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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Empedokles' Seelenwanderung (594 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 01.04.2025 um 00:02 Uhr (Zitieren)
Einst schon bin ich ein Knabe, ich bin auch ein Mädchen gewesen,
Busch und Vogel und Fisch, der warm aus den Wassern emporgeschnellt ...
Freunde, die ihr die mächtige Stadt an Akragas‘ gelbem
Strand auf der Höhe bewohnt, ihr Pfleger vortrefflicher Werke,
seid mir gegrüßt. Ein seliger Gott, kein sterblicher Mensch mehr,
wandl‘ ich in eurer Mitte, mit Fug von jedem geachtet,
reich den Scheitel mit Bändern und blühenden Kränzen umwunden.

[Anthologia Graeca IX 569]
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Udo schrieb am 01.04.2025 um 12:42 Uhr (Zitieren)
Hintergrund:

Für Empedokles war die Seelenwanderung eng mit seiner ethischen und kosmologischen Theorie verbunden:

Göttlicher Ursprung und Fall: Empedokles glaubte, dass Seelen ursprünglich göttliche Wesen waren, die durch einen Fall oder eine Verfehlung (oft als Mord oder Meineid beschrieben) aus dem göttlichen Bereich verbannt wurden.
Kreislauf der Wiedergeburten: Die gefallenen Seelen müssen einen Zyklus von Wiedergeburten durchlaufen, wobei sie in verschiedene Lebensformen eintreten können - Menschen, Tiere oder sogar Pflanzen. Empedokles soll gesagt haben: "Denn ich war schon einmal Knabe, Mädchen, Pflanze, Vogel und flutentauchender stummer Fisch."
Dauer der Wanderung: Der Zyklus der Seelenwanderung sollte 30.000 Jahreszeiten (oder etwa 10.000 Jahre) dauern, bevor die Seele ihre göttliche Natur wiedererlangen könnte.
Ethische Dimension: Die Lehre hatte eine starke moralische Komponente. Da alle Lebewesen beseelte Wesen sind, die möglicherweise frühere Menschen beherbergen, vertrat Empedokles ein Tötungsverbot und befürwortete vegetarische Ernährung.
Reinigung und Erlösung: Durch Reinigungsrituale, philosophische Erkenntnis und einen tugendhaften Lebenswandel konnte die Seele den Kreislauf der Wiedergeburten verkürzen und ihre göttliche Natur wiedererlangen.

Empedokles' Lehre von der Seelenwanderung hatte großen Einfluss auf spätere philosophische Strömungen, besonders auf Platon und die Neuplatoniker, und weist Parallelen zu orphischen und pythagoreischen Vorstellungen auf.


Wenn wir die Quellen der Seelenwanderungslehre noch weiter zurückverfolgen als die unmittelbaren Einflüsse auf Empedokles, stoßen wir auf ältere Traditionen:

Ägyptische Totenkulte: Obwohl die klassische ägyptische Religion keine Seelenwanderung im griechischen Sinne lehrte, enthielt sie komplexe Vorstellungen über das Nachleben und verschiedene Seelenkonzepte (Ba, Ka), die möglicherweise griechische Denker beeinflussten.
Thrakische Glaubensvorstellungen: Herodot berichtet über thrakische Stämme, insbesondere die Geten, die an Unsterblichkeit glaubten. Diese Vorstellungen könnten über orphische Kulte (die eventuell thrakischen Ursprungs waren) nach Griechenland gelangt sein.
Indische Philosophie: Einige Forscher haben Parallelen zwischen der griechischen Metempsychose und den indischen Konzepten von Samsara (Kreislauf der Wiedergeburten) und Karma bemerkt. Der Zeitraum der frühen Upanishaden, in denen diese Konzepte ausgearbeitet wurden, überschneidet sich mit der Frühphase griechischer Philosophie. Mögliche Übertragungswege könnten über Persien bestanden haben.
Mesopotamische Einflüsse: Gewisse Aspekte babylonischer und mesopotamischer Kosmologie und Mythen könnten die frühe griechische Naturphilosophie geprägt haben, obwohl direkte Verbindungen zur Seelenwanderung schwerer nachzuweisen sind.
Protoschamanistische Praktiken: Archaische religiöse Vorstellungen über Seelenreisen und die Kommunikation mit anderen Realitäten, die in vielen frühen Kulturen dokumentiert sind, könnten konzeptionelle Grundlagen geschaffen haben.

