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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Fremde Antike (381 Aufrufe)
Bukolos schrieb am 17.12.2025 um 12:34 Uhr (Zitieren)
Angesichts des Tempels von Segesta zeigt sich Maurice Maeterlinck 1924 in ähnlicher Weise unangenehm berührt wie seinerzeit Goethe vor den Tempeln von Paestum. Seine Vermutung: Unsere Sehgewohnheiten, deformiert durch einen antikisierenden Klassizismus neuzeitlicher Prägung, haben sich von der Ästhetik der Antike selbst so weit entfernt, dass wir über diese kein Urteil mehr fällen können:

Dies, denke ich, wäre der rechte Zeitpunkt, in den üblichen Lobgesang auf die vollendete Harmonie, die unfehlbaren Proportionen, die Reinheit und unvergleichliche Sicherheit der griechischen Architektur einzufallen. Ich muss gestehen, dass die erste Begegnung eher glanzlos ausfällt. Unser Auge, das an gewaltige, unendlich vielfältige und komplexe Bauwerke gewöhnt ist, ist zunächst irritiert. Der Tempel ist merklich schwerer, massiver, niedriger und dicker, als wir es uns in unseren Träumen von Anmut und Schönheit vorgestellt hatten. Er wirkt stur, engstirnig und geradezu bösartig. Er besitzt in keiner Weise die fröhliche, lächelnde und heitere Ausstrahlung, die festliche Atmosphäre, die wir erwartet hatten. Er sieht eher aus wie eine Bulldogge, die bereit ist, zuzubeißen.

Jedenfalls verhalten sich unsere Gebäude, die sich griechisch geben, wie beispielsweise die Pariser Börse und La Madeleine, zu diesem Bauwerk wie eine „Jeanne d’Arc“ aus der Rue des Saints-Pères zur Nike von Samothrake.

Täuscht uns unser Auge? Vermutlich. Ein ähnlicher Eindruck entsteht uns vor den schönsten griechischen Statuen aus der Zeit des Perikles. Die Beine der Männer erscheinen uns meist zu kurz, die der Frauen zu kräftig. Unsere Wahrnehmung ist durch Jahrhunderte der Verzerrung getrübt, und dazu kommen noch die Verzerrungen der modernen Kunst, die alles bisher Dagewesene übertreffen. Dadurch hat sie jegliches Gleichgewicht und Realitätsgefühl verloren. Es ist uns daher unmöglich zu verstehen, wie die Griechen ihre Tempel sahen, denn in dieser Hinsicht sind unsere Augen zugleich Richter und Prozesspartei.


Maurice Maeterlinck, Voyages en Sicile et en Calabre, Paris 1924, S. 20 f. (Übersetzung maschinengeneriert, bearbeitet.)
Re: Fremde Antike
Γραικύλος schrieb am 17.12.2025 um 13:49 Uhr (Zitieren)
Es gibt wohl auch das Umgekehrte: die spontane Begeisterung angesichts der unmittelbaren Begegnung. Obwohl oder gerade weil sie heutigen Sehgewohnheiten widerspricht.

Die Nike von Samothrake, einst im Louvre gesehen, ist dafür kein schlechtes Beispiel.
Oft war ich auch angenehm überrascht, daß die antike Kunst eben nicht dem uns vermittelten 'klassischen' Ideal ("die unfehlbaren Proportionen, die Reinheit und unvergleichliche Sicherheit der griechischen Architektur") entsprach.

Es ist den Lehrern, die für meine klassische Bildung zuständig waren, nicht gelungen, mir den Wert der "Reinheit" zu vermitteln.
Re: Fremde Antike
στρουθίον οἰκιακόν schrieb am 17.12.2025 um 23:15 Uhr (Zitieren)
Die Nike im Louvre kenne ich nicht aus eigener Anschauung, wohl aber diejenige, die im Museum in Olympia steht (stand? das war 1977 …); der Eindruck aber, der sich mir unauslöschlich eingegraben hat, war über alle Maßen ergreifend, was frag‘ ich da danacho, ob die Proportionen der Körperteile wirklich „stimmen“, ob ihre Wadenmuskeln vielleicht zu stark sind ?!
Genauso bei Segesta. Nähert man sich allmählich, sich auf die deutlicher werdende Erscheinung einlassend, so schlägt die Intuition jegliches Beckmessern aus dem Feld: die Unerschütterlichkeit, die innere Ruhe, mit der dieses Bauwerk seinen Platz in einer von Sonnenlicht flirrenden Natur einnimmt, aus ihr emporragend, mit ihr eins, vermittelt (für mich) einen wahreren Ausdruck des griechischen Geistes als gelehrte Abhandlungen und das Nachbeten von Glaubenssätzen.

