meine Meinung schrieb am 23.01.2026 um 12:30 Uhr (Zitieren)
Von KI (Gemini) erhalte ich folgende Infos?
In den 30 Jahren vor seinem Auftreten hatte er m.E.viel Zeit zum Menschenstudium.
Mit der nötigen Empathie und den Blick
auf das, wo der Schuh drückt,kann man auf vieles
von dem kommen,was er später lehrte.
Ich neige immer mehr zu der Ansicht, dass man
Jesus psychoanalytisch auflösen und seine Wirkung
erklären kann.
In einem Satz: Man muss nur humanistisch genug sein veranlagt
und biophiler, radikaler Philanthrop sein um wie er auftreten zu können.
Viele theologische Probleme sind m.E.Scheinprobleme,
die sich per mens sana erklären lassen ohne schwere
exegetische Geschütze auffahren , also nicht mit Kanonen
auf Spatzen schießen zu müssen.
Es wäre höchste Zeit für eine Christopsychologie.
Re: Wie kam Jesus zu seiner Lehre?
Γραικύλος schrieb am 23.01.2026 um 15:45 Uhr (Zitieren)
Bei jeder mythologischen und/oder psychoanalytischen Deutung des Christentums kommt man freilich mit der klaren Aussage des Paulus im 1. Korintherbrief (15, 13 f.) in Konflikt:
Die Sehnsucht nach Auferstehung und ewigem Leben ist nach meinem Eindruck ein starkes Motiv für den Glauben vieler Christen. Das entfiele dann.
Der Deutung als "radikaler Philanthrop" steht Jesu Selbstverständnis als Jude, gesandt nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel, im Weg.
Aber es macht sich halt jede Zeit ihren "own personal Jesus".
Re: Wie kam Jesus zu seiner Lehre?
Andreas schrieb am 23.01.2026 um 16:26 Uhr (Zitieren)
Es kommt auf die Interpretation der Auferstehung an:
Willy Marxsen:
Widerfahrnis als Bewusstwerdungsprozess:
Definition: Das „Widerfahrnis des Sehens“ ist die psychologische Transformation von der Trauer und dem Scheitern hin zur Gewissheit der bleibenden Gegenwart der Sache Jesu.
Psychologische Sicht: Es handelt sich um eine kognitive und emotionale Umstrukturierung. Das Subjekt erkennt, dass die Werte und die Freiheit, die Jesus vermittelte, eine innere Realität sind, die vom äußeren Schicksal des Lehrers unabhängig ist.
Konsequenz: Ostern ist demnach nicht die Wiederbelebung eines Leichnams, sondern die Auferstehung des Bewusstseins der Jünger aus der Lähmung der Angst.
Ob der historische Jesus das wirklich so sah?
M.E. spricht seine Radikalität eher dagegen.
Warum sollte sein Gottesbild nicht für alle Menschen gelten,
wenn sein Gott der einzig wahre Gott ist, der alles und alle geschaffen hat?
Re: Wie kam Jesus zu seiner Lehre?
Γραικύλος schrieb am 23.01.2026 um 18:42 Uhr (Zitieren)
Das hat dann ja wohl Folgen für die Frage, ob ich auferstehen und in das ewige Leben eingehen werde. Keine unwichtige Frage für einen Christen, oder?
Diese Frage ist einfach zu beantworten, wenn man bedenkt, daß Jesus Jude war. Juden sehen sich in einem sehr speziellen Bezug zu Gott, als sein auserwähltes Volk.
Nicht zufällig lautet der von Jesus gebrauchte Begriff "Nächstenliebe", nicht "Menschenliebe".
Re: Wie kam Jesus zu seiner Lehre?
Γραικύλος schrieb am 23.01.2026 um 18:50 Uhr (Zitieren)
Mt 10, 5-7 müßte Dir doch zu denken geben, oder?
Mt 28, 18-20 hingegen gilt als eindeutig nicht historisches Wort Jesu.