Die Frage nach diesen tieferen Wurzeln bleibt teilweise spekulativ, da die Beweislage dünn ist. Einige Gelehrte argumentieren für unabhängige Entwicklungen ähnlicher Ideen in verschiedenen Kulturen, während andere kulturellen Austausch über Handelswege oder koloniale Verbindungen annehmen.

Besonders die mögliche Verbindung zwischen indischen und griechischen Konzepten der Seelenwanderung ist ein interessantes Forschungsgebiet, da die zeitliche Übereinstimmung der Entwicklung dieser Ideen auffällig ist.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 01.04.2025 um 13:21 Uhr (Zitieren)
Nie greift die klassische sukzessive Metempsychose die Ordnung der Formen, die sie durchwandelt, an, während wir mittlerweile auch von einer anderen Art Seelenreise, die über die Transgression dieser Ordnung vermittelt wird, fasziniert sind (und nicht nur, was die Geschlechter angeht).

Davon abgesehen, was ist das für ein warmblütiger Fisch? »Fisch«?
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 01.04.2025 um 13:28 Uhr (Zitieren)
was ist das für ein warmblütiger Fisch? »Fisch«?


Delphin, die Griechen liebten ihn.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Γραικύλος schrieb am 01.04.2025 um 13:50 Uhr (Zitieren)
Mir ist unklar, was in der Aussage "Ich war ein Fisch" das Wort "ich" bedeutet. Alles, was ich unter mir selbst verstehe, ist mit Fischsein gänzlich inkompatibel. Vor allem, weil ich mir unter der ominösen Entität Seele jenseits von Bewußtsein kaum etwas vorstellen kann.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 01.04.2025 um 14:17 Uhr (Zitieren)
... ein Delphin hat doch auch Bewusstsein.

Es ist nicht schwer sich in einen Delphin hineinzuversetzen. Welches Vergnügen es ihm macht, durchs Wasser zu schweben, zu schnellen, sich zu drehen, zu springen usw.

Dyonysos verwandelte Piraten in Delphine.

Die Griechen ritten auf Delfinen, sie waren gar mit ihnen befreundet.
Delphine symbolisierten die Transformation in göttliche Formen.


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7f/Knossos_Wandbild_Delphine.jpg

Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 01.04.2025 um 14:27 Uhr (Zitieren)

"ich" ist Empedokles, bzw. sein lyrisches ich. Er kann sich in all die genannten Lebensformen hineinversetzen.

Er behauptet, er wäre schon in anderer Form auf der Erde gewesen, er wäre ein unsterblicher Gott.
Er wird mit Ruhm überschüttet. Viell. hat er den Eindruck, dass er als gewöhnlicher Mensch das nicht verdient und möchte daher auf diese überschwengliche Weise jene, die ihn rühmen, bestätigen.


Re: Empedokles' Seelenwanderung
Γραικύλος schrieb am 01.04.2025 um 14:42 Uhr (Zitieren)
Es ist nicht schwer sich in einen Delphin hineinzuversetzen.

Man kann sich das zumindest einbilden. Sie haben keine Hände, lesen keine Bücher, sind keine Bürger eines Staates, sprechen eine Sprache mit völlig anderer Stuktur, kennen kein Geld usw. Da besteht doch eine große Kluft. Selbst wenn wir gelegentlich im Wasser herumtollen, sind wir keine Delphine.

Empedokles (alles, was wir darunter verstehen) ist kein Delphin, und auch ich bin kein Delphin.
Da müßte denn Rimbauds Diktum gelten: "Ich ist ein anderer."
Das ist zumindest paradox. Das heißt freilich noch nicht, daß ich damit einen Sinn verbinden könnte.

