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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
M. Cato über Bordelle (348 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 03.02.2026 um 00:02 Uhr (Zitieren)
Horaz, Satiren I 2, 28-35:
[...] sunt qui nolint tetigisse nisi illas
quarum subsuta talos tegat instita veste,
contra alius nullam nisi olenti in fornice stantem.
quidam notus homo cum exiret fornice, „macte
virtute esto” inquit sententia dia Catonis;
„nam simul ac venas inflavit taetra libido,
huc iuvenes aequom est descenere, non alienas
permolere uxores.” [...]

[...] Den einen reizen Damen, die ehrbar ihre Knöchel mit dem Falbelkleid verhüllen, den andern nur die feile Dirne im anrüchigen Lokal. Aus solchem Haus kam einst ein junger Mensch: „gepriesen sei deine Tugend!“ rief Cato, dem er bekannt, in seiner tiefen Weisheit; „wem eklige Sinnenlust die Adern schwellen läßt, der Jüngling gehe lieber hier hinab statt andrer Leute Frauen vorzunehmen.“ [...]

(Horaz: Sämtliche Werke. Hrsg. v. Hans Färber. München 1967; Satiren, S. 14 f.)


Der Horaz-Kommentar des Ps.-Acro überliefert eine Variante:
When Cato had seen a young man emerging from a brothel, he praised him and said: “Be blessed for your new virtue, boy.” When Cato was passing by, someone emerged from a brothel; when he avoided him, he [Cato] called him back and praised him. Later, when he [Cato] had seen him emerge more frequently from the same brothel, he is said to have commented: “Young man, I have praised you, as someone dropping in here, not as someone living here [adulescens, ego te laudavi, tamquam huc intervenires, non tamquam hic habitares].”

(Cato – Orations, Other Fragments. Ed. by Gesine Manuwald. Cambridge/Mass. – London 2023, pp. 328 sq.)

Re: M. Cato über Bordelle
Quoth schrieb am 03.02.2026 um 06:18 Uhr (Zitieren)
Cato anerkennt, dass Prostitution einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung von Einehe und Patriarchat leistet, dass also auch die sie nutzenden "Freier" anerkennenswert sind. Interessant, weil das Sexkaufverbot, das sog. schwedische Modell, auch bei uns wieder diskutiert wird.
Re: M. Cato über Bordelle
Aurora schrieb am 03.02.2026 um 09:04 Uhr (Zitieren)
non alienas
permolere uxores.”

per-molo, ere, zermahlen, zerstampfen, grana piperis, Ser. Samm. 334: dah. uxores alienas = beschlafen, Hor. sat. 1, 2, 35.

das sog. schwedische Modell, auch bei uns wieder diskutiert wird.

Allen voran Frau Klöckner, die neue Partnerin von Jörg Pilawa
https://www.spiegel.de/politik/prostitution-julia-kloeckner-nennt-deutschland-puff-europas-a-0f5d8d97-657d-4263-a174-b7fbc252ca07[

Klöckner ist katholisch und geschieden.
Sie hat u.a. kath. Theologie studiert.
in Bad Kreuznach studierte Klöckner Politikwissenschaft, katholische Theologie sowie Pädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz[5] und schloss 1998 mit dem Grad der Magistra Artium ab. Das Thema ihrer Magisterarbeit lautete Struktur und Entwicklung der europäischen Weinmarktpolitik. Zusätzlich legte sie die Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Sozialkunde und katholische Religionslehre ab.[6]

Ihr Privatleben schirmt Klöckner vor der Öffentlichkeit ab. Von 2000 bis 2017 war sie mit dem Medienmanager Helmut Ortner liiert Im April 2019 heiratete sie in Südafrika standesamtlich den Inhaber eines Oldtimer-Zentrums Ralph Grieser (* 1970).[17] Im September 2019 folgte die kirchliche Trauung in Klöckners Heimatkirche in Guldental.[18] 2023 trennte sich das Paar.[19] Im August 2025 wurde Klöckners Beziehung mit dem Fernsehmoderator Jörg Pilawa bekannt.

Damit lebt sie im Stand der Sünde und begeht Ehebruch.
Dauerhafter Ehebruch: Als „Ehebrecherin“ im strengen kirchenrechtlichen Sinn würde eine Person erst dann gelten, wenn sie nach der Trennung eine neue sexuelle Beziehung eingeht oder gar erneut zivil heiratet, während die erste kirchliche Ehe noch besteht (und nicht annulliert wurde).

