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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Ingenkamp und die pseudoplatonischen Definitionen (298 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 02.04.2026 um 15:59 Uhr (Zitieren)
Am 22. September 2025 ist der Emeritus für Klassische Philologie an der Universität Bonn, Heinz Gerd Ingenkamp, gestorben.

Promoviert hat er einst mit einer Dissertation über die pseudoplatonischen Defifnitionen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Definitions_(Plato)

Seine Habilitation: Plutarchs Schriften über die Heilung der Seele (1970).

Seit 1992 war er Präsident der Schopenhauer-Gesellschaft. Sein erster Beitrag für deren Jahrbuch lautete: "Schopenhauer und die Antike"; darin verglich er jedes der vier Bücher der Welt als Wille und Vorstellung mit griechischen Positionen, die einen Vergleich nahelegen. (Schop.-Jb. 1984)
Re: Ingenkamp und die pseudoplatonischen Definitionen
Γραικύλος schrieb am 02.04.2026 um 16:37 Uhr (Zitieren)
Defifnitionen --> Definitionen
Re: Ingenkamp und die pseudoplatonischen Definitionen
Aurora schrieb am 03.04.2026 um 09:18 Uhr (Zitieren)
Auch das klingt interessant:

Punktuelles Präsens und statisches Sein. Eine Entdeckung und ihre Folgen. Würzburg 2017.

Metaprinzip Techne. Der Weg des Aristotelischen Denkens und die zweite Entdeckung des Parmenides. Würzburg 2019.

https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Gerd_Ingenkamp

Re: Ingenkamp und die pseudoplatonischen Definitionen
Aurora schrieb am 03.04.2026 um 09:23 Uhr (Zitieren)
PS:
Meine KI sagt zum Grammatikproblem PRÄSENS:

Kerninhalte und Thesen

1. Die sprachwissenschaftliche Entdeckung
Ingenkamp analysiert die griechische Sprache und stellt fest, dass das ursprüngliche Verständnis von Zeit und Sein durch eine Verschiebung der Aspektwahrnehmung geprägt wurde. Er unterscheidet zwischen:
Punktuelles Präsens: Das Verb als Ausdruck eines unmittelbaren, fließenden Geschehens im Augenblick.
Statisches Sein: Das Verb (insbesondere "sein") als Ausdruck einer zeitlosen, unbewegten Substanz.

2. Die ontologische Weichenstellung
Das Buch zeigt auf, dass die griechische Philosophie (beginnend mit Parmenides) das "statische Sein" als die einzige Wahrheit privilegierte.
Folge: Alles Werdende, Bewegte und Punktuelle wurde als bloßer Schein oder minderwertige Realität abgetan.
Metaphysik: Die abendländische Denktradition entwickelte sich dadurch zu einer Substanzmetaphysik, die das Unveränderliche über das Lebendige stellt.

3. Wirkungsgeschichte und Kritik
Ingenkamp untersucht die Folgen dieser "Erstarrung" für das europäische Denken.
Die Trennung von Sein und Werden prägte die Logik, die Naturwissenschaften und die christliche Theologie.
Der Autor sieht darin eine Entfremdung von der Dynamik des Lebens.
Das Werk fordert dazu auf, die sprachlichen Wurzeln unserer philosophischen Begriffe kritisch zu hinterfragen, um einen Zugang zur Unmittelbarkeit des Geschehens zurückzugewinnen.
 
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