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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Orakel an einen Unglücklichen (165 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 30.12.2025 um 22:42 Uhr (Zitieren)
Μὴ μεμψιμοίρει. μὴ θεοὺς μηδέν, ξένε,
ὥρην δὲ μέμφου, ᾗ πατὴρ ἔσπειρέ σε.

Schilt ob dem Schicksal nicht und nicht ob den Göttern, Freund,
die Stunde schilt nur, da dein Vater dich gezeugt!

[anonym; Anthologia Graeca XIV 70]
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Aurora schrieb am 31.12.2025 um 07:58 Uhr (Zitieren)
Ganz im Sinne von: Es ist besser nie geboren zu werden,
der bekannte Pessimismus der Griechen,
der auch hier schon Thema war.
Ein ernüchternder Antinatalismus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Antinatalismus
Neulich äußersten Ehepaare zum Kinderwunsch,
darunter war auch diese Begründung
aus einer Studie (2025).

Paare, die aus Umweltgründen auf Kinder verzichten, sehen darin eine radikale, aber effektive Methode, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und dem Klimawandel entgegenzuwirken; sie argumentieren, dass ein Kind in einem Industrieland enorme Ressourcen verbraucht und ihre Entscheidung ein bewusster Beitrag zu ökologischer Nachhaltigkeit ist, ähnlich wie Verena Brunschweiger, die als Feministin und Lehrerin öffentlich dafür plädiert, Kinderkriegen aus ökologischen und gesellschaftlichen Gründen zu hinterfragen, um gegen Klischees und Überkonsum zu kämpfen
. Ihre Bewegung fordert Akzeptanz für die bewusste Kinderlosigkeit und wird manchmal kontrovers diskutiert, da sie auch die Verantwortung für zukünftige Generationen thematisiert, während andere betonen, Kinder könnten gerade zu Umweltschützern erzogen werden.

Zum Vergleich:
https://www.borkenerzeitung.de/welt/in-ausland/panorama/Umfrage-zur-Klimakrise-Viele-Paare-sorgen-sich-um-Zukunft-622067.html
Re: Orakel an einen Unglücklichen
βροχή schrieb am 31.12.2025 um 09:53 Uhr (Zitieren)
effektive Methode, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und dem Klimawandel entgegenzuwirken; sie argumentieren, dass ein Kind in einem Industrieland enorme Ressourcen verbraucht und ihre Entscheidung ein bewusster Beitrag zu ökologischer Nachhaltigkeit ist


Das ist ein Trugschluss, weil die Tatsache, dass der dadurch erzeugte Bevölkerungsrückgang durch Migraten, welche den gleichen Ressourcenverbrauch verursachen wie die nicht geborenen Einheimischen überkompensiert wird, nicht beachtet wird.
Das ist keine Nachhaltigkeit.
Re: Orakel an einen Unglücklichen
βροχή schrieb am 31.12.2025 um 09:55 Uhr (Zitieren)
Die Vortäuschung von Nachhaltigkeit ist ein Zeitgeistphänomen.

Re: Orakel an einen Unglücklichen
Faktencheck schrieb am 31.12.2025 um 11:33 Uhr (Zitieren)
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Γραικύλος schrieb am 31.12.2025 um 12:04 Uhr (Zitieren)
Da hier ein Mensch angesprochen wird (ξένε), bin ich nicht sicher, ob man das in einem ganz allgemeinen Sinne als Antinatalismus verstehen soll. Eher habe ich an den Anfang des Buchs Hiobs gedacht - mit der Verfluchung des Tages der Geburt durch eine bestimmte, vom Unglück getroffene Person.
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Andreas schrieb am 31.12.2025 um 13:07 Uhr (Zitieren)
Da hier ein Mensch angesprochen wird (ξένε)

Steht nicht der eine für alle?
Die Aussage empfinde ich als sehr allgemein gehalten. (universelle Adressierung) ?
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Andreas schrieb am 31.12.2025 um 13:17 Uhr (Zitieren)
PS:
vgl.:
Ὦ ξεῖν’, ἀγγέλλειν Λακεδαιμονίοις ὅτι τῇδε κείμεθα, τοῖς κείνων ῥήμασι πειθόμενοι.

Nebenbei:
Im Griechischen kann der Infinitiv auch als
Imperativ verwendet werden, soweit ich weiß.
Ich glaube mich zu erinnern, das bei Lukian
einmal gelesen zu haben.
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Andreas schrieb am 31.12.2025 um 13:17 Uhr (Zitieren)
PS:
vgl.:
Ὦ ξεῖν’, ἀγγέλλειν Λακεδαιμονίοις ὅτι τῇδε κείμεθα, τοῖς κείνων ῥήμασι πειθόμενοι.

Nebenbei:
Im Griechischen kann der Infinitiv auch als
Imperativ verwendet werden, soweit ich weiß.
Ich glaube mich zu erinnern, das bei Lukian
einmal gelesen zu haben.
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Γραικύλος schrieb am 31.12.2025 um 14:51 Uhr (Zitieren)
Es steht in der Anth. Gr. unter den Orakeln. Nun setzt ein Orakel doch eine konkrete Anfrage voraus, oder?
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Bukolos schrieb am 31.12.2025 um 15:03 Uhr (Zitieren)
Zitat von Andreas am 31.12.25, 13:17PS:
vgl.:
Ὦ ξεῖν’, ἀγγέλλειν Λακεδαιμονίοις ὅτι τῇδε κείμεθα, τοῖς κείνων ῥήμασι πειθόμενοι.

Das taugt nicht zum Gegenbeispiel, da das an den Thermopylen angebrachte Epigramm jeden vorüberkommenden Reisenden individuell mit dem Auftrag versah, den κλέος der Toten wachzuhalten.
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Andreas schrieb am 31.12.2025 um 15:29 Uhr (Zitieren)
Da hier ein Mensch angesprochen wird (ξένε)

Warum sollte das Erste sich nicht auch individuell
an jeden Menschen richten können?
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Γραικύλος schrieb am 31.12.2025 um 16:18 Uhr (Zitieren)
Warum sollte das Erste sich nicht auch individuell
an jeden Menschen richten können?

Dann wäre es kein Orakel, d.h. eine Antwort auf eine Frage.
Re: Orakel an einen Unglücklichen
Andreas schrieb am 01.01.2026 um 11:33 Uhr (Zitieren)
Dann wäre es kein Orakel, d.h. eine Antwort auf eine Frage.

Stimmt, das hatte ich ganz vergessen. Danke.
 
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