Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 15:41 Uhr (Zitieren)
Re: Christen über Juden im NT
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 15:42 Uhr (Zitieren)
Daß Jesus ein Jude war und sich als Jude verstanden hat, gerät bereits hier aus dem Blick.
Re: Christen über Juden im NT
βροχή schrieb am 22.12.2025 um 15:53 Uhr (Zitieren)
Warum so tun, als wäre die Zeit stehen geblieben, als gäbe es keine Abkehr und Aufarbeitung historischer Judenfeindschaft durch die Kirchen?
Was man den zeitgenössischen Kirchen ankreiden darf, ist die ausgiebige Förderung der Massenmigration einschliesslich sehr vieler ideologisch starrer Judenhasser.
Re: Christen über Juden im NT
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 16:07 Uhr (Zitieren)
Wenn ich auf historische Wurzeln in der Antike verweise - und dies ist ein Antiken-Forum! -, dann tue ich nicht so, als ob die Zeit stehengeblieben wäre. Diese Wurzeln gar nicht mehr zur Kenntnis zu nehmen, halte ich nicht für gut.
Die Judenfeindschaft kam schon früh ins Christentum, vielleicht sogar schon vor den ersten Heidenchristen, die selbst nicht mehr Juden waren - je nachdem, wer dieser Matthäus, dieser Johannes war und ob diese Paulus-Briefe echte sind.
Re: Christen über Juden im NT
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 16:12 Uhr (Zitieren)
Auch die positive Einstellung von Kirchen gegenüber Flüchtlingen hat ja ihren biblischen Hintergrund, wie ich ihn kürzlich zitiert habe:
Re: Christen über Juden im NT
βροχή schrieb am 22.12.2025 um 16:22 Uhr (Zitieren)
Diese Wurzeln werden sehr wohl zur Kenntnis genommen. Sie werden weder verleugnet noch verharmlost. Sie werden anerkannt und verarbeitet.
Re: Christen über Juden im NT
info schrieb am 22.12.2025 um 16:50 Uhr (Zitieren)
Titus stammt nicht von Paulus.
Es ist eine deuteropaulinsche Schrift mit
Pseudepigrafie.
Brox, Norbert,Die Pastoralbriefe
1 Timotheus, 2 Timotheus, Titus
(1989)
Eine Person Mattaeus als Verfasser des Evangelium gibt es
genauso wenig wie Johannes.
Es gibt die johannäische Schule.
Das Evangelium hat so gut wie keine historische Bedeutung und
ist von der Gnosis beeinflusst.
Hier wären Fachexegeten gefragt.
vgl. EKK-Kommentarreihe
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 17:00 Uhr (Zitieren)
Auch 1 Thessalonicher stammt m.W. nicht von Paulus.
Das Neue Testament ist keine historische Quelle, sondern Theologie, historisch gesehen voller Fälschungen. Aber in dieser Form ist es wirkmächtig geworden in der Geschichte Europas.
Soweit all dies mit dem historischen Jesus und seinem Leben, seinem Denken in Verbindung gebracht worden ist, beruht die europäische Geistesgeschichte auf einer grandiosen Fälschung.
Re: Christen über Juden im NT
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 17:10 Uhr (Zitieren)
Gilt dies auch für die katholische Kirche und Papst Pius XII.?
Es gilt sicher für einige Theologen; aber die stehen nicht auf der Kanzel und predigen den Gläubigen.
Re: Christen über Juden im NT
Andreas schrieb am 22.12.2025 um 17:17 Uhr (Zitieren)
Dass wird vom historischen Jesus fast nicht wissen, hat schon Albert Schweitzer aufgezeigt in seiner
"Geschichte der Leben-Jesu-Forschung." (1913)
Die meisten Wissenschaftler sehen
die Pastoralbriefe (1. und 2. Timotheus, Titus) sowie den Epheser-, Kolosser- und 2. Thessalonicherbrief als wahrscheinlich pseudonym an, verfasst von späteren Autoren, die Paulus' Namen nutzten, während die "echten" Briefe (Römer, 1.und 2. Korinther, Galater, Philipper, 1. Thessalonicher, Philemon) unumstritten sind.
Re: Christen über Juden im NT
Andreas schrieb am 22.12.2025 um 17:28 Uhr (Zitieren)
PS:
Hier sind die wichtigsten gefälschten Kirchendokumente:
1. Konstantinische Schenkung (Donatio Constantini)
Zeitpunkt: Entstanden ca. 750–850 n. Chr. (vorgestellt als Dokument aus dem Jahr 315 n. Chr.).
Behauptung: Kaiser Konstantin überträgt dem Papst die Herrschaft über Rom, Italien und den gesamten Westen.
