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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1 (162 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 03.01.2026 um 18:06 Uhr (Zitieren)
Herodot, Historien VII 140-143:
140. Die Athener hatten nämlich Boten nach Delphi geschickt und waren bereit, das Orakel zu befragen. Als sie im Heiligtum die vorgeschriebenen Bräuche erfüllt hatten, in den Saal gekommen waren und sich niedergelassen hatten, gab ihnen die Pythia – sie hieß Aristonike – folgenden Spruch:

„Arme! Was sitzt ihr noch hier? Wohlan, bis ans Ende der Erde
Flieht aus dem Haus, aus der rundlichen Stadt hochragenden Felsen!
Nicht entgeht der Leib, nicht das Haupt dem grausen Verderben,
Nicht bleiben unten die Füße, die Hände nicht, nichts in der Mitte
Unverletzt; denn alles gilt nichts. Niederstürzt es zur Erde
Feuer und Ares‘ Wut, der auf syrischem Wagen einherfährt.
Doch die eine nicht nur, viele andere Burgen zerstört er,
Viele Tempel der Götter gibt er der verheerenden Flamme.
Jetzt schon stehen triefend von Schweiß die unsterblichen Götter,
Zitternd und bebend vor Furcht, von den obersten Zinnen der Tempel
Rinnt dunkles Blut, zum Zeichen des Zwanges des kommenden Unglücks.
Fort aus dem Heiligtum hier! Und wappnet den Sinn gegen Unheil!“

141. Als die Boten der Athener dies hörten, waren sie aufs tiefste erschüttert. Während sie sich schon infolge des geweissagten Unglücks aufgaben, riet ihnen Timon, der Sohn des Androbulos, einer der angesehensten Männer in Delphi: Sie sollten Ölzweige nehmen, noch einmal kommen und als Schutzflehende [ὡς ἱκέτας] das Orakel befragen. Das taten die Athener auch und baten: „Herr, gib uns einen besseren Spruch über unser Vaterland und achte diese Zweige hier, mit denen wir zu dir kommen; oder wir gehen nicht aus dem Heiligtum, sondern bleiben hier bis an unser Lebensende.“ Auf diese Worte verkündete die Oberpriesterin beim zweiten Mal folgendes:

„Selbst nicht Pallas [Athene] vermag den olympischen Zeus zu
erweichen,
wenn sie auch bittet und fleht mit Worten und kluger Beratung.
Dir aber sag ich zum andern ein Wort, das fest ist wie Demant:
Alles andre erliegt wohl dem Feind, was die Grenze des Kekrops
und die Schluchten Kithairons, des heiligen Berges, umfassen -
nur die hölzerne Mauer schenkt unverwüstet der Walter
Zeus seiner Tritogeneia [Athene], für dich und die Kinder zum Nutzen.
[τεῖχος Τριτογενεῖ ξύλινον διδοῖ εὐρύοπα Ζεὺς
μοῦνον ἀπόρηθον τελέθειν, τὸ σὲ τέκνα τ‘ ὀνήσει.]
Warte du nicht auf die Scharen von Reitern und Scharen des Fußvolks,
die zu Lande heranziehn, verbleibe nicht ruhig, nein, kehre
ihnen den Rücken und weiche: einst wirst du dich wider sie stellen.
Göttliches Salamis du, du mordest die Söhne der Frauen,
wenn man die Frucht der Demeter zerstreut oder einend sie bindet.“

[i][[Herodot: Historien. Herausgeben von Josef Feix. 2 Bde. München ²1977; Bd. II, S. 968-973][/quote]

Der Hintergrund der Ereignisse des Jahres 480 v.u.Z. dürfte bekannt sein: Xerxes ist mit Heer und Flotte im Anmarsch auf Griechenland.
Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
ZI schrieb am 04.01.2026 um 08:07 Uhr (Zitieren)
Weitere antike Hauptquellen:

Aischylos, Die Perser (Zeitgenössisches Drama von 472 v. Chr., verfasst von einem Augenzeugen der Schlacht).

Plutarch, Vita Themistoclis (Das Leben des Themistokles), Kapitel 10 (Fokus auf die politische Deutung der „hölzernen Mauer“).

Cornelius Nepos, Themistocles, Kapitel 2 (Römische Kurzbiographie über die Entscheidung zur Flottenstrategie).

Diodorus Siculus, Bibliotheke historike, Buch XI, Kapitel 12–13 (Darstellung der Perserkriege im Rahmen der Weltgeschichte).

Archäologische & Epigraphische Quellen:

Das Dekret von Troizen (Auch „Themistokles-Dekret“ genannt; Inschrift über die Evakuierung Athens, gefunden in Troizen).

Pausanias, Graeciae Descriptio (Beschreibung Griechenlands), Buch I (Berichte über die Denkmäler und Weihegeschenke in Athen nach dem Sieg).

Moderne Quellensammlungen:

Meiggs & Lewis, A Selection of Greek Historical Inscriptions, Nr. 23 (Standardwerk für die Inschrift von Troizen).


Die Quellen sind nicht wirklich unabhängig voneinander.
Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
Dietrich Feldhausen schrieb am 04.01.2026 um 09:04 Uhr (Zitieren)
Auch die KI (AI) lässt sich ja durch Suggestivfragen beeinflussen.
Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
βροχή schrieb am 04.01.2026 um 10:14 Uhr (Zitieren)
Dietrich, sei gewarnt vor KI.
KI ist KEINE Quelle. Was man es nicht auf anderem a Weg bestätigt, kann sich als frei erfundene Fake-info entpuppen. Das passiert leider nicht so selten.

Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
βροχή schrieb am 04.01.2026 um 10:15 Uhr (Zitieren)

Sorry tippo

Was man es nicht...
Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
Moderator schrieb am 04.01.2026 um 15:43 Uhr (Zitieren)
@ZI:
Bitte die formalen Kriterien an einen KI-Beitrag erfüllen:
Angabe des verwendeten KI-Modell und
Wortlaut der gestellten Frage(n).

Sonst wird der Beitrag gelöscht.
Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
Γραικύλος schrieb am 04.01.2026 um 16:06 Uhr (Zitieren)
Aber es ist schön, wenn Dietrich Feldhausen alias Quoth sich künftig hier beteiligt. Das freut mich. Ich kenne ihn von anderer Stelle und schätze ihn sehr.
Herzlich willkommen!
Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
βροχή schrieb am 04.01.2026 um 16:50 Uhr (Zitieren)
willkommen auch von mir
Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
Moderator schrieb am 05.01.2026 um 09:21 Uhr (Zitieren)
@ZI:

Deadline ist heute 18 Uhr
Re: Die beiden delphischen Orakel vor Salamis #1
ZI schrieb am 05.01.2026 um 11:12 Uhr (Zitieren)
Anfrage bei ChatGPD:
Nenne alle dir bekannten Quellen für Herodot, Historien VII 140-143:
 
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