Dass ihre neue Beziehung sexfrei ist, darf bezweifelt werden.
Re: M. Cato über Bordelle
Patroklos schrieb am 03.02.2026 um 10:21 Uhr (Zitieren)
Das Thema sollte auch von der pekuniären Seite her erörtert werden. Hier ein Hinweis:
Im „Ulysses“, Kap.15, sagt eine Hure zu zwei (vermeintlichen) Studenten, die vorübergehen:
All prick and no pence.
Re: M. Cato über Bordelle
βροχή schrieb am 03.02.2026 um 13:58 Uhr (Zitieren)
@Aurora

Was zu Geier haben Spekulationen ueber das aktuelle private Sexleben einer realen Persönlichkeit, egal welcher, mit einem Antikenforum zu tun?
Re: M. Cato über Bordelle
Γραικύλος schrieb am 03.02.2026 um 14:32 Uhr (Zitieren)
Cato sieht einen Wert in der Prostitution, eine Art Ventilfunktion - anders die Anhänger des Sexkaufverbots nach dem schwedischen Modell.
Soweit kann ich der Diskussion folgen.

Bei Frau Klöckners Privatleben hört es dann auch für mich auf, nicht nur für βροχή.
Re: M. Cato über Bordelle
Patroklos schrieb am 03.02.2026 um 15:04 Uhr (Zitieren)
Ob sich Frau Klöckner im Sinne des katholischen Kirchenrechts in statu peccati befindet, ist sehr leicht mittels einer Anfrage an die Frau Bundestagspräsidentin zu klären. Aurora könnte diese Aufgabe interessehalber übernehmen.
Re: M. Cato über Bordelle
meine Meinung schrieb am 03.02.2026 um 15:08 Uhr (Zitieren)
das sog. schwedische Modell, auch bei uns wieder diskutiert wird.

Es war wohl die Reaktion auf diese Bemerkung von dir,
die auch nichts direkt mit der Antike zu tun hat.
Außerdem gab es viel Religöses hier in letzter Zeit,
Ich würde es als Smalltalkerei sehen.
Für mich ist das amüsant.
Frau Klöckner ist m.E. voller Widersprüche.
Ich denke, Sie selber würde auch gerne die 1.
Bundespräsidentin werden.
Wulf war auch relativ jung.
Ich halte sie für karrieresüchtig, um nicht
karrieregeil zu sagen.
Intellektuell hat sie m.E. klare Grenzen.
Auf mich wirkt sie bisweilen naiv und v.a.
populistisch bis anbiedernd.

Für mich machen solche Einlassungen das Forum noch amüsanter,
als es ohnehin schon ist.
Es gab schon wieder über 70 Aufrufe in kurzer Zeit.

broche fühlt sich wohl als Frau angegriffen.
Doch Aurora hat nur Tatsachen erwähnt.

PS.
Es gibt m.E. viel bessere und kompetentere
Aspirantinnen auf das o.g. Amt.
Und ich gebe zu: Die Klöckner ist mir höchst
unsympathisch mit ihrer aufgesetzten und für mich schleimigen Art.
Ich hätte mir eine andere Frau als Bundestagspräsidentin gewünscht.
Warum man sie genommen hat, verstehe ich nicht.
Nur weil sie sich gut verkaufen kann und relativ gut aussieht??
Über weitere Gründe will ich lieber nicht spekulieren,
denke aber gerade auch an die Schauspielbranche.

Ich habe nichts gegen geschiedene und
wiederverheiratete Katholiken/innen.
Man kann auch als Geschiedene/r ein guter
Christ sein und glaubwürdiger.
Klöckner ist für mich aber unglaubwürdig,
um nicht scheinheilig zu sagen,

Aktuelle Rolle: Bundestagspräsidentin (seit März 2025).

Hauptkritikpunkt: Mangelnde Überparteilichkeit. Kritiker werfen ihr vor, das zweithöchste Staatsamt zu sehr für Unions-Parteipolitik zu nutzen.

Umfragewerte (Forsa 2025):

45 % der Befragten halten sie für nicht überparteilich.

