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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Tod des Kaisers Julian #2 (119 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 25.01.2026 um 00:01 Uhr (Zitieren)
Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte XXV 3:
Bei dem Versuch, ihn mit der rechten Hand herauszureißen, bemerkte der Kaiser, daß er sich an der beiderseits scharfen Eisenspitze die Sehnen der Finger durchschnitt, und stürzte vom Pferd. Sofort liefen die Zunächststehenden herbei und brachten ihn ins Lager, wo ihn die Ärzte behandelten.

Bald ließ der Schmerz etwas nach, er faßte wieder Mut und kämpfte gewaltig gegen das Ende an. Er rief nach den Waffen und nach seinem Pferd, um in den Kampf zurückzukehren und das Vertrauen seiner Soldaten wiederherzustellen. Sie sollten sehen, wie er, unbekümmert um seine Person, nur von der Sorge um das Wohlergehen anderer mächtig erfüllt war. Ihn beseelte dieselbe Kraft, freilich in einer unähnlichen Lage, wie Epaminondas, den bekannten Heerführer (1), der bei Mantinea, tödlich verwundet, aus dem Kampf nach hinten gebracht wurde und voll unruhiger Sorge nach seinem Schild fragte. Als er diesen in der Nähe erblickte, starb er frohen Mutes an seiner Wunde. Er, der unerschrocken den Geist aufgab, fürchtete den Verlust des Schildes. (2)

Doch die Kräfte versagten Julian den Dienst. Der Blutverlust schwächte ihn, und er blieb still liegen, denn die Hoffnung, weiter zu leben, war geschwunden, als er auf seine Frage hin erfuhr, die Gegend, in der er gefallen war, heiße Phrygien. Er hatte nämlich gehört, daß er hier nach dem ihm vorgezeichneten Los sterben werde.

Als man den Kaiser ins Zelt getragen hatte, stürzten die Soldaten mit unglaublichem Kampfeseifer, glühend vor Wut und Schmerz, vorwärts, um Rache zu nehmen. Mit den Lanzen schlugen sie gegen die Schilde, fest entschlossen, selbst den Tod zu erleiden, wenn es das Schicksal so wollte. Zwar legte sich der hoch aufgewirbelte Staub auf die Augen, und die zunehmende Hitze brachte die Behendigkeit der Glieder zum Erlahmen, doch zeigten sich die Soldaten wie von Sinnen [exauctoratus] und stürmten nach dem Verlust ihres Feldherrn rücksichtslos gegen die Schwerter.

Auf der anderen Seite schossen die Perser mutig ganze Wolken von Pfeilen ab. Sie entzogen sich dem Anblick der Gegner, denn langsam schritten die Elefanten vor ihnen her und jagten Menschen und Pferden durch ihre riesigen Leiber und ihre furchtbaren Kopfaufsätze Furcht ein.

(Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte. Herausgegeben von Wolfgang Seyfarth. 4 Teile, Darmstadt 1970; Teil 3, S. 161-167)

(1) von Theben (im Kampf gegen die Spartaner)
(2) Vgl. Valerius Maximus 3,2 ext. 5 und Cornelius Nepos, Epaminondas 9,3

 
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