Andreas schrieb am 02.08.2025 um 19:02 Uhr (Zitieren)
Dann wärst du ein nicht realisierter Gedanke Gottes geblieben oder ein platonische Idee.
Was wäre gewesen, wenn es keinen Hitler gegeben hätte?
Oder kein Juden- und Christentum?
Hätte sich der Humanismus auch so "schnell"
entwickelt? Ist er ohne es denkbar?
Re: Veni, vidi, vici
filix schrieb am 03.08.2025 um 02:01 Uhr (Zitieren)
Wenn du deine KI, die sehr wahrscheinlich ein unverbesserlicher People Pleaser ist, daran erinnerst, dass Bürgerkrieg ein systemischer Dauerzustand des 1. Jh. v. Chr. war, der Weg zur Alleinherrschaft kein Selbstläufer ist, schließlich war Octavian weitere 13 Jahre mit militärischen und politischen Konflikten und entsprechend offenem Ausgang beschäftigt, sich vieles wie eine teleologische Überlagerung von Caesar mit dem späteren Augustus liest, als wäre der Prinzipat unvermeidliches Ziel der Geschichte, Ausführender sekundär, eine auch psychologisch fragwürdige Sache, denn Caesar, in diesen Verhältnissen groß und alt geworden, hätte sich neu erfinden müssen, um nur ein paar Punkte des Zweifels zu nennen, wird sie ihre Alternativweltspekulation nicht verteidigen, sondern flugs entsprechend revidieren.
Re: Veni, vidi, vici
Aurora schrieb am 03.08.2025 um 08:22 Uhr (Zitieren)
Worin soll das pleasing hier bestehen?
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 03.08.2025 um 09:08 Uhr (Zitieren)
KI erklärt das aufs Treffendste:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "people pleasing" ein Verhalten ist, bei dem eine Person ständig versucht, anderen zu gefallen und ihre Bedürfnisse zu erfüllen, oft zu ihrem eigenen Nachteil.
Na bitte!
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 03.08.2025 um 09:41 Uhr (Zitieren)
Mit Aliases tut sich KI schwer. Die hiesigen bleiben unerkannt. Zwar heißt es ausführlich:
Filix, Farn, mehrere Unternehmen etc.(Filix Lighting)
Nicht jedoch:
Alias eines Teilnehmers im Forum…
Und schon gar nicht: Klarname, Telefonnummer etc.
Ist es da ein Trost oder zusätzlich niederdrückend, dass KI weder Peter Panter noch Theobald Tiger kennt?
Re: Veni, vidi, vici
Aurora schrieb am 03.08.2025 um 09:55 Uhr (Zitieren)
Inwiefern ist das hier konkret der Fall?
Re: Veni, vidi, vici
βροχή schrieb am 03.08.2025 um 10:30 Uhr (Zitieren)
Pleasing von seiten der KI bedeutet, dass die KI mittels Analyse der Frageformulierung festzustellt, in welche Richtung der Fragende sich eine Antwort wünscht und eben diese dann ausspuckt.
Ähnlich wie in den soz. Medien die Filterblasen per Algorhythmen gefüllt werden.
Re: Veni, vidi, vici
βροχή schrieb am 03.08.2025 um 10:31 Uhr (Zitieren)
Sorry tippo, feststellt
Re: Veni, vidi, vici
filix schrieb am 03.08.2025 um 12:18 Uhr (Zitieren)
Dass sie einfach irgendetwas fabuliert, bloß um dem Nutzer zu gefallen, will ich nicht behauptet haben, aber sie ist in der Regel darauf optimiert, bei annähernd plausiblen Einwänden (und können die oben nicht darauf Anspruch machen, solche zu sein?) so gut wie keinen diskursiven Widerstand zu leisten und ihre Antwort entsprechend anzupassen. Sie hat anders als Menschen keinerlei psychologisches Interesse an der Verteidigung ihrer Position, fühlt sich ihr auch nicht verpflichtet, Revision ist ihr ein schmerzfreies Unterfangen. Sie bleibt immer freundlich und die ständig eingestreute Wertschätzung (die man nicht erwidern muss, um sie wiederum zu erhalten, eine unmenschliche Asymmetrie) in der Kommunikation, ein süßes Gift, begünstigt ein pseudodialogisches Milieu der intellektuellen Abstumpfung, das die Bereitschaft, ihren Output zu überprüfen oder kritisieren sukzessive herabsetzt. Vielleicht sollte man sie also besser einen Cognitive Pleaser nennen.
