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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der Tod des Romulus #3 (148 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 21.05.2025 um 23:56 Uhr (Zitieren)
4. Dionysius Halikarnassus: Römische Frühgeschichte

Dass er dann keines von den Nachbarvölkern mehr unterwarf, daran schien sein schnelles Lebensende schuld zu sein, das ihn ereilte, als er noch auf dem Höhepunkt seiner mili-tärischen Leistungsfähigkeit stand. Darüber gibt es viele unterschiedliche Erzählungen.

Die Autoren, die seine Geschichte eher fabelhaft ausgestalten, behaupten, während einer Versammlung in seinem Lager hätten sich plötzlich aus heiterem Himmel Finsternis herabgesenkt und ein gewaltiger Sturm erhoben. Danach sei er nicht mehr zu sehen gewesen; sie sind fest davon überzeugt, der Mann sein von seinem Vater Mars nach oben entführt worden.

Die Vertreter der glaubhafteren Version dagegen behaupten, er sei von seinen eigenen Mitbürgern umgebracht worden. Als Grund für seine Beseitigung führen sie die Freilassung der Geiseln an, die er von den Vejentern bekommen hatte; sie sei gegen das Herkommen ohne gemeinsamen Beschluss erfolgt. Ferner habe er sich nicht mehr in gleicher Weise gegenüber den alteingesessenen und den erst später in die Listen eingetragenen Mitbürgern verhalten. Dazu sei seine Brutalität bei der Bestrafung von Gesetzesbrechern gekommen – denn einige von den Römern, die wegen Raubzügen gegen die Nachbarn angeklagt waren, weder unbekannte noch wenige Männer, ließ er den Abhang hinunterwerfen (1), wobei er dieses Urteil ganz allein fällte.

Der Hauptgrund aber war, dass man den Eindruck hatte, er gebärde sich bereits rücksichtslos und willkürlich und übe die Herrschaft nicht wie ein König, sondern eher wie ein Tyrann aus [μάλιστα δὲ ὅτι βαρὺς ἤδη καὶ αὐθάδης εἶναι ἐδόκει καὶ τὴν ἀρχὴν οὐκέτι βασσιλικῶς ἀλλὰ τυραννικώτερον ἐξάγειν].

Aus diesen Gründen hätten sich also die Patrizier gegen ihn verschworen und den Mord beschlossen. Die Tat aber hätten sie im Senatsgebäude begangen und den Leichnam zerstückelt, damit der Tote nicht zum Vorschein kam. Dann hätten sie ein so großes Stück von ihm, wie jeder halten konnte, unter ihren Umhängen versteckt, seien damit hinausgegangen und hätten es danach heimlich vergraben.

Andere Autoren erzählen, er sei bei einer Volksversammlung von den römischen Neubürgern umgebracht worden. Den Mord aber hätten sie natürlich zu dem Zeitpunkt ausgeführt, als die Dunkelheit hereingebrochen war, sich das Volk nach der Versammlung wieder zerstreut hatte und der führende Mann ohne seine Wachmannschaft war. Deshalb also, sagen sie, sei der Tag, an dem sich der Vorfall ereignete, nach dem Rückzug der Menschenmenge benannt worden und heiße bis in unsere Tage „Volksfluchtfest“ [ὄχλου φυγή].

[II 56, 1-5]

(1) den Tarpejischen Felsen, an dem Todesurteile vollstreckt wurden
Re: Der Tod des Romulus #3
Aurora schrieb am 22.05.2025 um 08:02 Uhr (Zitieren)
Tarpejischen Felsen, an dem Todesurteile vollstreckt wurden


Im Werk von Titus Livius

Buch 2, Kapitel 41 – Spurius Cassius Vecellinus
Spurius Cassius wird des Hochverrats (perduellio) beschuldigt, da er versuchte, sich durch Agrarreformen und Landverteilung an die Plebejer die Königswürde zu sichern. Er wurde verurteilt und vom Tarpejischen Felsen gestürzt.


Buch 4, Kapitel 13–16 – Spurius Maelius
Spurius Maelius wurde beschuldigt, während einer Hungersnot Getreide aufgekauft und an die Bevölkerung verteilt zu haben, um sich als populärer Führer zu etablieren. Er wurde des Hochverrats angeklagt und vom Tarpejischen Felsen gestürzt.

Buch 6, Kapitel 11–20 – Marcus Manlius Capitolinus
Marcus Manlius, der Rom vor den Galliern gerettet hatte, wurde später beschuldigt, die Königswürde anzustreben. Er wurde verurteilt und vom Tarpejischen Felsen gestürzt.
 
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