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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Das Paradox von Lailaps und Alopex Teumesios #1 (82 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 12.02.2026 um 00:21 Uhr (Zitieren)
Eines der Geschenke, die Prokris mitnahm (1), war ein bemerkenswerter Hund. LAILAPS, der die Macht besaß, alles einzufangen, absolut alles, dem er hinterherjagte. Ob Wild, Eber, Bär, Löwe oder Mensch – er erlegte seine Beute immer. Das zweite Geschenk, ebenfalls von großem Wert, war ein Speer, der stets sein Ziel traf. Wer auch immer beides besaß, durfte sich zu Recht als der Welt größter sterblicher Jäger bezeichnen. Kein Wunder also, dass Kephalos hocherfreut war, als seine Frau, beladen mit diesen Geschenken, zu Heim und Herd, Schoß und Bett zurückkehrte.

Kephalos‘ Ruf verbreitete sich nun überall – Geschichten über seine Jagdkünste wurden im Flüsterton von Königreich zu Königreich weitererzählt. Diese Neuigkeiten erreichten auch den Herrscher von Theben, KREON.

Wie so oft in seiner verschatteten Geschichte, war Theben zu dieser Zeit von einer Plage befallen, einem wilden Fuchs. Die Bewohner nannten ihn den kadmischen Fuchs, unter dem Namen ALOPEX TEUMESIOS, Teumessischer Fuchs, war er in der gesamten griechischen Welt gefürchtet. Er war ein Plünderer, dessen besonderes, ihm von den Göttern verliehenes Talent darin bestand, sich niemals fangen zu lassen, ganz gleich wie viele Hunde, Pferde oder Menschen sich auf seine Spur setzten oder versuchten, ihm eine Falle zu stellen. Ein wahrer Terror also, listig wie ein Fuchs, und man nahm an, dass er von Dionysos in die Welt gesetzt worden war, der immer noch nach Rache an der Stadt sann, die seine Mutter Semele abgelehnt und verspottet hatte.

Kreon, der immer verzweifelter wurde, hatte von den fast übernatürlichen Fähigkeiten von Kephalos und seinem Wunderhund Lailaps gehört und eine Nachricht mit der Bitte nach Athen geschickt, den Hund ausleihen zu dürfen. Kephalos war nur zu froh, Kreon den Hund zu leihen, der bald schon auf die Spur des Fuchses gesetzt wurde.

Das folgende Debakel ist Beweis für eine herrliche Eigenheit der griechischen Denkart: die Faszination durch das Paradox. Was passiert, wenn ein Fuchs, der nicht gefasst werden kann, auf einen Hund trifft, dem niemand entkommt? Ganz ähnlich wie das Problem, wenn eine unaufhaltsame Kraft auf ein unbewegliches Objekt trifft.

Der kadmische Fuchs rannte unaufhörlich im Kreis, während Lailaps, dem keine Beute entging, ihm dicht auf den Fersen war.

(Stephen Fry: Mythos. Was uns die Götter heute sagen. Berlin 72025, S. 343-345)

(1) Geschenk von Artemis nach einem Konflikt mit ihrem Gatten Kephalos; vgl. Hyginus, Fabel CLXXXIX.
Re: Das Paradox von Lailaps und Alopex Teumesios #1
Γραικύλος schrieb am 12.02.2026 um 00:25 Uhr (Zitieren)
# 2, die Lösung, folgt morgen. Falls Ihr nicht so lange warten mögt und sie andernorts sucht, dann ist das eine gute Geschichte.
Re: Das Paradox von Lailaps und Alopex Teumesios #1
Γραικύλος schrieb am 12.02.2026 um 23:26 Uhr (Zitieren)
Keine Reaktion? Mir hat diese Geschichte Spaß gemacht.
Re: Das Paradox von Lailaps und Alopex Teumesios #1
βροχή schrieb am 13.02.2026 um 05:15 Uhr (Zitieren)
Die Geschichte gefaellt mir schon. Ich kam nicht auf die Lösung.
Der Fuchs als Fabeltier mit bes. Charakter.
Den hat er auch in Dtl., in Japan sogar als Fuchsgeist.

 
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