Wenn man Dich früge: "Wer bist du?", dann könntest Du sicher eine Menge antworten, kämst jedoch nie zu dem Punkt zu sagen: "Ich bin ein Delphin."

Daß es sich der Mythos der Verwandlung von Menschen in Delphine damit einfach macht, stimmt - deshalb ist er ein Mythos.
Der Mythos mag eine irgendwie beschaffene Verbundenheit zwischen Menschen und den anderen Tieren bildhaft ausdrücken. Seelenwanderung als Tatsache ist doch etwas anderes.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Γραικύλος schrieb am 01.04.2025 um 14:47 Uhr (Zitieren)
Wenn ich indische Eltern gehabt hätte, wäre ich ein Inder geworden.
Man ist geneigt, dem zuzustimmen.
Aber: Wenn ich Libellen als Eltern gehabt hätte, wäre ich eine Libelle geworden.
Stimmt das? Was ist dann der Sinn von „ich“?

(Wolfgang Weimer)
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Γραικύλος schrieb am 01.04.2025 um 14:52 Uhr (Zitieren)
Notabene: "Ich war ein Mädchen, ein Busch [!], ein Vogel, ein Fisch" ist keine mythische, bildhafte Aussage, sondern die Behauptung einer Tatsache.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Patroklos schrieb am 01.04.2025 um 15:05 Uhr (Zitieren)
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 01.04.2025 um 15:17 Uhr (Zitieren)

kämst jedoch nie zu dem Punkt zu sagen: "Ich bin ein Delphin."


Warum nicht? Poetisch in einem Gedicht, verkleidet auf einer Bühne, könnte ich es wohl sagen.

Epigramme können poetisch sein, ein lyrisches ich kann sprechen.
Dieses Epigramm ist euphorisch verspielt, gönne ihm doch das Vergnügen.





Re: Empedokles' Seelenwanderung
Γραικύλος schrieb am 01.04.2025 um 15:28 Uhr (Zitieren)
Poetisch in einem Gedicht, verkleidet auf einer Bühne, könnte ich es wohl sagen.

Eben. Aber ich verstehe das, was mit Seelenwanderung gemeint ist, eben anders und auch den Empedokles nicht als euphorisch verspielt. Zumindest die "Seelenwanderer", die ich kenne, vertreten das als hartes Dogma. In Tibet wandte (wendet) man sogar Tests an, durch die eine Wiedergeburt zu erkennen sein soll.

Vgl. übrigens udos KI-Information.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 01.04.2025 um 15:38 Uhr (Zitieren)
Was Empedokles sonst noch alles über die Seelenwanderung schrieb, steht auf einem anderen Blatt.

Dieses Epigramm kann ich nicht anders als poetisch verspielt lesen.

Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 12:33 Uhr (Zitieren)
Mit poetisch verspielten Berichten über die auf welcher Ebene von Bewusstsein immer erlebten und durch welche Kontinuität gewährleistende Struktur immer bei ihrer Durchwandlung verbundenen Daseinsformen halten sich die Verse nicht auf. Sie benennen exemplarisch die grundlegend geschiedenen Formen des Lebens, darunter den Menschen in seiner gewöhnlichen geschlechtlichen Doppelgestalt, aus der Retrospektive der Überwindung eines auf pythagoreische Lehren verweisenden Kreislaufs des Lebens, Empedokles, jetzt seliger Gott, hat all das offensichtlich hinter sich gelassen.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 13:01 Uhr (Zitieren)

Dass Empdeokles ein Gott war, daran glaube ich nicht.

Wenn er sich selbst einen Gott nennt, ist das entweder Fantasie (spielerisch im Sinne von ich=lyr. ich) oder verwirrt.

Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 13:17 Uhr (Zitieren)
Das ist, was die Verse, die ja nicht von ihm stammen, aber unterstellen und in diesem Kontext muss man ihren Aufbau, unabhängig vom Wahrheitsgehalt, beurteilen. Ist unter dem "warmen Fisch" wirklich der Delphin zu verstehen (wo findet man übrigens die Erkenntnis seiner Warmblütigkeit in antiken Texten sonst?), wird man auch prüfen müssen, ob die anderen exemplarischen Begriffe, wenn n sie nicht auf eine bestimmte Art zielen, so doch wenigstens auf edlere Sammelbezeichnungen verweisen (vgl. etwa οἰωνός: a large bird, bird of prey, οἰωνοί, φῆναι ἢ αἰγυπιοὶ γαμψώνυχες Od. 16.216; of the eagle, Κρονίωνι . . φίλτατος οἰωνῶν Il. 24.293)

Dass der nun bekränzte Gott mal Hausspatz, Sprotte oder weißer Gänsefuß war, macht sich nicht so gut im metempsychotischen CV.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Patroklos schrieb am 02.04.2025 um 13:27 Uhr (Zitieren)
Ich verweise mal eben auf die hübsche Verballhornung (Spoonerism) „met him pike hoses“ im Ulysses/Molly Bloom.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 13:41 Uhr (Zitieren)

die Verse, die ja nicht von ihm stammen, aber unterstellen

von wem stammen die?
Warum wird es Empedokles unterstellt, war das weit und breit der einzige Vertreter der Metempsychose?

Wenn es auf Empedikles gemünzt ist, kann es auch ein Spottgedicht sein.


Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 13:42 Uhr (Zitieren)
sry. Tippo
Empedokles


Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 13:59 Uhr (Zitieren)
Met him pike hoses, I get exactly what you mean. A few days ago I saw ol' Empty dog leash and instantly knew he had become a fish.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Patroklos schrieb am 02.04.2025 um 14:12 Uhr (Zitieren)
Dell wone!
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 14:26 Uhr (Zitieren)
... hence you feel leaks?

Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 14:59 Uhr (Zitieren)
I'm terribly sorry, but all I can offer in response is a stale twisted brioche.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Patroklos schrieb am 02.04.2025 um 15:07 Uhr (Zitieren)
Objection, Your Honor. „Feel leaks“ fand ich besser.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 15:11 Uhr (Zitieren)
Stimme vorbehaltlos zu, darum ja auch stale (/βroˈçi/ → /vroˈçi/) and twisted.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 15:34 Uhr (Zitieren)

... dont worry about pad rock loss

Re: Empedokles' Seelenwanderung
Patroklos schrieb am 02.04.2025 um 15:34 Uhr (Zitieren)
In der Linguistik heißt derartiges:
Umdieeckismus bzw.,
Thinkoutsidetheboxism
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 15:44 Uhr (Zitieren)

... macht Spass :)
Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 15:59 Uhr (Zitieren)
Die sympathische Form des Querdenkens. But let's not overdo it, or our Gray (eminence will) kill us.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Patroklos schrieb am 02.04.2025 um 16:04 Uhr (Zitieren)
Das Studienfach heißt in den USA „ humorous phonetic transcription“, meist angeboten mit „fly-fishing“. Vgl. Ohio State University.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 16:15 Uhr (Zitieren)
... the gray book of lost? flock, thee would tremble?

Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 16:39 Uhr (Zitieren)
... otherwise, will the gray cool us down?



Re: Empedokles' Seelenwanderung
Patroklos schrieb am 02.04.2025 um 16:53 Uhr (Zitieren)
Bei diesen Transkriptionen gilt der selbstreferentielle Grundsatz:
Take care of the sound and the sense will take care of itself.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 02.04.2025 um 17:06 Uhr (Zitieren)


... irgendwie schon. Wüsste ich, was es bedeutet,
wäre ich überrascht.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 18:11 Uhr (Zitieren)
Was unseren Versuchen ziemlich abgeht im Vergleich zu Joyce (insbesondere im Kontext der Stelle, an der met him pike hoses im Werk auftaucht), ist die unterschwellige sexuelle Komponente (its burden of sexual innuendo, wie das ein Interpret ausdrückt). Zu dieser Seite der Fehlleistungsproduktion finde ich eine amüsante wissenschaftliche Versuchsanordnung, die nicht in Verdacht gerät, overly sophisticated zu sein: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7498727/#F1

