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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Wie kam Jesus zu seiner Lehre? (104 Aufrufe)
meine Meinung schrieb am 23.01.2026 um 12:30 Uhr (Zitieren)
Von KI (Gemini) erhalte ich folgende Infos?

Quellen von Jesu Überzeugungen (Historisch-kritische Zusammenfassung)

Prophetische Tradition: Jesus wurzelte tief in den Schriften Israels. Besonders die Propheten (Jesaja, Hosea) prägten seine Überzeugung, dass Barmherzigkeit wichtiger ist als Opferrituale.

Impuls durch Johannes den Täufer: Die Taufe durch Johannes war der historische Wendepunkt. Jesus übernahm die „Naherwartung“ (Gott handelt bald), wandelte die Drohbotschaft des Täufers aber in eine frohe Botschaft vom rettenden Reich Gottes um.

Soziale Erfahrung in Galiläa: Die Konfrontation mit Armut, Krankheit und römischer Besatzung formte seine Überzeugung, dass Gottes neue Welt (Basileia) zuerst den Leidenden und Ausgegrenzten gehört.

Die Abba-Beziehung: Die zentrale Quelle war seine charismatische Gotteserfahrung. Die Anrede Gottes als „Abba“ (Vater) zeigt ein Bewusstsein unmittelbarer Nähe und Vollmacht, das ihn zur souveränen Auslegung der Thora befähigte.

Weisheitliche Beobachtung: Seine Gleichnisse zeigen, dass er Gottes Wirken in der Natur und im Alltag (Saat, Ernte, Backen) sah. Er war überzeugt, dass das Göttliche im profanen Leben gegenwärtig ist.



Die Beobachtung des Menschen als Erkenntnisquelle Jesu

Der scharfe Blick für das Soziale: Jesus war ein präziser Beobachter von Machtstrukturen und menschlichen Schwächen. Er sah, wie „die Herrscher ihre Völker unterdrücken“ (Mk 10,42) und folgerte daraus sein Gegenmodell des Dienens.

Alltagspsychologie in den Gleichnissen: Seine Geschichten (vom barmherzigen Samariter, vom verlorenen Sohn oder den spielenden Kindern auf dem Markt) zeigen, dass er menschliche Regungen wie Neid, Angst, Freude und Sturheit genau analysierte.

Entlarvung von Fassaden: Er erkannte die Diskrepanz zwischen öffentlicher religiöser Darstellung und innerer Gesinnung (Pharisäerkritik). Seine Überzeugung „Was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein“ (Mt 15,11) basiert auf der Beobachtung, dass das Handeln im Herzen beginnt.

Natur- und Lebensgesetze: Er beobachtete Bauern, Fischer und Hausfrauen. Aus dem Wachstum eines Senfkorns oder dem Backen von Brot leitete er ab, wie das Reich Gottes funktioniert – organisch, unaufhaltsam und im Kleinen beginnend.

Heilung durch Wahrnehmung: Seine Heilungen begannen oft damit, dass er jemanden „sah“. Er erkannte die psychosomatischen Zusammenhänge von Schuldgefühl und Krankheit („Deine Sünden sind dir vergeben“), was auf eine tiefe Menschenkenntnis hindeutet.


In den 30 Jahren vor seinem Auftreten hatte er
m.E.viel Zeit zum Menschenstudium.
Mit der nötigen Empathie und den Blick
auf das, wo der Schuh drückt,kann man auf vieles
von dem kommen,was er später lehrte.
Ich neige immer mehr zu der Ansicht, dass man
Jesus psychoanalytisch auflösen und seine Wirkung
erklären kann.
In einem Satz: Man muss nur humanistisch genug sein veranlagt
und biophiler, radikaler Philanthrop sein um wie er auftreten zu können.

Viele theologische Probleme sind m.E.Scheinprobleme,
die sich per mens sana erklären lassen ohne schwere
exegetische Geschütze auffahren , also nicht mit Kanonen
auf Spatzen schießen zu müssen.
Es wäre höchste Zeit für eine Christopsychologie.
Re: Wie kam Jesus zu seiner Lehre?
Γραικύλος schrieb am 23.01.2026 um 15:45 Uhr (Zitieren)
Bei jeder mythologischen und/oder psychoanalytischen Deutung des Christentums kommt man freilich mit der klaren Aussage des Paulus im 1. Korintherbrief (15, 13 f.) in Konflikt:
Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Predigt sinnlos, sinnlos auch euer Glaube.

