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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
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Platons Liniengleichnis #2
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Γραικύλος schrieb am 04.03.2026 um 15:10 Uhr (
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Πολιτεία 509d-511e:
Sokrates: Darin: den einen Teil muß die Seele so aufsuchen, daß sie das, was die frühere Teilung in dem einen Abschnitt bot, nämlich wirkliche Gegenstände, bloß als Bilder benutzt, indem sie von bloßen Voraussetzungen ausgehend nicht zum Anfang zurückschreitet, sondern nach dem Ende hin vorschreitet, den anderen aber so, daß sie von der Voraussetzung aus zum voraussetzungslosen Anfang zu gelangen sucht und ein Verfahren einschlägt, das ohne Bilder, wie sie im ersten Abschnitt gebraucht wurden, sich lediglich auf reine Begriffe in ihrem inneren gegenseitigen Zusammenhang stützt.
Glaukon: Diese Erläuterung habe ich nicht recht verstanden.
Sokrates: Nur Geduld! Hast du erst das Folgende gehört, so wird dir das Verständnis schon leichter werden. Ich glaube nämlich, du weißt, wie es diejenigen machen, die es mit Geometrie und Arithmetik und den verwandten Wissenschaften zu tun haben: sie setzen das Ungerade und Gerade und die Figuren und die dreierlei Arten der Winkel und was damit verwandt ist, bei ihrem jeweiligen Beweisverfahren voraus und machen, als wären sie vollständig darüber im klaren, es einfach zur Grundlage ihrer Beweise, ohne sich irgend verpflichtet zu fühlen, sich selbst oder anderen noch Rechenschaft darüber zu geben, da es ja für jeden von selbst einleuchtend sei; vielmehr schreiten sie von diesem Ausgangspunkt alsbald zu der weiteren Ausführung fort und erreichen schließlich folgerecht denjenigen Punkt, auf dessen Klarstellung sie es abgesehen hatten.
Glaukon: Ja, dies Verfahren ist mir wohlbekannt.
Sokrates: Und also wohl auch, daß sie sich der sichtbaren Gestalten bedienen und immer von diesen reden, während den eigentlichen Gegenstand ihres Denkens nicht diese bilden, sondern jene, deren bloße Abbilder diese sind. Denn das Quadrat an sich ist es und die Diagonale an sich, um derentwillen sie ihre Erörterungen anstellen, nicht aber dasjenige, welches sie durch Zeichnung entwerfen, und so auch in den weiteren Fällen; eben die Figuren selbst, die sie bildend oder zeichnend herstellen, von denen es auch wieder Schatten und Bilder im Wasser gibt, dienen ihnen als Bilder, mit deren Hilfe sie eben das zu erkennen suchen, was niemand auf andere Weise erkennen kann als durch den denkenden Verstand.
Glaukon: Du hast recht.
Sokrates: Dieses bezeichnete ich zwar als eine Art des Denkbaren, aber so, daß die Seele dabei gezwungen ist, die Untersuchung auf bloße Voraussetzungen zu stützen, indem sie nicht auf den Anfang zurückgeht - denn sie kann über ihre Voraussetzungen in der Richtung nach oben hin nicht hinaus -, sondern sich der sinnlichen Gegenstände, deren Abbilder die unteren Dinge sind und die auch ihrerseits nach allgemeiner Meinung vor jenen unteren Dingen (d.i. den Schatten usw.) den Vorzug deutlicher Erkennbarkeit besitzen, als Bilder bedient.
Glaukon: Ich verstehe: du meinst das, was in das Gebiet der Geometrie und der ihr verwandten Fächer fällt.
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