Was Maeterlinck da (be)schreibt, ist der klassische Fall der Begegnung mit scheinbar Bekanntem, das sich im tatsächlichen Aufeinandertreffen den Vorurteilen entgegenstellt, die man mitbringt.
Seine Reflexion darüber ist zunächst einmal ehrenwert, weil er sich dieser Vor-Urteile bewußt wird, aber im nächsten Augenblick liefert er wertende Urteile, die wenig, in diesem Fall über den Tempel von Segesta, viel aber über ihn, Maeterlinck, persönlich aussagen.
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 18.12.2025 um 00:58 Uhr (Zitieren)
Wir sind nicht wie Griechen aufgewachsen dh. geprägt, wir leben nicht wie Griechen, folglich können wir nicht mit den Augen der Griechen sehen. Das ist schierweg unmöglich. Wir können manchmal die selben Objekte sehen, wie die Griechen und den Anblick auf uns wirken lassen.

στρουθίον οἰκιακόν ist beeindruckt vom puren sein.
Maeterlink ist enttäuscht, weil er anderes erwartet hatte. Er hat sich den Genuss selbst verbaut, indem er phantasievolle innere Bilder aus Texten erschuf und diese zu stark werden ließ.



Re: Fremde Antike
Bukolos schrieb am 18.12.2025 um 07:18 Uhr (Zitieren)
Zitat von Γραικύλος am 17.12.25, 13:49Es gibt wohl auch das Umgekehrte: die spontane Begeisterung angesichts der unmittelbaren Begegnung. Obwohl oder gerade weil sie heutigen Sehgewohnheiten widerspricht.

Das, woran Maeterlinck hier mitwirkt, die Dekonstruktion eines pathetischen Klassizismus (im deutschsprachigen Raum knüpft sich daran vor allem der Name Winckelmanns und das unverwüstliche Schlagwort von der edlen Einfalt und stillen Größe), der die Wahrnehmung für das, was die Antike uns mitteilen kann, weitgehend verstellt, ist ja eine Arbeit, die im späten 19. Jh. (Burckhardt, Nietzsche) begonnen wurde und bis in die Gegenwart Teil der Aufgabe der altertumskundlichen Fächer geblieben ist. Maeterlincks Demonstration einer Selbstbehauptung des eigenen Blicks gegen die (vor allem im altsprachlichen Schulunterricht) eingeübte Ehrfurcht vor dem "klassischen" Altertum (wunderbar die Formulierung vom Tempel, der wie eine bissige Bulldogge aussieht) erscheint dabei wie ein notwendiges Gegenstück zu der Begeisterung, von der du sprichst, jener Begegnung mit dem "nächsten Fremden" (um Uvo Hölschers inzwischen schon recht abgegriffene Formel noch einmal zu strapazieren).
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 18.12.2025 um 10:00 Uhr (Zitieren)
Die eingeübte Ehrfurcht hat auch etwas für sich. Nicht jeder reist an die Originalschauplätze. Ohne irgendeine Ehrfurcht bekommen die Allah-gepolten Altertumsszerstörer endgültig Oberwasser.
Re: Fremde Antike
info schrieb am 18.12.2025 um 13:13 Uhr (Zitieren)
die Allah-gepolten Altertumsszerstörer

Die Christen waren zeitweise auch am Zerstörungswerk beteiligt:
"Heiliger Zorn: Wie die frühen Christen die Antike zerstörten"
(Originaltitel: The Darkening Age, 2017) von der britischen Historikerin Catherine Nixey.
Zu dem Buch gab es auch sehr kritische Stimmen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Nixey
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 18.12.2025 um 13:40 Uhr (Zitieren)
Ja, liebes info, das war so. Erzählst du das um zu poitieren, dass die Allahs jetzt auch mal dran sind sich auszutoben? Findest du, Christen haben nicht genug gelernt aus Fehlern?
Re: Fremde Antike
Info schrieb am 18.12.2025 um 13:58 Uhr (Zitieren)
Findest du, Christen haben nicht genug gelernt aus Fehlern?

Ihr Missionierungsdrang ist ungebrochen.
Und dabei gibt es immer wieder viele Tote wie z.Z.
etwa in Afrika und anderswo:

Christenverfolgung ist heute weltweit ein ernstes Problem, wobei laut Open Doors Weltverfolgungsindex 2025 etwa 380 Millionen Christen von starker Verfolgung betroffen sind, mit Spitzen in Nordkorea, Somalia, Jemen, Libyen und Nigeria, aber auch in Ländern wie Indien, China, Iran und Pakistan, wo sie unter autoritärer Herrschaft leiden, sozial ausgegrenzt werden oder Gewalt erleben, von Tötungen bis zu Angriffen auf Kirchen. Es handelt sich um die am stärksten unterdrückte Religionsgruppe, wobei die Verfolgung vielfältige Formen annimmt, von staatlicher Unterdrückung bis zu extremistischer Gewalt.

Es stellt sich die Frage, wie effektiv diese Religion
bei der Humanisierung der Welt ist.
Wie verliefe sie ohne Christentum?
Freiheitsbewegungen lassen sich auf Dauer nirgend aufhalten, oder?
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 18.12.2025 um 14:38 Uhr (Zitieren)
Ihr Missionierungsdrang ist ungebrochen.
Und dabei gibt es immer wieder viele Tote wie z.Z.
etwa in Afrika und anderswo:

Christenverfolgung ist heute weltweit ein ernstes Problem, wobei laut Open Doors Weltverfolgungsindex 2025 etwa 380 Millionen Christen von starker Verfolgung betroffen sind, mit Spitzen in Nordkorea, Somalia, Jemen, Libyen und Nigeria, aber auch in Ländern wie Indien, China, Iran


Was willst du damit vermitteln, dass Verfolgung der Beweis für Missionnierungstätigkeit ist, dass die. Christen selber schuld sind, wenn sie verfolgt werden?


