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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Antike und Hautfarbe (229 Aufrufe)
Persephone schrieb am 05.02.2026 um 16:54 Uhr (Zitieren)
Da dzt. aus Anlass von Christopher Nolans Verfilmung* der Odyssee und des Gerüchts, er habe Helena mit einer schwarzen Schauspielerin besetzt, wieder einmal heftig über die literarische und historische Richtigkeit der Darstellung gestritten und die Frage, welche Rolle Hautfarbe in der Antike so spielte, debattiert wird, dachte ich, ein kleiner Essay aus 2018 von Tim Whitmarsh (University of Cambridge) könnte als Einstieg vllt. Interesse finden:


https://aeon.co/essays/when-homer-envisioned-achilles-did-he-see-a-black-man

* dt. Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=q5Jya-8TzRY
Re: Antike und Hautfarbe
Γραικύλος schrieb am 05.02.2026 um 18:26 Uhr (Zitieren)
Interessant!

Ich erinnere mich, daß hier schonmal von zwei Aspekten dieses Themas die Rede war:
1. der Gebrauch von Farbadjektiven in griechischen Texten, der uns befremdlich erscheint; das Beispiel war - so sagt es mein Gedächtnis - die Farbe des Meeres;
2. die Frage, ob in in welchem Sinne Griechen in der Kategorie von Rassen dachten.

Die entsprechenden Threads anzugeben, damit bin ich momentan überfordert. Die Stichwörter "Farbe" und "Rasse" reichen bei unserer Suchwortfunktion (die immer nur die letzten 50? Fälle angibt) vermutlich nicht aus.

"Hell" = im Hause wirkend, also Frauen; "dunkel" = draußen tätig, also Männer - das kommt wohl so hin.
Re: Antike und Hautfarbe
Γραικύλος schrieb am 05.02.2026 um 18:39 Uhr (Zitieren)
Eines habe ich gefunden, und siehe da, es war nicht das Meer, sondern der Himmel:

https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=1280#6

2011. Da muß man sich nicht mehr an alles erinnern.
Re: Antike und Hautfarbe
Γραικύλος schrieb am 05.02.2026 um 18:43 Uhr (Zitieren)
Hier gab's mal eine Frage zu Rassismus und Barbarenttum - aber keine Diskussion dazu, und das ist auch nicht die Stelle, die ich meine:

https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=1888#1
Re: Antike und Hautfarbe
Γραικύλος schrieb am 05.02.2026 um 18:47 Uhr (Zitieren)
Hier wird ein "protorassistisches Denken" in der Antike diskutiert:

https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=8006#15
Re: Antike und Hautfarbe
Γραικύλος schrieb am 06.02.2026 um 00:26 Uhr (Zitieren)
Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 06.02.2026 um 06:17 Uhr (Zitieren)
solange umgekehrt zb. Aida und Othello von weissen gespielt werden dürfen, ist es ok. Jeder darf jede Rolle einnehen in einer Fiktion.

Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 06.02.2026 um 07:07 Uhr (Zitieren)
... Kunstfreiheit. Auch Concita Wurst koennte die Rolle spielen.

Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 06.02.2026 um 07:39 Uhr (Zitieren)
... die Szene worin Odysseues Gefährten in Schweine verwandelt werden, haben die Tiere die gleiche Hautfarbe wie die verwandelten Menschen?

Kann man aufwendig erforschen, wenn man es erst mal für wichtig erklärt hat.






Re: Antike und Hautfarbe
Γραικύλος schrieb am 06.02.2026 um 10:00 Uhr (Zitieren)
Liegt die Grenze nicht dort, wo das Anderssein aufgrund der Hautfarbe und dessen Folgen selbst zum Thema werden?
Othello kann ich mir weiß nur inmitten einer schwarzen Gesellschaft vorstellen.
Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 06.02.2026 um 10:25 Uhr (Zitieren)
Othello kann ich mir weiß nur inmitten einer schwarzen Gesellschaft vorstellen.


Helena schwarz nur inmitten einer schwarzen Gesellschaft?

Wenn Anderssein kein Thema ist, weil kein Anderssein da ist, wird es dann Thema wenn ein Anderssein auftauscht?
Kann ein Anderssein nur Thema sein, wenn es zuvor schon Thema war?
Ist bei schwarzen Figuren die Farbe immer Thema, bei weissen nur manchmal?
Kann ein schwarzer zb. einen höheren Nazi spielen?
Muss Anderssein verschwinden, damit es kein Thema ist?

Fragen über Fragen.

Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 06.02.2026 um 10:29 Uhr (Zitieren)
sry. tippo

auftauscht auftaucht
Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 06.02.2026 um 12:51 Uhr (Zitieren)
Zufällig sah ich die Serie "ein Gentleman in Moskau". Der Plot ist in der Stalinzeit angesiedelt. In die damalige Moskauer Gesellschaft wurden gleich mehrere schwarze Schauspieler rein platziert, das wirkt als sei es dem heutigen Zeitgeist geschuldet, nicht dem histor. Hintergrund der Serie.
Bei anderen Serien und Filmen gibt es ähnliches.

Ob man das als schön empfindet, ist Geschmacksache. Und über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Re: Antike und Hautfarbe
Γραικύλος schrieb am 06.02.2026 um 13:45 Uhr (Zitieren)
Ausgehend von dem vorgegebenen Text spielt bei Othello die Hautfarbe eine entscheidende Rolle, bei den Helena-Texten nicht. Insofern ist man da in der heutigen Gestaltung freier. Vielleicht handelte es sich bei Zeus' Auftritt gegenüber Leda sogar um einen schwarzen Schwan?

Figuren gegen den klassischen Kontext zu besetzen und auf diese Weise das Anderssein ohne unmittelbaren Bezug zur Vorlage zum Thema zu machen, kann interessant sein.

Beispiel: Viele der führenden Nazis, Hitler inkl., entsprachen nicht ihren eigenen rassischen Idealen. "Lieber Gott, mach mich blind, / Daß ich Goebbels arisch find'!" Diesen Umstand könnte man deutlicher hervorkehren, indem man die Rolle Adolf Hitlers mit einem Schwarzen besetzt ... und seine gesamte Umgebung ignoriert diesen Umstand wie den sprichwörtlichen weißen Elephanten im Raum.
Ergibt das einen dramaturgischen Sinn? Ich meine, ja.
Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 06.02.2026 um 15:10 Uhr (Zitieren)
Ergibt das einen dramaturgischen Sinn? Ich meine, ja.


Ein fähiger Künstler kann was draus machen aus der Idee. So denken wir als Unbefangene.

Im Kustbetrieb eingespannte stehen da vermutlich vor hohen Hürden.
Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 07.02.2026 um 08:26 Uhr (Zitieren)
zur Aktualität der Hautfarben,
Trump postete gerade eben die Obamas als Affen.

Da macht es keinen Spass mehr über Hautfarben in der Antike zu philosophieren.

:(


Re: Antike und Hautfarbe
Γραικύλος schrieb am 07.02.2026 um 11:34 Uhr (Zitieren)
Das Deprimierendste (für mich) ist, wieviele Menschen ihm dennoch schmeicheln und ihn hofieren.

Im Märchen riefe jetzt ein Kind: "Der Kaiser ist ja nackt!", und die Sache wäre erledigt. Im wirklichen Leben gibt es anscheinend kein Mittel gegen ihn.
Re: Antike und Hautfarbe
Quoth schrieb am 07.02.2026 um 11:37 Uhr (Zitieren)
Zitat von Persephone am 5.2.26, 16:54Da dzt. aus Anlass von Christopher Nolans Verfilmung* der Odyssee und des Gerüchts, er habe Helena mit einer schwarzen Schauspielerin besetzt


Erinnert an den Entrüstungssturm 1961, als Wolfgang Wagner die Rolle der Venus im "Tannhäuser" mit Grace Bumbry besetzte.
Re: Antike und Hautfarbe
Quoth schrieb am 07.02.2026 um 11:41 Uhr (Zitieren)
Nein, es war Wieland Wagner, der das wagte.
Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 07.02.2026 um 11:53 Uhr (Zitieren)
... in der Oper geht Stimme vor Optik.

Bei Helena wäre es sinnlos zu kritisieren, bevor man den Film sah. Die Wirkung kann positiv oder negativ sein, beides ist mgl.




Re: Antike und Hautfarbe
Patroklos schrieb am 07.02.2026 um 11:55 Uhr (Zitieren)
Dank für eine schöne Alliteration. Ein Dreier-W ist bestimmt selten.
Re: Antike und Hautfarbe
βροχή schrieb am 07.02.2026 um 12:00 Uhr (Zitieren)
... stimmt, das fiel mir nicht auf.
Sogar 3 Buchstaben stimmmen überein, nicht nur w.
Re: Antike und Hautfarbe
Bukolos schrieb am 07.02.2026 um 12:29 Uhr (Zitieren)
Zitat von Patroklos am 7.2.26, 11:55Ein Dreier-W ist bestimmt selten

Aber thematisch mehr als angemessen (Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege! Wagalaweia! Wallala, weiala weia!)
Re: Antike und Hautfarbe
Quoth schrieb am 07.02.2026 um 13:39 Uhr (Zitieren)
Es war ein genialer Akt, um die Musik Wagners aus der Umklammerung durch den rassistischen Nationalsozialismus zu befreien.
 
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