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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Kapitänseid (191 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.01.2026 um 15:33 Uhr (Zitieren)
Wenn sich Titan des Morgens zur Bahn ob der Erde emporschwingt,
wenn er mit Strahlen vertreibt, was das nächtliche Dunkel geschadet,
und die glänzende Eos von neuem ihr Leuchten entsendet,
traun, dann führe den Mann an den Strand, und an wogenumrauschter
Küste lasse ihn stehn mit dem Antlitz zum Glanze der Sonne.
Laß ihn den rechten Fuß hinein in das Strömen der feuchten,
wirbelnden Wasser, den linken jedoch auf die Erde dann stellen;
mit den Händen darauf berühre er hüben die Meerflut,
drüben die Feste des Landes, und also den Eidschwur verbürgend,
soll er beim Himmel es schwören, der weiten Erde, den Häfen
und dem Spender des Lebens, dem Lenker des Feuers im Äther.
Denn einen solchen Eid mit dem Munde entweihend zu sprechen,
wagen sogar nicht die Götter, die stolzen Bewohner des Himmels.

[anonym; Anthologia Graeca XIV 72]
Re: Der Kapitänseid
Dietrich Feldhausen schrieb am 03.01.2026 um 10:43 Uhr (Zitieren)
Guten Morgen, Graeculus!
Schöner Text zum Jahresbeginn! Freue mich, Dich hier wieder anzutreffen! Möllerkies hat mir die vergessene Adresse vermittelt. Du kennst mich wahrscheinlich nur als Quoth. Bastle mir gerade eine Domain: quoth.de, auf der ich Dir den Beitrag meines Bruders "Naturwissenschaft und Religion" empfehle. Würde hier gerne meinen Beitrag über Polyxena und den Tod Achills wiederfinden ... Und von Dir erfahren, ob Du "Soll und Haben" gelesen und eine Meinung dazu hast. Ein gutes Neues Jahr wünscht Quoth alias Dietrich F.
Re: Der Kapitänseid
Dietrich Feldhausen schrieb am 03.01.2026 um 10:43 Uhr (Zitieren)
Guten Morgen, Graeculus!
Schöner Text zum Jahresbeginn! Freue mich, Dich hier wieder anzutreffen! Möllerkies hat mir die vergessene Adresse vermittelt. Du kennst mich wahrscheinlich nur als Quoth. Bastle mir gerade eine Domain: quoth.de, auf der ich Dir den Beitrag meines Bruders "Naturwissenschaft und Religion" empfehle. Würde hier gerne meinen Beitrag über Polyxena und den Tod Achills wiederfinden ... Und von Dir erfahren, ob Du "Soll und Haben" gelesen und eine Meinung dazu hast. Ein gutes Neues Jahr wünscht Quoth alias Dietrich F.
Re: Der Kapitänseid
βροχή schrieb am 03.01.2026 um 12:12 Uhr (Zitieren)
ein berühmtes Thema des 20. Jhd.


Religion und Naturwissenschaft
(Max Planck)


https://psychomedizin.com/medien/pdf/max-planck.pdf
Re: Der Kapitänseid
Andreas schrieb am 03.01.2026 um 13:53 Uhr (Zitieren)
Dazu Joseph Ratzinger:
Das Verhältnis von Glaube und Vernunft
Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI.) sah Glaube und Vernunft als eine untrennbare Einheit, die sich gegenseitig braucht, um gesund zu bleiben. Sein Denken lässt sich in vier Kernpunkten zusammenfassen:
1. Gott als Logos (Die Vernunft Gottes) In seiner Regensburger Rede (2006) betonte Ratzinger, dass Gott "Logos" ist – das griechische Wort für "Wort", "Sinn" und "Vernunft". Da Gott selbst Vernunft ist, ist ein Handeln gegen die Vernunft ein Handeln gegen das Wesen Gottes. Der christliche Glaube ist daher zutiefst rational.

2. Die wechselseitige Reinigung Glaube und Vernunft müssen sich gegenseitig korrigieren:
Die Vernunft benötigt den Glauben, um nicht in reinen Materialismus oder ethische Blindheit abzugleiten (Schutz vor Hybris).
Der Glaube benötigt die Vernunft, um nicht in Fanatismus, Aberglauben oder religiöse Pathologien zu verfallen.

3. Kritik an der verengten Vernunft Ratzinger kritisierte das moderne, rein naturwissenschaftliche Vernunftverständnis (Positivismus). Er forderte eine „Ausweitung der Vernunft“: Auch Fragen nach Moral, Schönheit und Gott sind rationale Fragen und dürfen nicht ins rein Subjektive verbannt werden.

4. Die Synthese von Bibel und Griechentum Für Ratzinger war die Verbindung des biblischen Glaubens mit der griechischen Philosophie kein Zufall, sondern eine Vorsehung. Er lehnte eine „Enthellenisierung“ des Christentums ab, da die Vernunftstruktur der Philosophie dem Glauben erst seine universale Kommunikationsfähigkeit verleiht.

Zentrales Zitat:
„Nicht vernunftgemäß zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider.“

Leider drückt sich Herr Ratzinger m.E.meist recht vage und schwülstig aus und scheut sich nicht,mit Leerformeln um sich zu werfen.

Ich verstehe bis heute nicht, worin seine Gróßartigkeit bestehen soll?