Es stellt sich die Frage, wie effektiv diese Religion
bei der Humanisierung der Welt ist.


Wer ist denn effektiver?
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 18.12.2025 um 14:42 Uhr (Zitieren)

Freiheitsbewegungen lassen sich auf Dauer nirgend aufhalten, oder?


Frag die ausgerotteten Völker, kannst in der Antike anfangen, bei Indianerstämmen weitermachen.
Re: Fremde Antike
meine Meinung schrieb am 18.12.2025 um 18:26 Uhr (Zitieren)
dass die. Christen selber schuld sind, wenn sie verfolgt werden?

Das sind sie auch z.T.
Warum müssen sie sich überall einmischen
und ihre Heilslehre andern aufdrängen samt
Ritualhokuspokus mit Weihrauch und Gewänderpracht.

Es gibt gerademal 1,5 Mrd. Christen unter 8 Mrd.
Menschen und die Meisten sind Taufschein-Christen
und eingeschüchterte Kirchgänger.
Liest du nicht die Berichte über die Missionare wie
jöngst in Kanada?

https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2025-03/kanada-suche-massengrabern-kirchlichen-schulen-ergebnislos-stopp.html
Re: Fremde Antike
Andreas schrieb am 18.12.2025 um 19:00 Uhr (Zitieren)
Wieder ein interessanter Thread!

Mein Beitrag zum Fest und Nachdenken:
„Der Mensch kommt nur wirklich in echtem Selbstvollzug zu sich, wenn er
sich radikal an den anderen wegwagt. Tut er dies, ergreift er (unthematisch oder
explizit) das, was mit Gott als Horizont, Garant und Radikalität solcher
Liebe gemeint ist, der sich in Selbstmitteilung (existenziell und geschicht-
lich) zum Raum der Möglichkeit solcher Liebe macht. Diese Liebe ist intim
und gesellschaftlich gemeint und ist in der radikalen Einheit dieser beiden
Momente Grund und Wesen der Kirche. (...)
Diese Selbstmitteilung Gottes
an den Menschen, die dessen Nächstenliebe trägt, hat ihren eschatologisch
siegreichen, geschichtlichen Höhepunkt in Jesus Christus, der darum in je-
dem anderen Menschen mindestens anonym geliebt wird.


„Das unumfassbare Woraufhin der menschlichen Transzendenz, die exis-
tenziell und ursprünglich – nicht nur theoretisch oder bloß begrifflich –
vollzogen wird, heißt Gott und teilt sich selbst existenziell und geschicht-
lich dem Menschen als dessen eigene Vollendung in vergebender Liebe
mit. Der eschatologische Höhepunkt der geschichtlichen Selbstmitteilung
Gottes, in dem die Selbstmitteilung als irreversibel siegreich offenbar wird,
heißt Jesus Christus.“

„Das Christentum ist die Offenhaltung der Frage nach der absoluten Zu-
kunft, die sich als solche selbst in Selbstmitteilung geben will, diesen ihren
Willen in Jesus Christus eschatologisch irreversibel festgemacht hat und
Gott heißt.“
„Die in freiem geschichtlichen Walten sich mitteilende absolute Zukunft
des Menschen, die Gott ist, ist aber in einer besonderen Weise der ‚Geist’
Gottes, weil er als Liebe, Freiheit, immer überraschende Neuheit charakte-
risiert werden kann.“

(Karl Rahner)
Mir sagt das etwas, anderen vermutlich wenig bis nichts.Damit muss man nicht missionieren,
sondern es einfach im Alltag umzusetzen versuchen, egal wo und bei welchen Menschen.
Wenn es heute noch "Gotteserfahrungen" = Liebeserfahrungen gibt, dann haben sie etwas mit
diesen Sätzen zu tun - meine Meinung, durch viele
Erfahrungen, Erlebnisse und Begegnungen bestätigt.
Ich weiß, wovon ich hier rede.
Wem solche Komprimierungen nichts sagen,
sollte sich mMm gut überlegen, ob Theologie
das richtige Studium ist, falls er es plant.
Gerade Priesteramtskandidaten scheinen damit
große Probleme zu haben und wundern sich
dann, warum sie in der Praxis mit Menschen nicht klar kommen.

PS:
Eine Diskussion zwischen Rahner und Graeculus stelle ich mir unheimlich spannend vor.
Leider ist Rahner seit 41 Jahren tot (+1984).
Vlt. haben beide in der Ewigkeit dafür Zeit.
In spätestens 10hoch100 Jahren wissen wir mehr. Ultralangwelliger R.
trifft zufällig auf ultralangwelligen G. :)

Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 18.12.2025 um 20:01 Uhr (Zitieren)
Das sind sie auch z.T.
Warum müssen sie sich überall einmischen
und ihre Heilslehre anderen aufdrängt


..... die Heilslehre der Christenverfolgung wird ganz dezent unaufdringlich aufgetischt.