Nur 31 % empfinden ihre Amtsführung als neutral.

Polarisierungs-Faktor: Sehr hoch. Während sie bei CDU/CSU-Anhängern (ca. 53 % Zustimmung) beliebt ist, erfährt sie von Grünen (61 % Ablehnung) und Linken (64 % Ablehnung) starke Kritik.

Gründe für die kontroverse Wahrnehmung:

Medien-Eklat: Kritik für die Gleichsetzung von etablierten Medien (wie der taz) mit rechtspopulistischen Portalen (wie Nius).

Rigorose Sitzungsleitung: Strenges Durchgreifen im Plenum (z. B. Verbote von Symbolik), was als "autoritär" oder "notwendige Ordnung" (je nach Sichtweise) gewertet wird.

Soziale Medien: Ihr offensives Auftreten auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) wird oft als unvereinbar mit der Würde ihres Amtes kritisier
t.
Re: M. Cato über Bordelle
βροχή schrieb am 03.02.2026 um 15:17 Uhr (Zitieren)
broche fühlt sich wohl als Frau angegriffen.
Doch Aurora hat nur Tatsachen erwähnt.


What?!

Re: M. Cato über Bordelle
info schrieb am 03.02.2026 um 16:03 Uhr (Zitieren)
Man sucht nach Gründen für deine Überreaktion.
Du hast nicht zum ersten Mal überreagiert.
Re: M. Cato über Bordelle
βροχή schrieb am 03.02.2026 um 16:32 Uhr (Zitieren)
... jmd. fantasiert darüber was ein anderer Foremteilnehmer fühlt, wie aufdringlich.
Re: M. Cato über Bordelle
Patroklos schrieb am 03.02.2026 um 16:48 Uhr (Zitieren)
Takt:
guter Ton im gesellschaftlichen Verkehr, Gefühl für Schicklichkeit im Umgang mit Menschen’, entlehnt aus lat. tāctus.
Re: M. Cato über Bordelle
Bukolos schrieb am 03.02.2026 um 17:49 Uhr (Zitieren)
Zitat von meine Meinung am 3.2.26, 15:08broche fühlt sich wohl als Frau angegriffen.

Das Auftreten einer Person unter verschiedenen Nicknames (Aurora, meine Meinung, info etc.) ist eine Sache, aber sexistische Kommentare sind einfach inakzeptabel.
Re: M. Cato über Bordelle
Moderator schrieb am 03.02.2026 um 18:14 Uhr (Zitieren)
Die Beiträge dieser "Diskussion" bleiben zu Dokumentationszwecken stehen.
In weiteren, ähnlichen Fällen wird ohne weiteres gelöscht.

Es soll keiner sagen, es sei nicht gewarnt worden.
Re: M. Cato über Bordelle
βροχή schrieb am 03.02.2026 um 20:14 Uhr (Zitieren)
Danke. Ich möchte niemanden ärgern.

Re: M. Cato über Bordelle
Persephone schrieb am 04.02.2026 um 12:11 Uhr (Zitieren)
Auf mich wirkt das wie eine parodistische Steigerung eines Hauptthemas der Satire: dum stulti vitia vitant, in contraria currunt. Die moralische Strenge Catos nimmt komische Züge an und führt aufgrund des Unverständnisses, dass es sich nicht um beliebig austauschbare Objekte der sex. Befriedigung handelt, zur paradoxen Lösung der tugendhaften Unzucht. Auch sprachlich hat die göttliche Weisheit was von einer Karikatur, die zwischen aufgeblasener Umschreibung der Erregung/Erektion und rustikaler Plattheit (permolere) schwankt, also stilistisch von einem Übel ins andere fällt wie die stulti.

Kann jemand den Perfekt-Inf. tetigisse erklären? Geht's da um einen Aspekt? Die KI sagt, das sei resultativ zu verstehen. Ergibt für mich keinen Sinn.
Re: M. Cato über Bordelle
Patroklos schrieb am 04.02.2026 um 12:39 Uhr (Zitieren)
Cato kannte naturgemäß nicht 1 Korinther, 7,9, erst recht nicht übersetzt von Luther:
„denn es ist besser, zu heiraten, als in Begierde zu brennen.“
πυροῦσθαι in der ΚΑΙΝΗ.
 
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