Eine weitere frühchristliche Apokalypse (113 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 07.01.2026 um 15:11 Uhr (Zitieren)
4 Esra 7, 31-36
Das 4. Buch Esra gehört zu den apokryphen christlichen Schriften, entstanden ca. 100 u.Z.
[...]Die Erde gibt wieder, die darinnen ruhen, der Staub läßt los, die darinnen schlafen, die Kammern erstatten die Seelen zurück, die ihnen anvertraut sind.
Der Höchste erscheint auf dem Richterthron: dann kommt das Ende, und das Erbarmen vergeht, das Mitleid ist fern, die Langmut verschwunden;
mein Gericht allein wird bleiben, die Wahrheit bestehen, der Glaube triumphieren;
der Lohn folgt nach, die Vergeltung erscheint; die guten Taten erwachen, die bösen schlafen nicht mehr.
Dann erscheint die Grube der Pein und gegenüber der Ort der Erquickung; der Ofen der Gehenna wird offenbar und gegenüber das Paradies der Seligkeit.
Da wird der Höchste sprechen zu den Völkern, die erweckt sind: Nun schaut und erkennet den, den ihr geleugnet, dem ihr nicht gedient, dessen Gebote ihr verachtet!
Schaut nun hinüber und herüber: hier Seligkeit und Erquickung, dort Feuer und Pein! Diese Worte wird er zu ihnen am Tage des Gerichts sprechen.[/quote] (Die Apokryphen. Verborgene Bücher der Bibel. Hrsg. v. Erich Weidinger. Aschaffenburg 1985, S. 271)
Re: Eine weitere frühchristliche Apokalypse
Γραικύλος schrieb am 07.01.2026 um 15:11 Uhr (Zitieren)
Das 4. Buch Esra ist eine pseudepigraphische, christianisierte Apokalypse
jüdischer Herkunft, die wohl um 100 n. Chr. entstanden ist. https://de.wikipedia.org/wiki/4._Buch_Esra
Re: Eine weitere frühchristliche Apokalypse
βροχή schrieb am 08.01.2026 um 07:41 Uhr (Zitieren)
Mich fasziniert, wie die Sprachforscher in der Übersetzung eine andere komplett verschwundene Urfassung orten können.
Wenn G. XY Bibel-Texte ohne Kommentar einstellt, wirft das die Frage nach dem Grund auf. Warum wählt er solche Texte aus? Was treibt einen Nicht-Theologen dazu an, Texte ohne Kontext einzustellen, die ohne Exegese unverständlich bleiben?
Es ist schlimm genug, wie heute noch in Predigten mit bibl. Texten umgegangen wird. Da wird weiter als historisch verkauft, was nie stattgefunden hat und nur theologisch erklärbar ist. Aktuelles Beispiel: Kindermord von Bethlehem, die Weisen aus dem Morgenland und die Weihnachtsgeschichten bei Lukas und Matthäus oder die Jungfrauengeburt.
Rationalistische, an der modernen Logik geschulte Philosophen können an der Bibel nur scheitern v.a. wenn sie mit modernen humanistischen Maßstäben an sie herangehen, ein purer Anachronismus. Genauso könnte man Cäsars grausame Kriege am Menschenbild der Aufklärung messen. Dass das absurd wäre, wird niemand bestreiten.
Damit will ich die Bibel überhaupt nicht verteidigen. Sie ist voller Grausam- und Unmenschlichkeiten, sie wurde übelst missbraucht und wird es immer noch. Nur sollte man sich im Klaren sein, auf was man sich einlässt, wenn man die Bibel liest. Auch das NT ist in vielerlei Hinsicht fragwürdig (Homosexualität bei Paulus, die Trennung von vor- und nachösterlichem Jesus, die große Unterschiede bei den Evangelien u.v.m.)