Wo Christen verfolgt, vertriehben und ausgemärzt werden, was genau ist da besser? Die Antwort bleiben die Christenhasser immer schuldig.



Re: Fremde Antike
meine Meinung schrieb am 19.12.2025 um 09:19 Uhr (Zitieren)
Wo Christen verfolgt, vertriehben und ausgemärzt werden, was genau ist da besser? Die Antwort bleiben die Christenhasser immer schuldig.


a) Ich bin kein Christehasser, höchstens
scharfer Kirchenkritiker

b) Die Missionierer wissen, welche Gefahren ihnen drohen.
Vlt. wollen manche als Märtyrer sterben.
Bei ihnen bedarf es keines Wunders um heiliggesprochen zu werden, soweit ich weiß.

c) Was soll die Heilslehre der Christenverfolger sein?

d) Wovon wollen die Christen die Menschheit erlösen, denen Nietzsche vorwarf,
sie sähen ihm nicht erlöst genug aus?
Was isr überhaupt Erlösung?
Meine KI sagt dazu:
Definition: Erlösung (lateinisch redemptio) bedeutet im Christentum die Befreiung des Menschen aus der Trennung von Gott, die durch die „Sünde“ (menschliche Verfehlung und Abkehr) entstanden ist.

Der Erlöser: Jesus Christus gilt als der zentrale Mittler. Durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung hat er stellvertretend die Schuld der Menschheit auf sich genommen und die Brücke zu Gott wiederhergestellt.

Der Weg: Erlösung wird als unverdientes Geschenk Gottes (Gnade) verstanden. Der Mensch kann sie nicht durch eigene Leistung erzwingen, sondern empfängt sie durch den Glauben.

Die Hoffnung: Ziel der Erlösung ist die Versöhnung mit Gott, ein sinnerfülltes Leben im Hier und Jetzt und die Überwindung des Todes im ewigen Leben.

Lass uns das Thema gemeinsam vertiefen. Ich werde dir dazu Fragen stellen, um die Konzepte besser zu verstehen. Welcher Aspekt interessiert dich als Nächstes?

Das Problem (Die Sünde): Warum braucht der Mensch laut Bibel überhaupt Hilfe von außen? ⛓️

Das Ereignis (Das Kreuz): Wie genau soll der Tod eines Einzelnen die ganze Menschheit „retten“?

Die Wirkung (Die Freiheit): Was bedeutet es ganz praktisch für den Alltag, ein „erlöster“ Mensch zu sein?


Das wirft viele Fragen auf und enthält Leerformeln und m.E. vages Verbalschwurbelei.

vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Soteriologie
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 19.12.2025 um 10:22 Uhr (Zitieren)
) Was soll die Heilslehre der Christenverfolger sein?


Deren Lehre ist doch offensichtlich die, dass die Welt ohne Christen ein besserer Ort wäre.


) Ich bin kein Christehasser, höchstens
scharfer Kirchenkritiker


Was hat das mit der aktuellen Gefahr der Zerstörung (fehlende Ehrfurcht) antiker Bau-u. kunstwerke zu tun?

Du drängst deine Heilslehre der Kirchenkritik auf.



Re: Fremde Antike
meine Meinung schrieb am 19.12.2025 um 11:37 Uhr (Zitieren)
Deren Lehre ist doch offensichtlich die, dass die Welt ohne Christen ein besserer Ort wäre.

Das ist deine Meinung als hiesige Hochhälterin der christlichen Fahne, einer Religion, in deren Namen
soviel Menschen umgebracht wurden wie in dem keiner anderen (Hans Küng).

dass die Welt ohne Christen ein besserer Ort wäre.

Er wäre angst-und neurosenfreier und es gäbe wenige Zwänge
wie die Sonntagpflicht, das Beichtgebot u.a.
Schon die Taufe ist keine freie Entscheidung des
Täuflings und der erste Zugriff auf dessen
Seele mit einer absurden Erbschuldlehre.

Es gibt areligöse Menschen, echte Humanisten,
die auch ohne Paradieshoffnung Gutes tun und
die Welt besser zu machen versuchen aus Pflicht,
würde Kant sagen.
Die Verquickung von weltlicher und geistlicher Macht war kein Segen
für die Menschheit, im Gegenteil, er hat zur Pervertierung der Frohbotschaft geführt.

Kennst du den Begriff ekklesiogene Neurose?
Hier ein Extrembeispiel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anneliese_Michel

Die Aufarbeitung der psychischen Schäden der christlichen Religion
hat noch gar nicht begonnen und wird m.E. unterdrückt.
Zudem lassen sich die Kirchen hohe 3-stellige Beträge vom Staat
bezahlen für ihre theologischen
Fakultäten, Bischöfe u.a.
Was bitteschön geht den Staat die Priesterausbildung an?
Warúm das nicht Geld ausgeben für einen
guten Ethikunterricht, in dem man das Christentum nüchtern darstellt?
Was geht den Staat der Erstkommnunionunterricht an?
Auch den muss er finanzieren, theologisch
angreifbaren Zwang? Jesus hat niemanden getauft.
Warum werden mit Kirchensteuermittel theologische Forschungsprojekte
wie die Erforschung des Wallfahrtswesen finanziert? Ich kenne einen, der das auf einer
A14-Stelle macht.