Ziel: Begründung der weltlichen Macht des Papstes (Kirchenstaat).
Entlarvung: 1440 durch Lorenzo Valla (sprachliche Analyse).
2. Pseudo-Isidorische Dekretalen
Zeitpunkt: Mitte des 9. Jahrhunderts.
Inhalt: Sammlung gefälschter Briefe früher Päpste und Konzilsbeschlüsse.
Ziel: Stärkung der Rechtsstellung der Bischöfe gegen Laienfürsten und Festigung der päpstlichen Autorität.
Bedeutung: Gilt als eine der umfangreichsten Geschichtsfälschungen des Mittelalters.
3. Privilegium Maius (Bezug zur Kirche/Reich)
Zeitpunkt: 1358/59 (durch Rudolf IV. von Österreich).
Behauptung: Älteste Urkunden (u. a. von Caesar), die Österreich Sonderrechte im Reich und gegenüber der Kirche einräumten.
Entlarvung: Erst im 19. Jahrhundert endgültig bewiesen (Petrarca äußerte bereits früh Zweifel).
Re: Christen über Juden im NT
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 17:29 Uhr (Zitieren)
Also 1 Thessalonicher doch; das habe ich dann mit 1 Timotheus verwechselt.
Das Buch Albert Schweitzers war ein Meilenstein.
Immerhin weß man, daß Jesus Jude war und als Jude gedacht hat. Nicht als Christ.
Einen guten Überblick gibt:
S. 23-36: "Was können wir historisch Gesichertes über Jesus von Nazareth wissen?"
Re: Christen über Juden im NT
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 17:35 Uhr (Zitieren)
Was Du aufzählst, Andreas, sind die berühmten Fälschungen der Kirchengeschichte.
Hier geht es doch darum, was im NT dem historischen Jesus fälschlich unterstellt worden ist - beginnend mit seiner Auferstehung und folgend mit dem, was Bultmann den Wechsel "vom Verkünder zum Verkündeten" genannt hat: die Gottessohnschaft, die Gründung einer Kirche, die Heidenmission usw.
Re: Christen über Juden im NT
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 17:38 Uhr (Zitieren)
Und nicht zuletzt das hier Angesprochene: der Ausdruck einer Judenfeindschaft durch Jesus - einen Juden ... was doch allererst einen Sinn ergibt, sobald sich Jesu Anhänger vom Judentum lösen (Heidenmission), also lange nach Jesu Tod.
Re: Christen über Juden im NT
Andreas schrieb am 22.12.2025 um 17:40 Uhr (Zitieren)
Auch hier geht es um interessengeleiteten Betrug.
Re: Christen über Juden im NT
βροχή schrieb am 22.12.2025 um 20:23 Uhr (Zitieren)
Wann hast du zum letzten mal eine judenfeindliche Predigt gehört?
Bei kirchlichen Aufführung der Bachpassionen ist es inzwischen Standard, eine historische Erläuterung mit Einordnung der Trubenchöre an jeden Zuhörer auszureichen.
Re: Christen über Juden im NT
Γραικύλος schrieb am 22.12.2025 um 23:14 Uhr (Zitieren)
Meine Bemerkung über die Predigten bezog sich auf Dein "Sie werden anerkannt und verarbeitet". Dafür ist die Kanzel nach meinem Eindruck nicht der Ort.
Judenfeindliche Predigten gibt es in den Kirchen wohl nur noch bei den Piusbrüdern u.ä., also bei ganz reaktionären Kirchenkreisen.
Re: Christen über Juden im NT
Aurora schrieb am 23.12.2025 um 06:27 Uhr (Zitieren)
Zu meiner Zeit wurde in der Karfreitagsliturgie
noch für die Bekehrung der Juden gebetet.
(große Fürbitten)
βροχή schrieb am 23.12.2025 um 09:37 Uhr (Zitieren)
Im Elfenbeinturm der Vergangenheit kann man gerne weiter die Fehler der Christen nachkarten, während draussen in der Realität die aktiven Christenhasser ihr übriges tun.
Re: Christen über Juden im NT
meine Meinung schrieb am 23.12.2025 um 09:44 Uhr (Zitieren)
Ich erinnere mich, dass ich das aus den
70er und 80er Jahren kenne.
Vlt. sollte sich die Christen überlegen, was sie tun
könnten, um das abzumildern.
Man müsste in einen konstruktiven Dialog eintreten dort, wo ein ernsthafter Wille vorhanden ist.
Christen, die zum Leid eine besondere Beziehung haben und nicht ganz ungern als Märtyrer sterben,
sollten vlt. ihre Einstellung überprüfen.
