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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Ermordung Caesars #8 (156 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 29.05.2025 um 23:56 Uhr (Zitieren)
[quote](Fortsetzung Sueton)

82. Als er Platz nahm, umringten ihn die Verschworenen, es schien so, als ob sie ihm ihre Aufwartung machen wollten, und sofort nahm Cimber Tillius [sic!], der die erste Rolle übernommen hatte, mit ihm Tuchfühlung auf, so als wolle er ihn um etwas bitten. Als Caesar aber abwinkte und ihn mit einer Handbewegung auf ein anderes Mal vertröstete, packte Tillius ihn an beiden Schultern an der Toga; Caesar schreit: „Das ist ja Gewalt!“ [Ista quidem vis est.] Da verwundet ihn einer der beiden Casca von hinten knapp unterhalb der Kehle. Caesar packte Casca beim Arm und stieß seinen Schreibgriffel hindurch. Als er versuchte fortzuspringen, wurde er durch eine zweite Verwundung daran gehindert. Wie er nun sieht, daß man bereits die Dolche gezückt hat und von allen Seiten damit auf ihn einstechen will, zieht er die Toga über den Kopf und läßt von der linken Hand den Bausch der Toga bis zu den Fersen hinabgleiten, um mit Ehre und Anstand zu fallen, wobei auch der untere Teil seines Körpers verhüllt bleibe. In dieser Stellung wurde er von dreiundzwanzig Stichen durchbohrt; er gab keinen Laut von sich, nur einmal, als ihn der erste Stoß traf, stöhnte er auf. Andererseits haben ein paar Autoren überliefert, er habe, als Marcus Brutus auf ihn einstach, auf griechisch gesagt: „Auch du, mein Sohn? [καὶ σὺ τέκνον;]“ Während alle das Weite suchten, blieb er noch einige Zeit tot daliegen, bis ihn drei junge Sklaven auf eine Trage legten – der eine Arm baumelte herab – und nach Hause trugen. Von allen Wunden war nur eine tödlich gewesen, nämlich die zweite, die er in die Brust erhalten hatte, so der Arzt Antistius.

[Gaius Suetonius Tranquillus: Die Kaiserviten: Divus Iulius]

Hier ist diese Stelle, die mich schon immer irritiert hat: Sueton zitiert ein letztes Wort Caesars (wovon die weitaus meisten anderen Autoren nichts berichten) und wechselt dabei ins Griechische: καὶ σὺ τέκνον;

Selbstverständlich sprach Caesar auch Griechisch, doch wie wahrscheinlich ist es, daß ein Mensch in höchster Todesnot in eine Fremdsprache wechselt, wo doch jeder Mensch in Urlaute verfällt?
Re: Die Ermordung Caesars #8
Γραικύλος schrieb am 29.05.2025 um 23:56 Uhr (Zitieren)
(Fortsetzung Sueton)

82. Als er Platz nahm, umringten ihn die Verschworenen, es schien so, als ob sie ihm ihre Aufwartung machen wollten, und sofort nahm Cimber Tillius [sic!], der die erste Rolle übernommen hatte, mit ihm Tuchfühlung auf, so als wolle er ihn um etwas bitten. Als Caesar aber abwinkte und ihn mit einer Handbewegung auf ein anderes Mal vertröstete, packte Tillius ihn an beiden Schultern an der Toga; Caesar schreit: „Das ist ja Gewalt!“ [Ista quidem vis est.] Da verwundet ihn einer der beiden Casca von hinten knapp unterhalb der Kehle. Caesar packte Casca beim Arm und stieß seinen Schreibgriffel hindurch. Als er versuchte fortzuspringen, wurde er durch eine zweite Verwundung daran gehindert. Wie er nun sieht, daß man bereits die Dolche gezückt hat und von allen Seiten damit auf ihn einstechen will, zieht er die Toga über den Kopf und läßt von der linken Hand den Bausch der Toga bis zu den Fersen hinabgleiten, um mit Ehre und Anstand zu fallen, wobei auch der untere Teil seines Körpers verhüllt bleibe. In dieser Stellung wurde er von dreiundzwanzig Stichen durchbohrt; er gab keinen Laut von sich, nur einmal, als ihn der erste Stoß traf, stöhnte er auf. Andererseits haben ein paar Autoren überliefert, er habe, als Marcus Brutus auf ihn einstach, auf griechisch gesagt: „Auch du, mein Sohn? [καὶ σὺ τέκνον;]“ Während alle das Weite suchten, blieb er noch einige Zeit tot daliegen, bis ihn drei junge Sklaven auf eine Trage legten – der eine Arm baumelte herab – und nach Hause trugen. Von allen Wunden war nur eine tödlich gewesen, nämlich die zweite, die er in die Brust erhalten hatte, so der Arzt Antistius.

[Gaius Suetonius Tranquillus: Die Kaiserviten: Divus Iulius]
 
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