Geh nach Frankreich! Dort wird kein Bischof nach
B6 aufwärts bezahlt.
Vor 120 Jahren:
In Frankreich wurde die formelle Trennung von Kirche und Staat am 9. Dezember 1905 durch das Gesetz über die Trennung der Kirchen und des Staates (Loi concernant la séparation des Églises et de l’État) beschlossen.


Sorry für das weite Ausholen. Deine wiederholte Schützenhilfe für das Christentum drängt mich dazu.
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 19.12.2025 um 12:09 Uhr (Zitieren)
Das ist deine Meinung als hiesige Hochhälterin der christlichen Fahne, einer Religion, in deren Namen
soviel Menschen umgebracht wurden.....


Da verwechselt du was. Ich halte keine Fahne.

Mich nervt nur das pauschale undifferenzierte rumgehacke auf einer aktuell rel. friedlichen Gruppe.
Ich akzeptiere allgemein keine Kolkektivschuldzuweisungen, schon gar nicht für Taten, deren Beteiligte seit Jahrhunderten nicht mehr da sind.

Re: Fremde Antike
meine Meinung schrieb am 19.12.2025 um 13:35 Uhr (Zitieren)
Mich nervt nur das pauschale undifferenzierte rumgehacke auf einer aktuell rel. friedlichen Gruppe

Wer es glaubt, wird selig.
Es wird aggressiv missioniert und um Spenden geworben wie von denen hier:
https://www.stift-heiligenkreuz.org/
Ihre Ziele: Afrika und Asien, weil sie Europa
offenbar verloren gegeben haben.

Sie haben sogar einen Testmentsbeauftragten
und leben dort in Saus und Braus.
Es läuft gerade eine Visitation, vom Papst angeordnet.

Ich hacke auf niemanden herum, ich berufe mich auf Fakten.
Die Finanzskandale u.a. habe ich nicht erwähnt.
Die darfst du selber googlen.

aktuelle (2023) Finanzskandale in der kath Kirche:
In der katholischen Kirche gibt es derzeit sowohl auf globaler als auch auf nationaler Ebene bedeutende Finanzskandale und juristische Aufarbeitungen. Während im Vatikan historische Urteile gefällt wurden, stehen in deutschen Bistümern Prozesse bevor oder es werden fragwürdige Geldflüsse öffentlich.

Hier ist eine Übersicht der aktuell relevantesten Fälle (Stand Ende 2025):
1. Der Vatikan: Der Fall Becciu & die London-Immobilie

Dies ist der bisher größte Finanzskandal der modernen Kirchengeschichte. Im Zentrum steht der verlustreiche Kauf einer Luxusimmobilie in London durch das Staatssekretariat.

Aktueller Stand: Ende 2023 wurde Kardinal Angelo Becciu als erster Kurienkardinal von einem vatikanischen Gericht zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt (unter anderem wegen Veruntreuung).

Hintergrund: Es wurden rund 200 Millionen US-Dollar aus Kirchenmitteln in einen dubiosen Immobilienfonds investiert. Der Vatikan verlor dabei dreistellige Millionenbeträge. Das Berufungsverfahren und die weitere Aufarbeitung ziehen sich bis in das Jahr 2025.

2. Bistum Eichstätt: Der Millionen-Skandal vor Gericht

Einer der spektakulärsten Fälle in Deutschland steht kurz vor der gerichtlichen Hauptverhandlung.

Aktueller Stand: Der Prozess gegen den ehemaligen Vize-Finanzdirektor des Bistums soll am 8. Januar 2026 vor dem Landgericht München II beginnen.

Vorwurf: Untreue und Bestechlichkeit. Es geht um rund 60 Millionen Euro, die in riskante US-Immobilienprojekte investiert wurden und weitgehend verloren gingen. Das Bistum hat bisher nur einen Teil der Summe zurückerhalten.

3. Erzbistum Köln: Intransparenz und Sonderzahlungen

Kardinal Woelki steht seit Jahren in der Kritik – nicht nur wegen der Missbrauchsaufarbeitung, sondern auch wegen der Finanzen.

Spielschulden-Affäre: 2022 wurde bekannt, dass das Erzbistum rund 1,15 Millionen Euro zahlte, um die (teils durch Glücksspiel entstandenen) Schulden eines Priesters zu begleichen. Die Gelder stammten teilweise aus einem Sondervermögen, das auch für Leistungen an Missbrauchsbetroffene genutzt wird.

Hochschul-Finanzierung: Die Finanzierung der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) gilt als „Prestigeobjekt“ Woelkis und wird von Gremien wegen mangelnder Transparenz und hoher Kosten scharf kritisiert.

4. Systemische Krise: Einbruch der Kirchensteuer

Kein „Skandal“ im kriminellen Sinne, aber ein finanzielles Beben:

In Deutschland verzeichnen fast alle Bistümer (z. B. Köln, Limburg, Mainz) drastische Rückgänge bei der Kirchensteuer aufgrund massenhafter Austritte.