Vlt. kann ein Forist dazu etwas sagen.
Ratzinger gilt als einer der größten Theologen
des 20. Jahrhunderts, eine Meinung, die ich
immer weniger teile.

„Nicht vernunftgemäß zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider.“

Woher will er das wissen? Von seinem verbal aufgeblähten Gotteskonstrukt, das biblisch so nicht ableitbar ist (vom gnostischen beeinflussten Joh-Ev. partiell abgesehen)
Oder hat er bei Gott gar Privataudienzen?

Folgender Link ist für Graeculus wohl schwer verdaulich,
er sollte ihn vlt. besser ignorieren.
https://www.youtube.com/watch?v=_caTNSG3s_Q
Re: Der Kapitänseid
Andreas schrieb am 03.01.2026 um 15:06 Uhr (Zitieren)
Ich lese bei Planck:
Religion ist die Bindung des Menschen an Gott. Sie beruht auf der ehrfurchtsvollen
Scheu vor einer überirdischen Macht, der das Menschenleben unterworfen ist und die
unser Wohl und Wehe in ihrer Gewalt hat. Mit dieser Macht sich in Übereinstimmung
zu setzen und sie sich wohlgesinnt zu erhalten ist das beständige Streben und das
höchste Ziel des religiösen Menschen. Denn nur so kann er sich vor den ihn im Leben
bedrohenden Gefahren, den vorhergesehenen und den unvorhergesehenen, geborgen
fühlen, und wird des reinsten Glückes teilhaftig, des inneren Seelenfriedens, der nur
verbürgt werden kann durch das feste Bündnis mit Gott und durch das unbedingte
gläubige Vertrauen auf seine Allmacht und seine Hilfsbereitschaft. Insofern wurzelt die
Religion im Bewußtsein des einzelnen Menschen

Was heißt Bindung hier? Wie wir sie realisiert?
Was für ein Gott ist gemeint?
Wie fühlt sich diese Bindung an?
Was ist Allmacht?
Wo fängt sie an, wo endet sie?
Was nützen beruhigende Gefühle, die schnell
desillusioniert werden können?
Ehrfurchtsvolle Scheu: Was heißt das konkret?

Insofern wurzelt die
Religion im Bewußtsein des einzelnen Menschen

Das kann man pauschal nicht sagen.
Es gibt genug Menschen, die ohne Gott
zurechtkommen und ihn sogar als Hindernis
empfinden, insbesondere den Gott der christlichen
Kirchen.
Ohne gründliche Reinigung wird Gott immer
hochproblematisch bleiben und auch hochgefährlich,
wenn sein Name missbraucht wird,
was weiterhin permanent geschieht,
Re: Der Kapitänseid
Γραικύλος schrieb am 03.01.2026 um 17:49 Uhr (Zitieren)
Lieber Dietrich alias Quoth,

zu dem Polyxena-Thema finde ich folgenden Beitrag von Dir:
https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=7345#3

Es mag noch mehr geben, und das wäre dann über die hier integrierte Forumssuche (Forumübersicht auf der Startseite --> Forum durchsuchen) zu finden.

Zu dem Übrigen, etwa Gustav Freytag, was nicht zum Themenbestand dieses Forums gehört, werde ich mich über die angegebene E-Mail-Adresse bei Dir melden, voraussichtlich morgen.
Re: Der Kapitänseid
Quoth schrieb am 04.01.2026 um 11:02 Uhr (Zitieren)
Moin, Graeculus,
schön, Dich hier anzutreffen ...
Erinnerst Du Dich an meine Theorie zum Tod des Achill? In der spielte seine Liebe zu Polyxena eine Rolle und war ausgelöst durch einen Beitrag von Dir über Polyxena anderwärts. Ich bilde mir ein, diese Theorie hätte ich auch hier ausgebreitet - oder hast Du sie sogar hier gepostet mit meinem Einverständnis? Gruß Quoth
Re: Der Kapitänseid
Γραικύλος schrieb am 04.01.2026 um 16:01 Uhr (Zitieren)
Lieber Quoth, ich erinnere mich nicht mehr an die Details. An das Thema Achilles und Polyxena erinnere ich mich schon, auch daß ich andernorts dazu etwas veröffentlicht habe. Es hatte doch auch mit einem schönen Schmetterling dieses Namens zu tun, oder?

Man kann, wie gesagt, hier das Stichwortverzeichnis s.v. Polyxena bemühen.
Re: Der Kapitänseid
Γραικύλος schrieb am 04.01.2026 um 16:03 Uhr (Zitieren)
Ein Problem für die Kontaktaufnahme mit einem Bericht zu den Leseeindrücken zu "Soll und Haben" sehe ich darin, daß inzwischen zwei E-Mail-Adressen von Dir hier angegeben sind.
Re: Der Kapitänseid
Γραικύλος schrieb am 04.01.2026 um 16:23 Uhr (Zitieren)
Hier ist mein Essay zum Thema Polyxena:

https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=7356#1
Re: Der Kapitänseid
Γραικύλος schrieb am 04.01.2026 um 16:24 Uhr (Zitieren)
Re: Der Kapitänseid
Quoth schrieb am 04.01.2026 um 18:21 Uhr (Zitieren)
Beide sind richtig.
Re: Der Kapitänseid
Γραικύλος schrieb am 04.01.2026 um 23:23 Uhr (Zitieren)
d.feldhausen@quoth.de funktioniert (bei mir) nicht, die andere Adresse anscheinend schon.
 
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