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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Caesars großes Fest (176 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 19.05.2025 um 11:59 Uhr (Zitieren)
Cassius Dio, Römische Geschichte XLIII 24:

Im Jahre 46 v.u.Z. gab Caesar im Anschluß an seine Triumphzüge für vier Kriege in Rom ein großes Fest.
Auch angesichts der großen Zahl von Toten (1) machte man indessen Caesar den Vorwurf, er selbst habe seine Blutgier noch nicht gestillt und wolle dem Volke die Bilder seiner eigenen Unglückstaten vor Augen stellen. Noch viel schlimmer fand man, daß er für alle jene Darbietungen ungeheuere Geldsummen aufgewendet hatte. Aus zwei Gründen geriet er darum in üblen Ruf, einmal, weil er unrechtmäßigerweise den größeren Teil der Beiträge eingetrieben, und dann, weil er sie für solche Zwecke mißbraucht habe.

Wenn ich nämlich eine einziges Beispiel der damaligen Verschwendungssucht anführe, werde ich damit eine Vorstellung auch von all dem anderen vermitteln: Auf daß die Sonne keinen der Zuschauer belästige, ließ er über sie, wie einige wenigstens berichten, seidene Vorhänge spannen. Nun ist aber dieses Gewebe ein Werk barbarischer Prunksucht und ist von Barbaren auch zu uns ins Land gekommen, um dem verwöhnten Geschmack einer vornehmen Damenwelt zu genügen.

Die Bürger enthielten sich notgedrungen jeder Bemerkung darüber, während die Soldaten Lärm schlugen, nicht weil sie sich um die leichtsinnige Verschwendung der Geldmittel kümmerten, sondern weil sie selbst nicht auch noch den Besitz der Bürger erhielten. Und nicht eher hörten sie mit dem Ran-dalieren auf, als bis Caesar plötzlich gegen sie vorging, eigenhändig einen Mann herausgriff und bestrafen ließ.

Der Mann wurde nur aus diesem Grund hingerichtet, während zwei Soldaten nach einem gewissen Opferritus geschlachtet wurden [ἄλλοι δὲ δύο ἄνδρες ἐν τρόπῳ ἱερουργίας ἐσφάγησαν]. Den Grund hiefür kann ich nicht angeben, da sich weder die Sibylle äußerte noch sonst ein ähnlicher Orakelspruch vorlag; sie wurden jedenfalls auf dem Campus Martius von den pontifices und dem Priester des Mars geopfert und ihre Häupter bei der Regia aufgestellt.

(Cassius Dio: Römische Geschichte; hrsg. v. Otto Veh. Zürich/München 1985; Bd. 2, S. 375 f.)

(1) Plinius der Ältere gibt in seiner Naturgeschichte (VII 25) die Zahl von 1192000 getöteten Feinden an, während die Zahl in den Bürgerkriegen umgekommenen römischen Bürger geheim blieb.
Re: Caesars großes Fest
βροχή schrieb am 19.05.2025 um 15:55 Uhr (Zitieren)
Seide von Barbaren, meint er Chinesen?
Re: Caesars großes Fest
Γραικύλος schrieb am 19.05.2025 um 16:08 Uhr (Zitieren)
Ja, sicher.

Erstaunlich erscheint mir das kaltblütige Menschenopfer.
Re: Caesars großes Fest
βροχή schrieb am 19.05.2025 um 16:48 Uhr (Zitieren)
... da fürchte ich, es war damals der Brauch

Menschenopfer sind in der Vorzeit ein verbreitetes Phänomen an verschiedenen Orten vorkommend.

In unseren Breiten häufig bei Kelten, sehr selten bei Germanen. Man vermutet, die haben unter harten Wetterbedingungen verh.mäßig schnell gemerkt, dass es wenig half um Unbilden abzuwenden.

Re: Caesars großes Fest
Γραικύλος schrieb am 19.05.2025 um 17:15 Uhr (Zitieren)
Aber in Rom! Und das nicht in grauer Vorzeit, sondern zur Zeit Caesars, der übrigens wenig Glauben an magische Rituale besaß.
Man merkt ja, wie Cassius Dio gleichsam den Kopf schüttelt.
Re: Caesars großes Fest
Γραικύλος schrieb am 19.05.2025 um 17:18 Uhr (Zitieren)
Unklar ist mir auch, welchen Sinn dieses Opfer haben sollte.
Ein Dankopfer an Mars für die erreichten Erfolge? Aber dafür schlachtet man doch höchstens feindliche Soldaten (wie den Vercingetorix). Eine Strafe wegen der Unruhen? Aber was hat Mars damit zu tun?
Re: Caesars großes Fest
βροχή schrieb am 19.05.2025 um 17:32 Uhr (Zitieren)

Cäser war bekannt als blutrünstig. Wahrscheinlich wollte der Blut fliessen sehen.
Re: Caesars großes Fest
Γραικύλος schrieb am 19.05.2025 um 17:51 Uhr (Zitieren)
Wie in der Anmerkung steht: 1.192.00 getötete Feinde. Eine stattliche Zahl für die damaligen Bevölkerungsverhältnisse. Aber die Tötung der eigenen Bürger, etwa im Bürgerkrieg, berührte ein Tabu. Und hier auch noch in Form eines rituellen Menschenopfers, samt Ausstellung der abgeschlagenen Köpfe!
 
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