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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Kinder im alten Ägypten (117 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 17.02.2026 um 11:59 Uhr (Zitieren)
Kinder
Viele med. und magische Texte aus dem alten Ägypten berichten von Vorkehrungen, die FRAUEN trafen, um schnelle Empfängnis, ungefährdete Schwangerschaft und erfolgreiche Geburt sicherzustellen. Bis in die prädyn. Zeit zurück reichen Funde von K.-Gräbern auf mehreren äg. Friedhöfen, und man hat versucht, die K.-Sterblichkeit auf der Grundlage des Verhältnisses von Erwachsenen- und K.-Bestattungen sowie der Untersuchung der menschlichen Überreste selbst zu schätzen. Zweifellos war die K.-Sterblichkeit hoch; trotzdem waren die Familien mit durchschnittlich wohl etwa fünf K., die das Jugendalter erreichten, relativ groß (wobei man vom frühen Tod von drei oder vier Nachkommen ausgeht).

Zahlreiche erhaltene Reliefs, Malereien und Skulpturen zeigen Frauen beim Stillen ihrer Säuglinge; berühmt ist die Darstellung aus dem Grab THUTMOSIS‘ III. im Tal der Könige (KV34) mit der (in Gestalt eines Baumes abgebildeten Göttin ISIS, die dem König die Brust reicht. Das Stillen de Königs durch seine Mutter Isis oder HATHOR war ein archetypisches Motiv der aä. Religion, das dann in christl. Zeit vielleicht das Bild der Madonna mit dem K. inspirierte.

Eine Reihe von Zaubersprüchen sollte offenbar die Produktion von Muttermilch anregen, und einem ähnlichen Zweck mögen auch die Tongefäße gedient haben, die stillende Mütter darstellen und ab dem MR (2055-1650 v. Chr.) erhalten sind. In der Oberschicht wurden oft Ammen zur Betreuung der Säuglinge eingestellt, insbes. in der Königsfamilie; die Stellung der „kgl. Amme“ war offenkundig sehr angesehen und sicherte der Betreffenden häufig die Darstellung im Grab ihres kgl. Schützlings.

Spätestens ab dem AR (2686-2181 v. Chr.) trugen Jungen und Mädchen bis zu einem Alter von etwa zehn, elf Jahren oft eine seitlich am Kopf herabhängende Haarflechte, die sog. JUGENDLOCKE, die sie als vorpubertär auswies. Auch wurden K. und als K. dargestellte Gottheiten wie Harpokrates (s. HORUS) stets mit einem Finger am Mund abgebildet. Nacktheit war – zumindest nach Ausweis erhaltener Malereien und Reliefs aus der Pharaonenzeit – ebenfalls für K. typisch. Aus solcher Grabkunst geht auch hervor, daß K. aller Altersstufen viele SPIELE spielten und Sportarten betrieben, die von Tanzen und Ringen bis zu Ballspielen und Wettläufen reichten. Einige Bälle sind erhalten; die Identifizierung von Spielsachen gilt jedoch als strittig, da sie nicht leicht von religiösen und magischen Gegenständen abzugrenzen sind. Eine „Puppe“ kann z.B. ebenso gut eine erotische oder rituelle Bedeutung haben (s. SEXUALITÄT; SPIELZEUG). Siehe auch BESCHNEIDUNG; ERZIEHUNG UND AUSBILDUNG; KLEIDUNG; MAMMISI; MEDIZIN.

(Reclams Lexikon des alten Ägypten. Hrsg. v. Ian Shaw und Paul Nicholson. Stuttgart 1998, S. 146 f.)

Fünf Kinder, die das Jugendalter erreichten - da müßten sich die Ägypter aber kräftig vermehrt haben!
Re: Kinder im alten Ägypten
Γραικύλος schrieb am 17.02.2026 um 12:07 Uhr (Zitieren)
Ich habe das so verstanden: Eine Ägypterin bekam durchschnittlich 8 oder 9 Kinder, von denen 3 oder 4 früh starben, aber 5 heranwuchsen. Das ist pro Generation eine hohe Vermehrungsrate, oder?
Re: Kinder im alten Ägypten
meine Meinung schrieb am 17.02.2026 um 13:07 Uhr (Zitieren)
aber 5 heranwuchsen.

Wie alt wurden diese im Schnitt?

Am Rande:
https://www.swr.de/swrkultur/wissen/wie-viele-menschen-gab-es-jemals-auf-der-erde-100.html

"In Gott ist Raum für uns", sagte 1999 Kardinal
Joseph Ratzinger, später Papst Benedikt XVI.
Es am 15.8, dem Tag der Assumptio Beatae Virginis
,und nannte das die Kernaussage des Festes.

In einem Kosmos mit einem Durchmesser von
93 Mrd. Lichtjahren ist noch viel Raum.
Da haben auch die Seelen der ägyptischen Kinder
reichlich Platz.
Wenn anonyme Christen darunter waren,
gibt es vlt. ein Wiedersehen mit ihnen
und der ägyptisch-christliche Dialog kann
weiterentwickelt und vollendet werden
zusammen mit sonstigen interreligiösen
Dialogen, die immer wieder ins Stocken geraten,
während in einer Nebenabteilung sich die islamischen
Selbstmordattentäter mit je 70
versprochenen Jungfrauen amüsieren können.
Dort gilt: Suus cuique dialogus vel suae cuique
LXX virgines.
Die String-Theorie macht es (vlt.) möglich.
Wenn nicht, dann halt nicht und Pascal hat die
Wette verloren und auch seine Atome landen im
Weißen Zwerg, der weiland unsere Sonne war.
Und auch der wird nicht ewig bestehen.

Das wahre Ende: Der Schwarze Zwerg

Ein Weißer Zwerg „endet“ eigentlich nicht durch eine Explosion, sondern durch langsames Auskühlen.
Über Billiarden von Jahren gibt er seine Hitze an das kalte Universum ab.
Irgendwann leuchtet er nicht mehr und wird unsichtbar.
Dieses hypothetische Endstadium nennt man einen Schwarzen Zwerg.
Wichtig: Da das Universum erst ca. 13,8 Milliarden Jahre alt ist und Weiße Zwerge extrem langsam abkühlen, gibt es derzeit im gesamten Universum wahrscheinlich noch keinen einzigen Schwarzen Zwerg.
Re: Kinder im alten Ägypten
Persephone schrieb am 17.02.2026 um 21:34 Uhr (Zitieren)
Zweifellos war die K.-Sterblichkeit hoch; trotzdem waren die Familien mit durchschnittlich wohl etwa fünf K., die das Jugendalter erreichten, relativ groß (wobei man vom frühen Tod von drei oder vier Nachkommen ausgeht).


Das Zitat sagt ja eigentl. nicht, wie viele so großer Familien es gab, oder? Nur, dass man eben Spuren von solchen Großfamilien gefunden hat. Survivor-bias könnte auch eine Rolle spielen. Man findet also nur die, die es geschafft haben und schließt daraus voreilig auf eine Durchschnittsfamilie.
Re: Kinder im alten Ägypten
Persephone schrieb am 17.02.2026 um 21:36 Uhr (Zitieren)
nur die, die es geschafft haben, so zahlreiche Nachkommenschaft durchzubringen, …
Re: Kinder im alten Ägypten
Γραικύλος schrieb am 18.02.2026 um 00:07 Uhr (Zitieren)
Stimmt, das sagt das Zitat eigentlich nicht. Und ohnehin handelt es sich nur um eine Schätzung auf der Basis einzelner Funde.
Das kann kein Durchschnittswert sein, denn sonst hätte es immer mehr Ägypter geben müssen.
 
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