Das Bistum Limburg kündigte beispielsweise 2025 an, bis 2035 rund 110 Millionen Euro einsparen zu müssen, um ein drohendes Defizit abzuwenden. Viele Bistümer müssen derzeit ihre Immobilienbestände (Pfarrheime, Kirchen) massiv reduzieren.


Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 19.12.2025 um 13:41 Uhr (Zitieren)
Ich hacke auf niemanden herum, ich berufe mich auf Fakten.


Du spulst deine immer gleiche Christophobiemission ab, ohne Rücksicht auf Foren-Themen.



Re: Fremde Antike
meine Meinung schrieb am 19.12.2025 um 16:23 Uhr (Zitieren)
Du spulst deine immer gleiche Christophobiemission ab, ohne Rücksicht auf Foren-Themen.

Wir reden aneinander vorbei.
Du bist m.E.befangen und versuchst etwas zu retten,
was sich so nicht retten lässt.
Ich habe diese behauptete Mission nicht, während du auf Rettungsmission
gepolt zu sein scheinst.
Du bist m.E. Eklektizistin, wenn es ums Christentum geht.
Vermulich wirkt hier deine christliche Sozialisierung nach inclusive
dessen problematischen, hochkomplexen, dogmatischen Gotteskonstruktes.
Vlt. kannst du uns darlegen, was du genau von dieser Religion hälst und
wie du zu ihr stehst und was sie im Alltag für dich bedeutet.
Damit könnten weitere Missverständnisse vermieden werden.
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 19.12.2025 um 17:37 Uhr (Zitieren)
Vlt. kannst du uns darlegen, was du genau von dieser Religion hälst und
wie du zu ihr stehst und was sie im Alltag für dich bedeutet.


... "uns" pluralis majestatis?

persönliche infos von mir, damit du adpersonam "argumentieren" kannst? Den Teufel werde ich tun.
Re: Fremde Antike
Patroklos schrieb am 19.12.2025 um 17:45 Uhr (Zitieren)
Bei diesem Thema ist der Ausdruck „den Teufel..“mehr als bedenklich, nahezu gefährlich.
Re: Fremde Antike
meine Meinung schrieb am 19.12.2025 um 18:57 Uhr (Zitieren)
persönliche infos von mir, damit du adpersonam "argumentieren" kannst? Den Teufel werde ich tun.

So kann man sich auch billig aus der Affaire ziehen.
Hic Rhodos, hic salta!
Erst provozieren, dann kapitulieren.
So etwas kenne ich von guten Kirchgängern,
die keine glaubwürdigen Christen sind.
Re: Fremde Antike
Patroklos schrieb am 19.12.2025 um 19:12 Uhr (Zitieren)
Es wäre schön, ja empfehlenswert, den zuvorigen Ton der Höflichkeit beizubehalten.
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 19.12.2025 um 20:32 Uhr (Zitieren)
So kann man sich auch billig aus der Affaire ziehen.
Hic Rhodos, hic salta!
Erst provozieren, dann kapitulieren.


ad 1 wir haben keine Affäre

ad 2 ich schulde keinerlei private infos

ad 3 wodurch genau fühlst du dich denn provoziert?
Was behagt dir nicht?

Wenn ich provozierte, dann zeitgenössisch antikenzerstörerkritisch. Das hat mit den Themen Christen und Kirche nichts zu tun.


@Patroklos

... um nicht zu sagen Teufelszeug *gg
Re: Fremde Antike
meine Meinung schrieb am 20.12.2025 um 09:36 Uhr (Zitieren)
ad 3 wodurch genau fühlst du dich denn provoziert?
Was behagt dir nicht?

Dein Ton.

Du gibst gern zu allem Möglichem deine spitzzüngigen Senf dazu, gibst dich hochgebildet,
was du sicher auch bist, aber nicht ohne eine gewisse Überheblichkeit und Intoleranz.
Du versuchst dich m.E.hier auch zu profilieren
um zu zeigen, was du draufhast.
Meist ist es sehr interessant, ab und zu aber auch
aufdringlich und wichtigtuerisch.
Das ist MEIN Eindruck.

Grundsätzlich bist du mir sympathisch,
manchmal aber etwas zu selbstverliebt mit
einer gewissen Tendenz zur Bildungsprotzerei.

Es ist nicht untypisch für Religiöse, v.a. für katholische Christen:
eine Religion vage verteidigen ohne zu sagen,
was an ihr konkret so toll ist.
Dafür andere anprangern, wenn sie begründete Kritik üben an dem, was kritisierbar ist.

Wer wirklich zu seiner Religion steht, sollte sich nicht scheuen auch zu sagen, warum.
Ich z.B. stehe definitiv nicht mehr zur kath. Kirche,
obwohl ich noch nicht ausgetreten bin, was aber
noch kommen kann.

