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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Fischer (408 Aufrufe)
βροχή schrieb am 03.07.2025 um 12:18 Uhr (Zitieren)
Fisher of the beach, come from the rock on to the dry land and begin the day well with this early buyer. If you have caught in your weel black-tails or some mormyre, or wrasse, or spams, or small fry, you will call me lucky, who prefer not flesh but the fruit of the sea to make me forget I am munching a dry crust. But if you bring me bony chalcides or some thrissa, good-bye and better luck! I have not got a throat made of stone.

epigramm 6.304

https://www.worldhistory.org/img/r/p/1500x1500/5202.jpg.webp?v=1618560922

Re: Fischer
Γραικύλος schrieb am 03.07.2025 um 23:05 Uhr (Zitieren)
Dichter: Phanias.
Re: Fischer
Werner schrieb am 04.07.2025 um 07:06 Uhr (Zitieren)
Beim Thema FISCHE fällt mir spontan Böll ein:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anekdote_zur_Senkung_der_Arbeitsmoral
Re: Fischer
Γραικύλος schrieb am 04.07.2025 um 10:13 Uhr (Zitieren)
Dabei hat Böll zwar nicht die Fische, wohl aber die Pointe einer antiken Quelle entnommen:

Plutarch, Pyrrhos 14:
Damals lebte ein gewisser Thessalier namens Kineas, ein sehr weiser und einsichtsvoller Mann, ein Schüler des Redners Demosthenes. [...] Dieser Mann stand in Diensten des Pyrrhos und wurde immer von ihm als Gesandter an die Städte geschickt. [...] Als dieser Kineas jetzt sah, daß Pyrrhos zu dem Zuge nach Italien entschlossen war, leitete er in einer Mußestunde folgende Unterhaltung mit ihm ein: „Die Römer, mein Pyrrhos, sollen sehr kriegerisch sein und über viele streitbare Völker herrschen. Wenn uns nun aber Gott verleiht, sie zu überwinden, wozu wollen wir dann den Sieg benutzen?“ Pyrrhos antwortete: „Du fragst mich, Kineas, über eine Sache, die deutlich und einleuchtend genug ist. Sind die Römer erst überwunden, so gibt es dort keine einzige Stadt mehr, weder eine barbarische noch eine griechische, die es mit uns aufnehmen könnte. Dann wird ganz Italien sogleich unser sein, dessen Größe, Fruchtbarkeit und Macht eher irgend-einem anderen als dir unbekannt sein dürfte.“

Kineas hielt eine Weile inne und fragte dann: „Aber, mein König, wenn wir nun Italien erobert haben, was wollen wir dann anfangen?“ Pyrrhos, der seine Absicht noch immer nicht merkte, versetzte: „Das naheliegende Sizilien reicht uns die Hände, eine beglückte und volkreiche Insel, die sehr leicht zu erobern ist. Denn seit Aga-thokles’ Tod, mein Kineas, herrscht dort überall in den Städten mehr als Zwietracht, Anarchie und der Übermut der Demagogen.“ „Das läßt sich hören“, sagte Kineas, „aber die Eroberung Siziliens ist doch wohl nicht das äußerste Ziel unseres Feldzuges?“ „Gott verleihe uns“, antwortete Pyrrhos, „nur Glück und Sieg! Dies alles wird für uns ein bloßes Vorspiel von wichtigen Unternehmungen sein. Denn wer wollte nun auf das nur einen Sprung entfernte Libyen und Karthago verzichten, welches Agathokles, obwohl er von Syrakus heimlich entwichen und mit wenigen Schiffen hinübergesegelt war, um ein Haar erobert hätte? Daß aber nach Eroberung dieser Länder keiner von den Feinden, die uns jetzt Trotz bieten, wird widerstehen können, was braucht man dies erst zu sagen?“

„Das ist unnötig“, versetzte Kineas, „denn jeder sieht ein, daß mit einer solchen Macht nicht nur Makedonien wieder erobert, sondern auch ganz Griechenland in völliger Sicherheit beherrscht werden kann. Jedoch, wenn nun alle diese Länder uns unterwürfig sind, was werden wir dann beginnen?“

Pyrrhos lachte: „Nun, dann wollen wir, mein Bester, ganz die Ruhe und Muße genießen, alle Tage mit Schmausereien und Vergnügungen zubringen und uns untereinander durch angenehme Gespräche ergötzen.“

Nachdem Kineas den Pyrrhos auf diesen Punkt gebracht hatte, sagte er zu ihm: „Was hindert uns denn, wenn wir wollen, jetzt gleich in Saus und Braus zu leben und die Ruhe miteinander zu genießen, da wir schon ohne alle Mühe dasjenige bei der Hand haben, wozu wir erst durch Blutvergießen, durch viele Strapazen und Gefahren und eine Menge Übel, die wir teils selbst erlitten, teils anderen zugefügt haben, gelangen werden?“

Durch diese Vorstellung machte Kineas dem Pyrrhos mehr Ärger, als daß er ihn von seinem Vorhaben abbrachte, indem er zwar wohl überlegte, was für eine glückliche Lage er verlassen würde, aber doch jenen schmeichelhaften Aussichten nicht entsagen konnte.

Re: Fischer
Udo schrieb am 04.07.2025 um 12:31 Uhr (Zitieren)
Ein Motivklau?
Wenn ja, gut getarnt, aber nicht gut genug.