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 03.08.2025 um 13:58 Uhr (Zitieren)
KI und ihr Nähkästchen:
Die Grundsätze für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) umfassen Aspekte wie Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Ethik & Fairness, Sicherheit, Menschliche Aufsicht und Schadensminimierung. Diese Prinzipien sollen sicherstellen, dass KI-Systeme verantwortungsvoll, diskriminierungsfrei und sicher eingesetzt werden und sowohl rechtlichen als auch gesellschaftlichen Anforderungen entsprechen.
Mehr unter google, KI Grundsätze.
Re: Veni, vidi, vici
Bukolos schrieb am 03.08.2025 um 14:46 Uhr (Zitieren)
Interessanterweise wird einem in KI-Seminaren vermittelt, dass das Beachten von Netiquette positiven Einfluss auf die Qualität des Outputs haben soll. Man müsste unterstellen, dass OpenAI und Konsorten sich zur Erziehung ihrer User berufen fühlen, sollte das stimmen.
Was den Punkt der intellektuellen Abstumpfung bei unkritischen KI-Usern betrifft, frage ich mich schon seit einiger Zeit, was am Ende überwiegen wird: Die so bewirkte Verstärkung der Ungleichverteilung kulturellen Kapitals oder die soziale (speziell Bildungs-)Unterschiede nivellierende Kraft eines Teilhabe ermöglichenden Instruments sprachlicher Selbstermächtigung.
Re: Veni, vidi, vici
βροχή schrieb am 03.08.2025 um 14:54 Uhr (Zitieren)
als geschätzter Sparringspartner nicht geeignet **gg
Aber das ist nichts, worauf KI nicht trainiert werden könnte.
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 03.08.2025 um 15:34 Uhr (Zitieren)
Hie und da, womöglich oftmals, erweist sich KI als Wikipedia höherer bzw aggregierter Art.
Zum naheliegenden Thema Meerschweinchen etwa dient und reicht als Quelle Wikipedia.
Allen bekannt ist sicher folgender Abschnitt:
„Allein in Peru werden pro Jahr ca. 65 Millionen Meerschweinchen verzehrt und sie sind dort auch schon seit langem ein fester Bestandteil der Esskultur. So zeigt ein berühmtes Gemälde des letzten Abendmahls in der Hauptkathedrale von Cusco Christus und die zwölf Apostel beim Verzehr von Meerschweinchen.“
(Dies soll zugleich eine Aufheiterung am Sonntagnachmittag sein.)
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 03.08.2025 um 15:52 Uhr (Zitieren)
Abschließend noch und nur dies:
Das Meerschweinchen heißt in Peru nicht etwa cerdito de mar, sondern „cuy“, offenbar eine lautmalerische Anlehnung an die Tierchen.
Re: Veni, vidi, vici
Bukolos schrieb am 03.08.2025 um 16:41 Uhr (Zitieren)
Nach anderen wird das Pessach-Lamm auf dem Bild durch eine Cuvier-Hasenmaus (Lagidium viscacia) vertreten.
Das Meerschweinchen finde ich sehr schön, Jesus wird in die Welt der Einheimischen integriert.
Re: Veni, vidi, vici
βροχή schrieb am 03.08.2025 um 17:06 Uhr (Zitieren)
Welche waren die anderen Vertreter des Lamms? Alpakas, Puten? Diese Hasenmaus sieht aus wie ein Hase.
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 03.08.2025 um 17:54 Uhr (Zitieren)
Mehrere Anfragen erreichen mich zu „Meerrettich“.