Ich habe mich schon sehr früh gefragt, was in
Märtyrern vor sich geht, wenn sie für ihren Glauben sterben? Man könnte darüber viel spekulieren? Ob das alles wirklich so selbstlos
und uneigennützig ist?
Ganz ohne Stolz und Jenseitsmotivation geht das wohl kaum. Man wird jedenfalls zu etwas Besonderen bis hin zum Heiligen.
Und schließlich haben sie die Aussicht auf das
sofortige Paradies.
So kann man auch einem vlt. beschwerlichen Leben aus dem Weg gehen, wie es auch die
Selbstmordattentäter des Islam tun:
Sie sprengen sich zu den 70 versprochenen Jungfrauen.
PS:
Die Frage ist auch:
Wozu genau und wie sollen sich die Juden bekehren? Zum gedankenlosenNachplappern vieler christl.
Leerformeln und christl. Riten, die immer weniger verstehen und viele als sinnfrei betrachten?
Re: Christen über Juden im NT
βροχή schrieb am 23.12.2025 um 10:47 Uhr (Zitieren)
Das ist seit Jahrzehnten nicht mehr aktuell, du hast meinen Post nicht gelesen oder nicht verstanden. Warum nimmst du es nicht zur Kenntnis?
Re: Christen über Juden im NT
βροχή schrieb am 23.12.2025 um 10:59 Uhr (Zitieren)
Solche interreligösen Dialoge gibt es doch!
Dass du etwas einforderst, was längst existiert, deutet auf Unwissenheit, Desinteresse, Ignoranz.
Re: Christen über Juden im NT
βροχή schrieb am 23.12.2025 um 11:41 Uhr (Zitieren)
... ach so, die Opfer genießen,
dass ich darauf nicht gekommen war.
Re: Christen über Juden im NT
meine Meinung schrieb am 23.12.2025 um 12:45 Uhr (Zitieren)
Offenbar mit wenig Erfolg.
Woran das wohl liegen mag?
Weißt du, was in den Köpfen der Leute vorgeht?
Das immer noch das Leiden betonende kath.
Christentum hat dieses gerade zu glorifiziert
und sogar als heilsnotwendig und wichtig für die Erlösung hingestellt.
Wirft mal einen Blick in die Geschichte der Soteriologie!
Wo und unter welchen Leuten?
Deine Belege?
Deine provozierende, abfällige Tonart gefällt mir nicht.
Deine einseitige Apologie für die ach so guten,
harmlosen Christen finde ich allmählich
unangemessen um nicht naiv zu sagen.
Jetzt fehlt nur noch, dass die Missbrauchsfälle relativierst oder gar rechtfertigst.
Von den psychischen Schäden der christl. Religion
will ich erst gar nicht reden.
Du bist nicht zufällig von der Kirche engagiert
um sie mit Zähnen und Klauen zu verteidigen??
So kommst du mir langsam vor:
Alle anderen sind böse, nur die Christen nicht.
Die paar Toten der Vergangenheit kann man vernachlässigen,
alle Hexen und Ketzer wurden zu Recht verbrannt und die Drohbotschaft war nie
ernst gemeint ??
Warum antwortest du nicht auf solche Fragen:
Du stichelst doch gern, aber warum bei jeder Gelegenheit?
Re: Christen über Juden im NT
βροχή schrieb am 23.12.2025 um 14:17 Uhr (Zitieren)
meine Meinung schrieb am 23.12.2025 um 15:36 Uhr (Zitieren)
Seltsamerweise hört man von den genannten Organisationen kaum etwas.
In der Praxis scheinen sie keine große Bedeutung zu haben:
Debattierclubs mit illusionären Vorstellungen,
die belächelt werden ??
Schönwetter-Meetings zur Legitimation wohl
nicht unbeträchtlicher Mittel aus Steuergeldern??
Formal tut mal etwas, von dem man weiß,
dass es praktisch wenig bis keine Wirkung hat.
Veränderungen können nur mir Druck erreicht werden und Sanktionen. Wenn das nicht greift,
sieht es zappelduster aus, wie der Ukraine-Krieg
seit Jahren zeigt. Dann geht das sinnlose Sterben weiter. Profitieren tut nur einer: die Rüstungsindustrie und deren Zulieferer.
Letztlich geht es um ein Konjunkturprogramm.
Dass Krieg ein Bombengeschäft ist, weiß jeder.
Und dass der Mammon mehr zählt als Menschenleben trotz aller gegenteiligen Beteuerungen.
Dazu sagte der biblische Jesus apodiktisch klar:
Man kann nicht Gott und dem Mammon dienen.
Die Liebe geht andere Wege, ganz andere.
Doch mit der kann man keine Politik machen.
(vgl. Helmut Schmidt zur Bergpredigt)