Leser in Eile können direkt zu Figure 1 springen. Man kann die Vermutung wagen, dass auch beim Namensgeber Spooner, a British clergyman and long-serving Oxford don, die Produkte dieses im conflict-based error-detection model of speech production beschriebenen Vorgangs besonders zahlreich anfielen, weil der nicht zuletzt in einem ganz anderen Tabu- und Etikettemilieu lebte als wir heute.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
Patroklos schrieb am 02.04.2025 um 19:26 Uhr (Zitieren)
Einen Versprecher hat sich Joyce mit dem Wort „shibboleth“ erlaubt. Das Umfeld ist etwas unans-tändig.
Ich erwähne das nur, weil der „Ulysses“ hier im Forum seinen Platz haben darf.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 22:29 Uhr (Zitieren)
But how to pronounce it, James? Something like this?

If you can't push shibboleth
past the gates of your teeth
with too much lisp in a breath
you are in deep shitbroleeth.
Re: Empedokles' Seelenwanderung
filix schrieb am 02.04.2025 um 23:23 Uhr (Zitieren)
Ist unter dem "warmen Fisch" wirklich der Delphin zu verstehen (wo findet man übrigens die Erkenntnis seiner Warmblütigkeit in antiken Texten sonst?) …


Aus den seine Klassifikationskritierien herausfordernden Eigenschaften des Delphins ergibt sich bei Aristoteles (Hist. anim. 8,2) indirekt seine "Warmblütigkeit", wobei man dabei nicht exakt das heutige Konzept der konstanten Temperaturregulation erwarten darf. Er sagt an der Stelle lediglich, dass der Delphin sein Blut kühlen muss wie Luft atmende Landtiere:

But the dolphin is equipped in the most remarkable way of all animals: the dolphin and other similar aquatic animals, including the other cetaceans which resemble it; that is to say, the whale, and all the other creatures that are furnished with a blow-hole. One can hardly allow that such an animal is terrestrial and terrestrial only, or aquatic and aquatic only, if by terrestrial we mean an animal that inhales air, and if by aquatic we mean an animal that takes in water. For the fact is the dolphin performs both these processes: he takes in water and discharges it by his blow-hole, and he also inhales air into his lungs; for, by the way, the creature is furnished with this organ and respires thereby, and accordingly, when caught in the nets, he is quickly suffocated for lack of air. He can also live for a considerable while out of the water, but all this while he keeps up a dull moaning sound corresponding to the noise made by air-breathing animals in general; furthermore, when sleeping, the animal keeps his nose above water, and he does so that he may breathe the air. Now it would be unreasonable to assign one and the same class of animals to both categories, terrestrial and aquatic, seeing that these categories are more or less exclusive of one another; we must accordingly supplement our definition of the term 'aquatic' or 'marine'. For the fact is, some aquatic animals take in water and discharge it again, for the same reason that leads air-breathing animals to inhale air: in other words, with the object of cooling the blood …

Re: Empedokles' Seelenwanderung
βροχή schrieb am 03.04.2025 um 05:17 Uhr (Zitieren)
... er schreibt, Delphine wurden in Netzen gefangen. Die Griechen haben schon gemerkt, dass es Warmblüter sind, im Gegensatz zu wasseratmenden Fischen. Nach deren Kategorisierung waren Delphine und die Wale warmblütige Fische.
Im Epigram könnte auch ein Wal gemeint sein. Allerdings dieses Emporschnellen, die Wale machen es zwar auch, aber es ist sooo typisch für Delphine.


Wenn nicht Empedokles selbst das Epigram schrieb, woran könnte man unterscheiden, ob es spöttisch oder eine Huldigung ist?







 
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