Patroklos schrieb am 29.05.2025 um 09:56 Uhr (Zitieren)
Nährvater, Ziehvater etc. des Herrn, so lautet der Ehrentitel des Hl. Joseph von Nazareth, auf den der „Vatertag“ zurückgeführt werden kann. Zu den anderen Bezeichnungen gehört auch Μνήστωρ! (Schreibvariante von Νέστωρ?)
Re: Nutritor Domini
Aurora schrieb am 29.05.2025 um 10:18 Uhr (Zitieren)
Re: Nutritor Domini
Patroklos schrieb am 29.05.2025 um 10:41 Uhr (Zitieren)
Danke. Aufschlussreich. „Nestor“ wäre auch nicht abwegig.
Gibt es griechisch-mythologische Sprachspuren in den Testamenten? Die 70 Herren waren doch griechischfest.
Re: Nutritor Domini
Aurora schrieb am 29.05.2025 um 10:50 Uhr (Zitieren)
PS:
Mangel an außerbiblischen Quellen direkt zu Josef: Es gibt keine unabhängigen, nicht-christlichen antiken Quellen, die direkt Josef von Nazareth erwähnen. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich für Personen, die nicht in prominenten Positionen waren. Die meisten Menschen des ersten Jahrhunderts, auch aus dem römischen Reich oder Judäa, sind nicht in historischen Aufzeichnungen außerhalb von religiösen Texten oder offiziellen Listen erwähnt.
Apokryphe Schriften: Später entstanden apokryphe Schriften (nicht in den biblischen Kanon aufgenommene Texte), die mehr Details über Josefs Leben erzählen, wie das Protoevangelium des Jakobus. Diese Texte sind jedoch eher Legenden und spiegeln nicht unbedingt historische Fakten wider, sondern vielmehr die spätere Verehrung und das Interesse an seiner Person.
Verehrung in der Kirche: Die sehr frühe und anhaltende Verehrung des Heiligen Josef in der christlichen Tradition, die bis in die ersten Jahrhunderte zurückreicht, deutet ebenfalls auf eine historische Grundlage hin. Man hätte kaum eine so zentrale Figur verehrt, wenn es nicht die Überzeugung gegeben hätte, dass sie tatsächlich existiert hat.
Zusammenfassend: Obwohl die biblischen Berichte über Josef knapp sind und es keine unabhängigen außerbiblischen Zeugnisse gibt, die seine Existenz direkt belegen, ist es im Rahmen der historischen Forschung zur Zeit und zum Umfeld Jesu höchst unwahrscheinlich, dass Josef von Nazareth eine rein erfundene Figur ist. Er ist integraler Bestandteil der frühesten christlichen Erzählungen über Jesus und seine Familie, und seine Rolle als Marias Ehemann und Jesu Ziehvater ist theologisch und narrativ von großer Bedeutung. Historiker betrachten ihn daher in der Regel als eine reale Person, über die wir einfach wenig Details wissen.
Ist das wirklich überzeugend?
Was meinst du dazu als gelernter Historiker, Graeculus?
Re: Nutritor Domini
Patroklos schrieb am 29.05.2025 um 10:55 Uhr (Zitieren)
Sehr schön. Danke. Es geht mir nicht um Joseph.
Ich meinte, ob griechisch-mythologische Spuren im AT/NT Eingang gefunden haben.
Re: Nutritor Domini
Γραικύλος schrieb am 29.05.2025 um 18:50 Uhr (Zitieren)
Die Überzeugung (der Glaube) hat gewiß existiert; doch ob sie sich von der Überzeugung, Theseus habe existiert, durch irgendwelche Belege unterscheidet, das bezweifle ich.
Zumal es bei Kelsos eine ganz andere Überlieferung der Abstammung Jesu gibt: https://www.albertmartin.de/altgriechisch/forum/?view=5483