Die Sehnsucht nach Auferstehung und ewigem Leben ist nach meinem Eindruck ein starkes Motiv für den Glauben vieler Christen. Das entfiele dann.

Der Deutung als "radikaler Philanthrop" steht Jesu Selbstverständnis als Jude, gesandt nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel, im Weg.

Aber es macht sich halt jede Zeit ihren "own personal Jesus".
Re: Wie kam Jesus zu seiner Lehre?
Andreas schrieb am 23.01.2026 um 16:26 Uhr (Zitieren)
Die Sehnsucht nach Auferstehung und ewigem Leben ist nach meinem Eindruck ein starkes Motiv für den Glauben vieler Christen. Das entfiele dann.

Es kommt auf die Interpretation der Auferstehung an:
Willy Marxsen:
Bultmann sah den Beginn des Christentums erst nach Kreuzigung und Auferstehung Jesu (Christus-Kerygma), für Marxsen gab es eine ungebrochene Kontinuität zwischen dem durch das Wirken des Menschen Jesus schon zu dessen Lebzeiten hervorgerufenen Glauben und dem nachösterlichen christlichen Glauben (Jesus-Kerygma). Marxsen formulierte in seinen Lehrveranstaltungen sinngemäß stets: „Ostern bedeutet, dass der am Kreuz ‚gescheiterte‘ Glaube neu gewagt wurde“, wobei er die Inhalte des nachösterlichen Glaubens als im Prinzip die gleichen sah wie diejenigen zur Zeit des Lebens und Wirkens Jesu. Er bezeichnete die Auferstehung Jesu als „Widerfahrnis des Sehens“ gegenüber seinen Jüngern und als ein „zeitbedingtes Interpretament“.


Widerfahrnis als Bewusstwerdungsprozess:
Definition: Das „Widerfahrnis des Sehens“ ist die psychologische Transformation von der Trauer und dem Scheitern hin zur Gewissheit der bleibenden Gegenwart der Sache Jesu.

Psychologische Sicht: Es handelt sich um eine kognitive und emotionale Umstrukturierung. Das Subjekt erkennt, dass die Werte und die Freiheit, die Jesus vermittelte, eine innere Realität sind, die vom äußeren Schicksal des Lehrers unabhängig ist.
Konsequenz: Ostern ist demnach nicht die Wiederbelebung eines Leichnams, sondern die Auferstehung des Bewusstseins der Jünger aus der Lähmung der Angst.

Der Deutung als "radikaler Philanthrop" steht Jesu Selbstverständnis als Jude, gesandt nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel, im Weg.

Ob der historische Jesus das wirklich so sah?
M.E. spricht seine Radikalität eher dagegen.
Warum sollte sein Gottesbild nicht für alle Menschen gelten,
wenn sein Gott der einzig wahre Gott ist, der alles und alle geschaffen hat?
Re: Wie kam Jesus zu seiner Lehre?
Γραικύλος schrieb am 23.01.2026 um 18:42 Uhr (Zitieren)
ein „zeitbedingtes Interpretament“.

Das hat dann ja wohl Folgen für die Frage, ob ich auferstehen und in das ewige Leben eingehen werde. Keine unwichtige Frage für einen Christen, oder?
Warum sollte sein Gottesbild nicht für alle Menschen gelten,
wenn sein Gott der einzig wahre Gott ist, der alles und alle geschaffen hat?

Diese Frage ist einfach zu beantworten, wenn man bedenkt, daß Jesus Jude war. Juden sehen sich in einem sehr speziellen Bezug zu Gott, als sein auserwähltes Volk.

Nicht zufällig lautet der von Jesus gebrauchte Begriff "Nächstenliebe", nicht "Menschenliebe".
Re: Wie kam Jesus zu seiner Lehre?
Γραικύλος schrieb am 23.01.2026 um 18:50 Uhr (Zitieren)
Mt 10, 5-7 müßte Dir doch zu denken geben, oder?
Mt 28, 18-20 hingegen gilt als eindeutig nicht historisches Wort Jesu.
 
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