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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Demosthenes über das Glück (238 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 17.05.2025 um 10:16 Uhr (Zitieren)
Demosthenes, 2. Olynthische Rede 24:
Wenn aber einer von Euch glaubt, Athenische Männer, weil er Philipp im Glück sieht, daß derselbe schwer zu bekriegen sey, so folgert er wie ein verständiger Mann. Denn von großem Gewicht oder vielmehr allvermögend ist das Glück in allen menschlichen Angelegenheiten [μεγάλη γὰρ ῥοπή, μᾶλλον δὲ τὸ ὅλον ἡ τύχη παρὰ πάντ‘ ἐστὶ τὰ τῶν ἀνθρώπων πράγματα]. [...]

(Demosthenes: Werke. Verdeutscht von Heinrich August Pabst. 3 Bde. Stuttgart 1839; Bd. 1, S. 52)

Mit Philipp ist sein großer Gegner Philipp von Makedonien, der Vater Alexanders des Großen, gemeint.
Re: Demosthenes über das Glück
Patroklos schrieb am 17.05.2025 um 11:18 Uhr (Zitieren)
Ob das zweite „Glück“ womöglich eine andere Bedeutung von τύχη impliziert?
Re: Demosthenes über das Glück
Udo schrieb am 18.05.2025 um 11:06 Uhr (Zitieren)
Der Urknall, ein Glücksfall?

Der Mensch ein Glücksfall der Evolution, Unglücksfall für den Planeten Erde?
Welche subjektiven Kriterien wären anzulegen?
Sind objektive denkbar? Wenn ja, welche?
Re: Demosthenes über das Glück
Patroklos schrieb am 18.05.2025 um 12:36 Uhr (Zitieren)
Es ist 22, nicht 24.
Doch ich komme nicht weiter.

Der vom Glück Begünstigte ist schwer zu bekriegen, denn viel wiegt das Glück.
Man erwartet eher die Aussicht, das Glück, tyche, sei launisch, mitnichten verlässlich.Andererseits bedeutet ῥοπή die sich senkende Waagschale.
Wer hilft mir auf die Sprünge?
Re: Demosthenes über das Glück
Udo schrieb am 18.05.2025 um 15:22 Uhr (Zitieren)
Es gibt viel Literatur zum Thema:

"Tyche: Zur Repräsentation des Schicksals in der griechischen Kunst" von Lisa Corinth (Universität Tübingen)

"Τύχη: Fortune, Fate and Chance in Ancient Philosophy" von Christoph Horn (Universität Bonn)

"The Concept of Tyche in Greek Tragedy and Philosophy" von Elizabeth Ferguson (Oxford University)

"Tyche und Pronoia: Schicksal und Vorsehung in der hellenistischen Philosophie" von Werner Frick

"Die Göttinnen Tyche und Nemesis in der antiken Mythologie und ihre Rezeption in der Renaissance" von Marianne Gröschel

Gerda Natalie Busch: Untersuchungen zum Wesen der Tyche in den Tragödien des Euripides
– Universität Heidelberg, 1937

Paul Joos: Tyche, physis, techne. Studien zur Thematik frühgriechischer Lebensbetrachtung
– Universität Zürich, 1953

Silke Vry: Zeus und Tyche in der Dekapolis
– Universität Kiel, 1996

Andrea Peine: Agathe Tyche im Spiegel der griechischen und römischen Plastik
– Universität Münster, 1998

Arnd Zimmermann: Tyche bei Platon
– Universität Bonn, 1964

Howard R. Hammond: An analysis of the use of tyche and tyche-related words in the histories of Polybius
– San Jose State University, 1989 (Masterarbeit)

Julietta Steinhauer: Cult associations in the post-classical polis
– University of St Andrews (Behandelt Tyche im hellenistisch-römischen Kultkontext)
Re: Demosthenes über das Glück
Γραικύλος schrieb am 18.05.2025 um 15:27 Uhr (Zitieren)
24 ist richtig, nicht 22; ich hab's nochmal nachgeschaut.

ῥοπή meint, wie ich es verstehe, den Einfluß, den τύχη auf den Ausgang eines Geschehens nimmt. Dagegen - und die τύχη scheint auf Philipps Seite zu stehen - ist schwer anzukommen, das gibt Demosthenes zu.
Re: Demosthenes über das Glück
Patroklos schrieb am 18.05.2025 um 15:44 Uhr (Zitieren)
Im Netz gibt es die Ausgabe von Westermann. Dort ist es ulkigerweise die 22.
Zur Erläuterung ein Danke.
Re: Demosthenes über das Glück
Γραικύλος schrieb am 18.05.2025 um 15:46 Uhr (Zitieren)
Ich beziehe mich auf die Oxford-Ausgabe des Demosthenes.
Re: Demosthenes über das Glück
Γραικύλος schrieb am 18.05.2025 um 16:00 Uhr (Zitieren)
Auf der anderen Seite, in der anderen Waagschale, liegt der von Demosthenes gewünschte Widerstand Athens gegen Philipp. Der hat's deshalb schwer ... wie ja auch die weiteren Ereignisse zeigen.
Re: Demosthenes über das Glück
Patroklos schrieb am 18.05.2025 um 16:07 Uhr (Zitieren)
Nun ist‘s klar. Hätte D von Anfang an…
Re: Demosthenes über das Glück
βροχή schrieb am 18.05.2025 um 16:30 Uhr (Zitieren)
Wem sich das Glück in die Wagschale wirft, der hat schon so gut wie gewonnen.
 
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