Maior, der große Rettich. (Radix)
Re: Veni, vidi, vici
βροχή schrieb am 03.08.2025 um 18:07 Uhr (Zitieren)
.... das passt eher zu Weihnachten als zu Ostern
Meerschweinchen mit Meerrettich
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 03.08.2025 um 18:28 Uhr (Zitieren)
Horseredish übrigens horse=strong, coarse.
Horse, aber das ist ja bekannt, Metathese zu Ross.
Re: Veni, vidi, vici
βροχή schrieb am 03.08.2025 um 20:46 Uhr (Zitieren)
..... rôti de cheval
Re: Veni, vidi, vici
filix schrieb am 03.08.2025 um 20:53 Uhr (Zitieren)
Das mag insofern stimmen, als diskursiver Widerstand derzeit in gewissem Rahmen seiner sprachlichen Ausdrucksform nach sich trainieren lässt. Aber was treibt ihn jenseits der Formen an?
Die Frage zielt auf außersprachliche Faktoren, die in der Wissensproduktion des Menschen und seinem Kommunikationsverhalten als, wenn man so will, diskursives Tier von Bedeutung sind. Unter der rhetorischen Oberfläche des Diskurses liegt die ontologisch-epistemische und psychologische Dimension: der Wille (und auch der Unwille) zum Wissen, das Begehren, Recht zu behalten oder sich täuschen zu lassen, Abwehr, Affekte, Neugier, Vermeidung, der Wunsch, sich bestätigt und anerkannt zu finden im Gespräch, die spielerische Erprobung von alternativen Perspektiven und tausend Dinge, der Flow, der einen weiterleitet und tausend Dinge mehr.
Der Mensch steht dem Wissen schließlich nicht nur als kognitiver Agent, der sich in seiner Funktion vollkommen versprachlichen lässt, gegenüber, sondern als psychophysisches Wesen, dessen Verhältnis zum Wissen durch Wünsche, Abwehrmechanismen, Affekte und auch biologische Bedürfnisse geprägt ist. Er ist kein Chatbot, der gleichsam das Pech hat, leibhaft und endlich zu existieren. Das alles nur als den verfemten Teil des Wissens anzusehen, den ein bloß am besten Argument interessierter Diskursteilnehmer möglichst hinter sich lassen sollte, scheint mir grundsätzlich verfehlt. Platon wäre womöglich entzückter, dass sich eine ungekannte Ausbruchsmöglichkeit aus dem Gefängnis menschlicher Existenz ins Reich der Ideen abzuzeichnen scheint.
Die KI, um die es hier geht, die nicht denkt und keine Beziehung eines so verfassten Wesens zur Welt als Grund von Wissen unterhält, besitzt vorerst nichts dergleichen. Was in den von ihr generierten Texten sich davon spiegelt, sind eben nur fragmentierte Reflexionen menschlicher Motive, ihr erstarrter Ausdruck, keine echten inneren Antriebe. Die kommen immer noch vom menschlichen Teil dieser Dialoge und ihm fällt auch zu, sie nicht durch besagte Abstumpfung einschläfern zu lassen, und dem unmenschlichen Widerpart nicht eine übermenschliche Autorität zuzubilligen in der Beurteilung und Weiterverwendun seines Outputs.
Re: Veni, vidi, vici
filix schrieb am 03.08.2025 um 20:54 Uhr (Zitieren)
und tausend Dinge
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 03.08.2025 um 21:16 Uhr (Zitieren)
Die Bewertung von KI mittels der Begriffsfelder Individualität sowie individuell angeeignetem bzw durchdrungenem Wissen könnte weiter führen. Die oben, im dritten Abschnitt, angesprochenen Aspekte gehen mE in diese Richtung.
Re: Veni, vidi, vici
βροχή schrieb am 03.08.2025 um 21:35 Uhr (Zitieren)
KI simuliert menschliche Sprache und präsentiert in dieser Form Daten. KI denkt nicht. Das ist die Simulation von Gedanken. Diese Simulation wird immer besser. Es bleibt trotzdem eine Maschine.
