiv, könnte aber natürlich auch von anderen Motiven beeinflusst sein (z.B. Stilregister f. Übersetzungen antiker Klassiker).
Das scheint mir eine zu starke Position. Das Fazit zu Chapter 6, das sich auf den Stand der Entwicklung in der Gegenwart bezieht, spricht in meinen Augen nur von einer Auflösung der klaren Kopplung der Verwendung nach diesen semantischen Prinzipien zugunsten der ing-Form, keinem totalen Verlust. Ein rein grammatisches "Verbot" der Verwendung des Infinitivs würde ich daraus nicht ableiten. Bestätigt sich auch empirisch nicht:
Das Bild zeigt das stark marginalisierte, aber eben nicht völlig verschwundene bzw. bloß falsche Vorkommen von Infinitiven nach accustomed to im The NOW corpus (News on the Web). It contains 24.7 billion words of data from web-based newspapers and magazines from 2010 to the present time (the most recent day is 2026-04-13).