Böll kannte die antike Literatur, doch sie war für ihn keine dominierende Inspirationsquelle wie etwa für Thomas Mann oder Hermann Broch. Seine literarische Orientierung war stärker auf die Gegenwart und ihre ethischen Krisen ausgerichtet.
Re: Fischer
Patroklos schrieb am 04.07.2025 um 12:41 Uhr (Zitieren)
Wanderer, kommst du nach Spa…
Eine grauenhafte Erzählung.
Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 13:05 Uhr (Zitieren)
Das Motiv, nicht mehr als nötig zu arbeiten ist eine in Afrika auch nach der Böllzeit noch eine weit verbreitete Lebensweise auf dem Land. Dort war/ist das üblich. Daher war es für Böll nicht nötig bei einem antiken Autor zu Motivklau zu machen, es ist ein menschl. Grundmotiv.

Böll mag ich nicht, ich empfinde seine Sprache als unangenehm.


Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 13:12 Uhr (Zitieren)


Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.
Konfuzius



Afrikanern schenkte die WHO Moskitonetze zum Schutz vor Malaria, sie benutzen diese zum fischen.
(Quelle: afrikanische Mundpropaganda)





Re: Fischer
Γραικύλος schrieb am 04.07.2025 um 13:15 Uhr (Zitieren)
Was Böll übernommen hat - und ich bin mir ziemlich sicher, daß er es von Plutarch übernommen hat -, ist mehr als die Maxime, nicht mehr als nötig zu arbeiten; es ist der komplette literarische Plot, übertragen aufs Fischen: Erst machen wir das, dann das, dann das und haben damit ERFOLG! Aber was erbringt dieser Erfolg? Nichts, was man nicht schon ohne alle diese Mühe genießen könnte.

Zudem waren zu Bölls Zeit Plutarchs Parallelbiographien kein Geheimtip, sondern populär.
Re: Fischer
filix schrieb am 04.07.2025 um 13:15 Uhr (Zitieren)
Was hat die vermeintliche gesamtafrikanische Arbeitsmoral zu Bölls Zeiten genau mit der besagten Anekdote zu tun, deren erster Satz lautet: In einem Hafen an der westlichen Küste Europas liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst.?
Re: Fischer
Γραικύλος schrieb am 04.07.2025 um 13:20 Uhr (Zitieren)
Fischer : Kineas
Tourist: Pyrrhos

An die Stelle der Eroberungen tritt die wirtschaftliche Expansion.
Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 15:14 Uhr (Zitieren)
Was hat die vermeintliche gesamtafrikanische Arbeitsmoral zu Bölls Zeiten genau mit der besagten Anekdote zu tun


Der Mensch versteht nicht, warum er weiter arbeiten soll, wo er schon genug zum leben hat, er arbeitet nur, wenn er etwas braucht.
Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 15:18 Uhr (Zitieren)
Γραικύλος

Die Parallelen sind schon klar. Die Geschichte könnte auch andere Inspirationsquellen haben, erwähnte Böll selbst die antike Erzählung?
Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 15:22 Uhr (Zitieren)
Der Jagd nach dem Erfolg abzusagen, das ist auch ein Grundmotiv. Möglicherweise gibt es weitere Anekdoten?
Re: Fischer
Γραικύλος schrieb am 04.07.2025 um 15:23 Uhr (Zitieren)
Wikipedia über Heinrich Böll:
Mit dem Sommersemester 1939 nahm er an der Universität zu Köln das Studium der Germanistik und der Klassischen Philologie auf [...]
Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 15:34 Uhr (Zitieren)
... das wird doch nicht bezweifelt, dass es es kannte. Das muss nicht automatisch heißen, dass er es als Vorlage benutzte, außer er beruft sich darauf.
Re: Fischer
Γραικύλος schrieb am 04.07.2025 um 16:44 Uhr (Zitieren)
Er kannte es, und die Struktur ist gleich. Warum soll man dann in Afrika oder China suchen, zumal dann, wenn man keine strukturgleiche Geschichte von dort kennt?
Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 17:30 Uhr (Zitieren)
.... mgl. wäre es,
wetten würde ich nicht darauf.

Die Inspriration kann man strukturähnlich kontrastierend auch in dem Märchen vom Fischer und seiner Frau verorten. Wobei sogar ein Fischer anwesend ist.

Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 17:34 Uhr (Zitieren)
.... die Lebensweise in Afrika zu kennen, wäre keine Inspiration durch eine Geschichte, sondern durch das Leben. Insofern hätte er seiner Geschichte die Struktur selbst gegeben. Was ich ihm auch zutraue.




Re: Fischer
filix schrieb am 04.07.2025 um 17:48 Uhr (Zitieren)
Man liest von einem Fischer an der europäischen Westküste und denkt augenblicklich an afrikanische Arbeitsmoral - klingt einleuchtend.
Re: Fischer
Γραικύλος schrieb am 04.07.2025 um 17:55 Uhr (Zitieren)
Dem Märchen vom Fischer und seiner Frau fehlt zweierlei:
1. daß es sich um die Diskussion eines aufwendigen Planes handelt;
2. die Pointe: "Warum feiern wir dann nicht gleich?"
Re: Fischer
Patroklos schrieb am 04.07.2025 um 18:23 Uhr (Zitieren)
Anfang und Ende sind doch im Märchen eigentümlich anders:
Ga man hen. Se sitt all weder in’n Pissputt.
Wo sie anfänglich waren.
Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 21:42 Uhr (Zitieren)
...ja Patro, das meinte ich mit kontrstierend. Mit anderen Vorzeichen.
Am Ende ist trotz aller Anstrengungen und stress mit dem Fisch die Ausgangslage wieder erreicht.
Re: Fischer
βροχή schrieb am 04.07.2025 um 21:42 Uhr (Zitieren)
... kontrastierend
 
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