Re: Veni, vidi, vici
filix schrieb am 03.08.2025 um 22:13 Uhr (Zitieren)
Dass ein bloß konfrontatives, vorwiegend an affektiver Abfuhr interessiertes Kommunikationsverhalten den Output negativ beeinflusst, liegt wohl an der Tendenz der KI-Chatbots, die kommunikativen Muster des Nutzers bis zu einem gewissen Grad zu übernehmen, schon im Interesse pragmatischer Kohärenz, die „angemessene Reaktionen“ erzeugen soll.
Gleichzeitig greifen Sicherheitsregeln, die insbesondere bei heiklen Themen oder aggressiver Sprache zu vagem, ausweichendem, oft abwägend-abwiegelndem Output führen. Wie unter Menschen auch verlagert sich der Fokus der Gesprächsführung in so einem Fall recht schnell: Wenn die eigentliche Frage hinter affektiven, ideologischen oder provokativen Elementen zurücktritt, rückt oft die emotionale oder metadiskursive Ebene in den Vordergrund.
Das generiert vermehrt Antworten, die auf diese Ebenen eingehen oder sie zumindest einzuhegen versuchen, während die eigentliche Sachfrage, falls der Prompt überhaupt eine enthielt, in den Hintergrund gerät. Dieses Abgleiten wird von vielen Nutzern als frustrierend erlebt. Manche deuten es als moralische Disziplinierung, als Zensur oder mehr oder minder subtile Manipulation. Der als mangelhaft empfundene Anschluss an die eigene Sichtweise verstärkt diesen Eindruck, gerade weil das Modell sonst ständig bemüht ist, bis an die Toleranzgrenzen der Richtlinien anschlussfähig zu bleiben. Das erinnert bisweilen an die Diskussion um das angeblich gerade noch oder nicht mehr Erlaubte in der freien Meinungsäußerung, wo gerne ausbleibende affirmative Anschlusskommunikation als Verbot oder Zensur gekennzeichnet wird. Verschärft wird das alles durch besagte Unmenschlichkeit des Widerparts, mangels echter Empfindungen, Haltungen und außersprachlicher Belastungsgrenzen, scheint ihm auf andere Weise beizukommen unmöglich.
Ob man diese Aspekte wirklich unter dem wertenden Begriff der Qualität des Outputs diskutieren muss, sei dahingestellt, dass darin Idealvorstellungen von einem emotional kontrollierten, ergebnisoffen an Sachdiskussion vorrangig interessierten Gesprächsteilnehmer am Werk sind, der den Maßstab der Beurteilung abgibt, scheint mir allerdings offensichtlich.
Re: Veni, vidi, vici
filix schrieb am 03.08.2025 um 22:36 Uhr (Zitieren)
Wer übrigens an Flyting, Rabulistik, sachfragenfernem rhetorischem Schlammcatchen interessiert ist mit einem solchen Gegenüber, das immer etwas gewitzt-bösartiger, zynischer, vernichtender antworten kann als man selbst, wird mittlerweile natürlich entsprechend bedient. Das Modell Monday beispielsweise, ein Name irgendwo zwischen Wochenbeginnfrust des Erwerbstätigen und verlockend zwielichtigem Künstlernamen, trägt den schönen Claim: A personality experiment. You may not like it. It may not like you.
Re: Veni, vidi, vici
filix schrieb am 03.08.2025 um 22:44 Uhr (Zitieren)
* rhetorischen
Re: Veni, vidi, vici
Patroklos schrieb am 04.08.2025 um 11:35 Uhr (Zitieren)
KI hat ein inniges, ja familiäres Verhältnis zu „Monday“:
„Monday" ist eine neue Funktion oder ein bestimmter Modus innerhalb von ChatGPT, der sich durch einen sarkastischen und humorvollen Ton auszeichnet. Es ist als eine Art "schlecht gelaunter" ChatGPT bekannt, der für Abwechslung sorgen soll.