Menekrates von Syrakus lebte als berühmter Arzt um 350
v.u.Z.
Der Respekt, den medizinische Schriftsteller späterer Zeiten seinen Ansichten zollten, spricht dafür, daß er nicht immer der verrückte Hanswurst war, als der er oft karikiert wurde.
[quote]1.
Unter den Leuten, die sich solches [sc. sie seien selbst ein Gott] einbildeten, ist aber auch der berühmte Arzt Menekrates aus Syrakus, der sich Zeus nannte, weil er durch seine Kunst für die Menschen allein zur Ursache des Lebens werde. Die durch ihn von der fallenden Sucht (1) Geheilten zwang er, sich schriftlich als seine Sklaven zu bekennen; sie gingen ihm als Gefolge nach, und zwar ebenfalls als Götter kostümiert; ein Herakles, ein Hermes mit Chlamys (2), Heroldstab und Flügelschuhen, ein Apoll, ein Asklepios; Menekrates selbst wandelte mit diesem Götterchor in Purpur und Prachtschuhen, mit einem goldenen Kranz und Szepter einher. Da er als der „Allbelebende“ an König Philipp [von Makedonien] (3) als den „Allzerstörenden“ einen Brief schrieb, kam er freilich an den Unrechten, indem ihm dieser zurückschrieb, er wünsche ihm einen gesunden Verstand.
(Jacob Burckhardt: Griechische Kulturgeschichte. 4 Bde. München 1977; Bd. IV, S. 352)
(1) Epilepsie
(2)Schultermantel aus Wolle für Reisende
(3) Philipp II., Vater Alexanders des Großen