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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Löwe beißt Gladiator (203 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 24.04.2025 um 21:43 Uhr (Zitieren)
Re: Löwe beißt Gladiator
Patroklos schrieb am 25.04.2025 um 10:45 Uhr (Zitieren)
Sollte man den Schwarzwälder Boten auch im Norden abonnieren? Ach so, es ist eine Übernahme von dpa.
Zu kurz gesprungen:
Als die Berliner Zeitung verwestlicht wurde, sagte der Herausgeber Erich Böhme, er wolle das Blatt zur „deutschen Washington Post“ machen.
Re: Löwe beißt Gladiator
βροχή schrieb am 25.04.2025 um 12:31 Uhr (Zitieren)
Mich fasziniert folgendes,
die Archaeologen machen sich Gedanken darüber, warum das Gerippe in die Hüfte gebissen wurde und nicht in die Brust oder den Hals.
Dabei wird der Gladiator in den antiken Darstellungen eben in die Hüfte gebissen.
Re: Löwe beißt Gladiator
Patroklos schrieb am 25.04.2025 um 13:27 Uhr (Zitieren)
Schade, dass man Louis de Funès nicht mehr fragen kann:
Brust oder Keule.
Re: Löwe beißt Gladiator
βροχή schrieb am 25.04.2025 um 13:45 Uhr (Zitieren)

Wenn man die Archäologen spekulieren lässt, entscheidet sich der Löwe für Keule. Der Gladiator war demnach schon tot, als er angeknabbert wurde.
Das glaube ich aber nicht, sh. antikes Bild.

Re: Löwe beißt Gladiator
Γραικύλος schrieb am 25.04.2025 um 15:18 Uhr (Zitieren)
Der Bericht stand heute auch in der FAZ. Ihm zufolge trug das Skelett Bißspuren, war aber in geköpftem Zustand bestattet. Ob es sich dabei um einen bestimmten Ritus handelte, wissen die Archäologen nicht.
Was sie aber nun wissen: Löwen wurden sogar nach Britannien exportiert.

Die dazugehörige Arena ist nicht nachgewiesen, am Stationierungsort einer Legion jedoch anzunehmen.
Re: Löwe beißt Gladiator
βροχή schrieb am 25.04.2025 um 15:51 Uhr (Zitieren)

... der war so schlimm angebissen, dass er nicht mehr rettbar war, er wurde per Köpfung erlöst.

Dass er erst geköpft und anschliessend verfüttert wurde, ist unwahrscheinlich. Dann wären überall Bisse.

Viell. war es auch ein Unfall zb. bei der Anlieferung des Löwen?



Re: Löwe beißt Gladiator
Γραικύλος schrieb am 27.04.2025 um 16:52 Uhr (Zitieren)
Hier ist der Artikel aus der FAZ vom 25. April 2025:
In York ist südwestlich des Stadtzentrums 2004 und 2005 ein Gräberfeld aus römischer Zeit ausgegraben worden, das vor allem für Mitwirkende an blutigen Schaukämpfen in einem Amphitheater bestimmt war. Nun berichtet ein Team um den forensischen Anthropologen Tim Thompson von der Maynooth-Universität in Irland in der Zeitschrift „PLOS ONE“ von Untersuchungen an einem der Skelette, die Erstaunliches ergaben: Der Mann, der bald nach 250 nach Christus bestattet worden sein muss und bei seinem Tod zwischen 26 und 35 Jahre alt war, wies an seinem Beckenknochen tiefe Bissspuren eines Raubtiers auf (unser Foto). Die Wunde ist perimortal, entstand also im zeitlichen Zusammenhang mit dem Tod. Die Forscher konnten zeigen, dass sie nicht von einem Caniden stammen, also einem Hund oder Wolf, sondern von einem Löwen.

Damit dürfte der Mann in der Arena eines Amphitheaters ums Leben gekommen sein. Ein solches wurde in York zwar noch nicht lokalisiert, doch als Hauptstandort der VI. Legion „Vitrix“ (1) dürfte Eboracum, wie die Stadt zu römischer Zeit hieß, sicher über eine solche Einrichtung verfügt haben. Allerdings war der Tote wahrscheinlich kein Gladiator im eigentlichen Sinn, sondern ein Venator („Jäger“). Sie kamen bei Tierhatzen zum Einsatz, die üblicherweise das Vormittagsprogramm eines Spieltages ausfüllten und von den nachmittäglichen Kämpfen der Gladiatoren gegeneinander getrennt stattfanden. Es könnte sich auch um jemanden gehandelt haben, der zum Tod in der Arena verurteilt worden war.

Allerdings war der Löwe möglicherweise nicht die direkte Todesursache, denn der Mann war – wie 70 Prozent der Toten des Gräberfeldes – am Ende enthauptet worden. Ob das ein Gnadenstoß war, um den Todeskampf abzukürzen, ist unklar. Nach Angaben der Autoren entfallen rund fünf Prozent aller römischen Körperbestattungen auf zumeist postmortal Enthauptete, was rituelle Hintergründe gehabt haben dürfte.

Der wichtigste Aspekt der neuen Entdeckung ist aber die Identität des Raubtiers. Der Auftritt einer afrikanischen Raubkatze im Norden der Provinz Britannia zeigt, dass der in Schriftquellen belegte Aufwand einer Verschiffung exotischer Tiere nicht nur für die Spiele in der Hauptstadt des Imperiums betrieben wurde.

(1) korrekt: Victrix
 
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