Für mich ist sie primär ein Geschäftsmodell mit
tendeziell neurotischen Funktionären und vielen
solchen Mitgliedern, die m.E. nicht wissen, was sie glauben
(vgl. Franz Buggle: Denn sie wissen nicht,was sie glauben)

Der kath. Missionierungsdrang ist mr sehr zuwider.
In dieser Form ist er m.E. nicht von Jesus her begründbar. Er würde ihn ablehnen.
Menschenfischer = Fischen nach Geldgebern,
damit die Priester u.a. ein sorgenfreies, bequemes Leben führen können ohne konkrete Letztverantwortung, wie sie etwa Familienväter haben.
Ein A14-Gehalt für einen zölibatären Pfarrer ist
stattlich, zumal er weitere Zuschüsse bekommt.
Bischöfe werden nach B6 aufwärts vom Staat honoriert
+ Dienstwagen mit Chaffeur und Dienstwohnung.
In Frankreich ist das ganz anders.

PS.
Und hier noch Aktuelles aus der Missbrauchsecke:
https://www.uni-passau.de/missbrauchsstudie
Da kommt ein Bischof ganz schön ins Schwitzen.
Und Oster hofft wohl, dass bis Ostern wieder Ruhe einkehrt,
damit er seinen berühmtem Osterwitz erzählen kann:
https://www.youtube.com/watch?v=GfUj0fZjRjo

De gustibus ...
Ich finde diesen Herrn schleimig und anbiederisch.
Gibt sich populistisch, ist aber ein Hardliner in der dt. Bischofsriege.
Er war Rundfunkmoderator, lebte Jahre lang in einer Beziehung mit einer Frau,
bevor er seine "Berufung" hatte, die zu erklären er nicht in der Lage ist.
Sein geistiger Ziehvater war der heraklitische Philosoph Ferdinand Ulrich:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Ulrich

Mit Osterwitzen kann man die Welt nicht christianisieren. Und mit Osters harte Linie
wird dIe Mitgliederzahl eher weiterschrumpfen.
Für Graeculus wäre er eine wahre Fundgrube von
Leerformeln und religiöser Phrasendrescherei.
Im Netz und TV ist er hochaktiv, wie man schnell
herausfinden kann.
Suum cuique bzw. sua cuique religio
Re: Fremde Antike
Patroklos schrieb am 20.12.2025 um 09:52 Uhr (Zitieren)
„Verbositas“ in der Antike wäre ein abwechlungsreicheres Thema.

Oftmals gilt der klassische Spruch:
Die größten Kritiker der Elche
Waren früher selber welche.
Re: Fremde Antike
Alexis Sorbas schrieb am 20.12.2025 um 11:34 Uhr (Zitieren)
Die größten Kritiker der Elche
Waren früher selber welche.

Bevor sie durchschaut hatten,
worauf sie sich eingelassen hatten
oder hineingezwungen wurden
(per Taufe e.g.)
Taufe = Verabreichung der Bindungsdroge
Bußsakrament= Bestärkung der Wichtigkeit der
Ablassinstitution
Firmung = Wiederauffrischung

Motivation: keine Anstrengung erforderlich:
Messe besuchen, Segen abholen und Gott und Mensch
sind glücklich, der Mensch mittels
Autosuggestion und Glauben an die Wirkkraft
von Weihrauch und Ritualvollzug.
Der Besuch einer tridentinische Messe kann
die Wirkung vlt. noch verstärken.
Wer's glaubt, bleibt drogenabhängig.

Laudetur Iesus Christus Catholicus!

"Δεν ελπίζω τίποτα. Δε φοβούμαι τίποτα.
Είμαι λέφτερος."
(Nikos Kazantzakis)
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 20.12.2025 um 11:59 Uhr (Zitieren)

... mir geht es um die Themen

und nein, ich bin nicht gebildet, jedenfalls nicht humanistisch. Meine Geanken sind halb aufgeschnappt, halb improvisiert.

ich liebe Assoziationenen, unerwartetes macht Spaß


für Verbositas fehlt mir ein bisschen das Talent, wenn ich es könnte würde ich verbositassrisieren, sry




und ja, natürlich, der Elchespruch greift :)





Re: Fremde Antike
Patroklos schrieb am 20.12.2025 um 12:36 Uhr (Zitieren)
Die schönste Übersetzung von Verbosität scheint mir „Weitschweifigkeit“ zu sein.
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 20.12.2025 um 12:56 Uhr (Zitieren)
... das finde ich auch :)
Re: Fremde Antike
βροχή schrieb am 20.12.2025 um 13:02 Uhr (Zitieren)
... das finde ich auch :)


Was den sprichwörtlichen Elch betrifft, anwesende selbstverständlich ausgenommen,

so verbeißt der sich keineswegs in Vorurteile.
Er machte unangenehme Erfahrungen, von denen er nicht loskommen kann. Obwohl er längst schon frei und ungebunden durch den Wald rennt,
steckt er mit einem Fuß für immer im Sumpf fest.




Re: Fremde Antike
Info schrieb am 20.12.2025 um 17:56 Uhr (Zitieren)

Ursachen der Christenverfolgung in Afrika sind
vielschichtiges Phänomen. Es geht selten allein um religiöse Dogmen, sondern meist um Macht, Identität und Ressourcen.
1. Religiöser Extremismus

Akteure: Gruppen wie Boko Haram, ISWAP (Nigeria/Sahel) oder Al-Shabaab (Somalia).

