Roth, Philip. Verschwörung gegen Amerika: Roman (S.192). Carl Hanser Verlag
Und Mephisto sagt, ins Erdinnere gehe es hinab "zu den Müttern" - also in die Geborgenheit an sich ...
Re: Der Keller
Γραικύλος schrieb am 23.03.2026 um 17:52 Uhr (Zitieren)
Ein dunkler Keller mit Löchern im Boden, dann auch noch Highschool-Bildung - da liegt die Assoziation nahe.
Ja, sehr. Dies ist ein sehr spezielles Buch, denn es erzählt aus der Perspektive des damals achtjährigen Philip Roth, wie Roosevelt 1941 nicht zum dritten Mal Präsident der Vereinigten Staaten wird, sondern an seiner Stelle der radikal isolationistische Charles Lindbergh. Gespenstisch zu lesen in einer Zeit, in der wieder antidemokratische Kräfte allenthalben nach der Macht greifen oder sie schon innehaben.
Re: Der Keller
Patroklos schrieb am 23.03.2026 um 20:13 Uhr (Zitieren)
Ja, ein gutes Beispiel für die sog. Alternativweltgeschichte, auch Uchronie genannt. Roth kam auf die Idee, als er las, dass 1940 tatsächlich einige konservative Senatoren erwogen, Charles Lindbergh als Kandidaten aufzustellen.
Was wäre gewesen, wenn ... Ein Gedanke, der sich historisch Interessierten immer wieder aufdrängt. Z.B. wenn Lenin 1917 der berühmte Eisenbahnwagen nicht zur Verfügung gestellt worden wäre ...
Re: Der Keller
Patroklos schrieb am 24.03.2026 um 10:08 Uhr (Zitieren)
Unter den Mehrfamilien des Charles Lindbergh ist besonders hervorzuheben diejenige mit der Münchnerin Brigitte (drei Kinder) SOWIE deren Schwester (zwei Kinder). Die Dreiecksbeziehung war schwesterlich geheim. Lindbergh war aufgrund seiner mehrfamiliären Geheimhaltung eigentlich wie geschaffen für politische Aufgaben. Mehr jedenfalls als Mitterand, der nur eine Zweitfamilie verborgen hielt. Freilich war Mitterand tatsächlich Präsident, Lindbergh hingegen ganz und gar nicht.