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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Ermordung Caesars #9 (196 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 30.05.2025 um 23:48 Uhr (Zitieren)
VI. DER BERICHT DES CASSIUS DIO (ca. 155-235 u.Z.)

17. Was ihn nun betraf, so warnten ihn vor dem Anschlag nicht nur Wahrsager, es warnten ihn auch Träume. Denn in der Nacht vor seiner Ermordung träumte seine Frau, daß ihr Haus in Trümmer gefallen und ihr Gemahl von einigen verwundet worden sei und sich an ihre Brust geflüchtet habe. Und Caesar träumte, er sei zu den Wolken emporgehoben worden und habe Iuppiters Hand ergriffen. Außerdem wurden ihm nicht wenige oder unbedeutende Vorzeichen zuteil: Die Waffen des Mars, die damals nach Vätersitte bei ihm als dem pontifex maximus niedergelegt waren, verursachten im Laufe der Nacht einen gewaltigen Lärm, und die Türen des Zimmers, in dem er schlief, öffneten sich von selbst. Weiterhin fielen die Opfer, die er ob dieser Vorfälle veranstaltete, ganz und gar nicht günstig aus, und die Vögel, durch die er sich prophezeien ließ, verboten ihm, das Haus zu verlassen. Auch das, was mit seinem vergoldeten Stuhl geschah, erschien einigen, jedenfalls nach seiner Ermordung, unheilverkündend; denn der Diener hatte ihn, als sich Caesars Ankunft verzögerte, aus der Kurie entfernt, in der Meinung, man benötige ihn nicht mehr.

18. Caesars Kommen verzögerte sich nun deshalb, und die Verschwörer mußten schon fürchten, es werde einen Aufschub geben – nach einem im Umlauf befindlichen Gerücht hieß es tatsächlich, er wolle diesen Tag ganz zu Hause bleiben – und das Attentat fehlschlagen und ihre Entdeckung erfolgen. Aus diesem Grunde entsandten sie den Decimus Brutus, damit er als anscheinend enger Freund Caesars ihn zu kommen veranlasse. Er zerstreute auch dessen Bedenken und erreichte unter Hinweis, daß der Senat ihn sehr gern sehen würde, wirklich sein Kommen. In diesem Augenblick stürzte ein Bildnis Cae-sars, das er im Vorraum hatte aufstellen lassen, von selbst zu Boden und brach in Stücke. Doch da er an diesem Tage sterben sollte, kümmerte er sich nicht weiter darum und wollte auch nicht auf einen Mann hören, der ihm Angaben über die Verschwörung machte. Er nahm zwar von ihm einen kleine Schriftrolle entgegen, darin sämtliche auf das Attentat bezüglichen Vorbereitungen genau aufgezeichnet waren, las sie aber nicht, in der Meinung, sie enthalte nur irgendeine Sache ohne dringende Bedeutung. Kurzum, er fühlte sich so sicher, daß er zu dem Wahrsager, der ihn einmal gewarnt hatte, sich vor jenem Tag in acht zu nehmen, spöttisch bemerkte: „Wo sind denn nun deine Prophezeiungen? Oder siehst du denn nicht, daß der Tag, vor dem du bangtest, da ist und ich immer noch am Leben bin?“ Darauf gab der Mann, wie es heißt, nur die Antwort: „Jawohl, er ist da, aber noch nicht vorüber!“

 
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