Hintergrund: Das Ziel ist die Errichtung eines islamistischen Gottesstaates. Christen werden als „Ungläubige“ und als Haupthindernis für diese Ordnung betrachtet.

Folge: Gezielte Anschläge auf Kirchen, Entführungen und Vertreibungen.

2. Politischer Nationalismus und Autoritarismus

Akteure: Diktatorische Regime (Beispiel: Eritrea).

Hintergrund: Der Staat duldet keine Organisationen, die eine loyale Anhängerschaft außerhalb der staatlichen Kontrolle haben.

Der Vorwurf: Christen werden als „unpatriotisch“ oder als Agenten ausländischer (westlicher) Mächte diffamiert, weil ihre höchste Loyalität Gott und nicht dem Staat gilt.

3. Postkoloniale Identitätssuche

Wahrnehmung: In manchen Regionen wird das Christentum als „Religion der weißen Kolonialherren“ abgelehnt.

Hintergrund: Radikale antikoloniale Bewegungen sehen im Christentum eine Zerstörung traditioneller afrikanischer Werte und Kulturen.

Ziel: Rückkehr zu rein indigenen oder anderen religiösen Identitäten unter Ausschluss christlicher Einflüsse.

4. Ressourcenkonflikte (Ethnisch-Religiöse Überschneidung)

Beispiel: Der Konflikt zwischen Fulani-Hirten (meist muslimisch) und sesshaften Bauern (oft christlich) in Nigeria.

Hintergrund: Es geht primär um fruchtbares Land und Wasser. Da die Konfliktparteien unterschiedlichen Religionen angehören, religiösiert sich der Kampf um Ressourcen und eskaliert zu gezielter Gewalt gegen christliche Dörfer.

5. Soziale Abneigung: Was wird an ihnen „nicht gemocht“?

Zusammenfassend lassen sich folgende Reibungspunkte festhalten:

Westliche Assoziation: Christen gelten oft fälschlicherweise als verlängerter Arm westlicher Politik und Kultur.

Missionierung: Aktive Bekehrungsversuche werden oft als Angriff auf den sozialen Zusammenhalt bestehender (muslimischer oder traditioneller) Gemeinschaften gewertet.

Wettbewerb: Die starke soziale Organisation der Kirchen (Schulen, Krankenhäuser) wird von schwachen Staaten oder rivalisierenden Gruppen als bedrohliche Konkurrenz wahrgenommen.
Re: Fremde Antike
Info schrieb am 20.12.2025 um 17:58 Uhr (Zitieren)
Zusammenfassung über die weltweite Christenverfolgung außerhalb Afrikas:
Ursachen der Christenverfolgung weltweit (Asien, Naher Osten, Lateinamerika)

Während in Afrika oft Bürgerkriege und Milizen die Verfolgung prägen, sind in anderen Teilen der Welt staatliche Ideologien und radikaler Nationalismus die Haupttreiber.
1. Asien: Staatliche Ideologie und Nationalismus

Kommunistischer Totalitarismus (Nordkorea, China): Das Christentum wird als gefährlicher ausländischer Einfluss (Spionage) und Konkurrenz zur Staatsideologie gesehen. Christen erkennen eine höhere Autorität als den „Führer“ oder die Partei an, was als Staatsverrat gewertet wird.

Religiöser Nationalismus (Indien, Myanmar): In Indien propagiert die Hindutva-Ideologie, dass nur ein Hindu ein „echter“ Inder ist. Christen werden als Fremdkörper wahrgenommen, die die nationale Identität schwächen. Besonders Konversionen (Übertritte) werden oft gewaltsam bekämpft.

2. Naher Osten: Schwindende Minderheiten und Konversionsverbot

Islamischer Extremismus: In Ländern wie dem Irak oder Syrien wurden Christen durch den IS oder radikale Gruppen systematisch vertrieben, da sie als „Ungläubige“ oder Kollaborateure des Westens diffamiert wurden.

Rechtliche Verfolgung (Iran, Saudi-Arabien): Hier ist oft nicht die christliche Existenz an sich das Hauptproblem, sondern die Konversion. Muslimen, die zum Christentum übertreten (Apostasie), drohen Haft oder die Todesstrafe.

3. Lateinamerika: Kampf gegen Kriminalität und Diktatur

Organisiertes Verbrechen (Mexiko, Kolumbien): Christen werden hier verfolgt, weil sie sich gegen Drogenkartelle und Korruption stellen. Da Kirchen soziale Alternativen zur Bandenmitgliedschaft bieten, stören sie die Rekrutierung der Kartelle.

Autoritäre Regimes (Nicaragua, Kuba): Regierungen gehen gegen die Kirche vor, wenn diese Menschenrechtsverletzungen anprangert oder die Zivilgesellschaft gegen den Staat mobilisiert.

4. Zusammenfassung: Was man an Christen „nicht mag“

Mangelnde Loyalität: In Diktaturen gilt die Treue zu Gott als Rebellion gegen den Staat.

Identitätsstörung: In nationalistischen Staaten gelten sie als Verräter der eigenen Kultur/Religion.

Soziales Gewissen: Kriminelle Banden sehen in christlichen Werten ein Hindernis für ihre Machtausübung und Geschäfte.
 
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