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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Linguam latinam disco (351 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 31.03.2025 um 17:27 Uhr (Zitieren)
Im neuesten Heft von "Fluter" (Frühjahr 2025 / Nr. 94), herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung, plädiert S. 32 f. Galina Putjata dafür, anstelle von Latein und Altgriechisch - spricht ja eh niemand mehr - in den deutschen Schulen Sprachen zu unterrichten, mit denen Migrantenkinder sich identifizieren können - also etwa Türkisch, Arabisch und Ukrainisch.
Re: Linguam latinam disco
filix schrieb am 31.03.2025 um 17:40 Uhr (Zitieren)
Falls sich irgendjemand mit der Arghumentation näher befassen möchte:

https://www.fluter.de/schule-fremdsprachen-lateinunterricht
Re: Linguam latinam disco
Patroklos schrieb am 31.03.2025 um 17:47 Uhr (Zitieren)
Fluten bedeutet doch: alles unter Wasser setzen.
Re: Linguam latinam disco
βροχή schrieb am 31.03.2025 um 17:55 Uhr (Zitieren)
Flut .... Wasser strömt landeinwärts...

... wenn Flutlichtmasten Wasser verströmen,

oder gar der Deckenfluter
Re: Linguam latinam disco
Γραικύλος schrieb am 31.03.2025 um 18:08 Uhr (Zitieren)
Immerhin mag die Schlagzeile bei manchem Schüler die Frage wecken, was denn lat. disco mit der Disco zu tun habe.
Da darf dann die klassische Bildung wieder scheu ihr Haupt erheben.
Re: Linguam latinam disco
Patroklos schrieb am 31.03.2025 um 18:32 Uhr (Zitieren)
Die Herkunft ist ehrenhaft, doch auch merkwürdig:
δίσκος.
Re: Linguam latinam disco
Γραικύλος schrieb am 31.03.2025 um 23:00 Uhr (Zitieren)
D.h. mit discere und disco hat es, um unseren alten Lateinlehrer zu zitieren, "soviel zu tun wie Gustav mit Gasthof".
Re: Linguam latinam disco
Patroklos schrieb am 01.04.2025 um 09:57 Uhr (Zitieren)
Von der olympischen Wurfscheibe zum Tanzlokal ist ein beachtlicher Wurf. Wie heißt nochmal diese Spracherweiterung?
Hübsch ist ja „Kotflügel“!
Re: Linguam latinam disco
filix schrieb am 01.04.2025 um 11:21 Uhr (Zitieren)
Die Entwicklung von der Bezeichnung einer Sammlung von Tonträgern zu dem Ort der Tanzveranstaltung (und allem, was sich damit weiter an sozialen und kulturellen Aspekten verbindet) ist ziemlich komplex, sie liegt, folgt man der Darstellung in https://de.wikipedia.org/wiki/Diskothek irgendwo zwischen Metonymie durch räumliche Kontiguität und einer Analogiebildung (zu Bibliothek). Bemerkenswert scheint mir, dass ein in der Welt klassischer bürgerlicher Bildung wurzelnder Begriff einen solchen popkulturellen Gegenort, der (wenigstens temporär) mit einem antibürgerlichen Lebensstil verknüpft ist, bezeichnen kann, ohne von diesem abgeschüttelt zu werden, auf welches Spannungsverhältnis m.E. zuerst die Kurzwortbildung und schließlich die Ablösung durch den Club antwortet.
Re: Linguam latinam disco
filix schrieb am 01.04.2025 um 11:44 Uhr (Zitieren)
Zur Frage, wie man zeitgemäß den Unterschied zwischen Gustav und Gasthof* erläutert, ohne weitschweifig zu werden:

https://preview.redd.it/tfaq2yladbv31.jpg?auto=webp&s=6ed26dd959f123ee5da707f9bd572de3767f1c63


* Dass die beiden, gräbt man sich in die etymologischen Tiefenschichten, mehr gemeinsam haben als gar nichts, wie das Diktum suggeriert, habe ich vor Jahren mal nebenan erwähnt: https://www.albertmartin.de/latein/forum/?view=34334#4[/sub]
Re: Linguam latinam disco
Patroklos schrieb am 01.04.2025 um 11:53 Uhr (Zitieren)
Dank für die Metonymie.
Den Schritt ins Tanzlokal mit der Schallplattenmusik kann ich verstehen. Der frühe Ausdruck „disc record“ ist eigenartig. „Record“ ist BE, „disk“ ist AE. Aufnahme vs. Form. Bei der Übernahme von „Diskos“ war wohl ähnlich die Form gegenüber der Dicke/Schwere ausschlaggebend. Könnte ich mir denken.

Ich bin mal kühn: eindeutig partielle Metonymie.
Re: Linguam latinam disco
Patroklos schrieb am 01.04.2025 um 12:04 Uhr (Zitieren)
Puristisch betrachtet, müsste es heißen:
Gustav und Gast(h)uf.
Das bringt allerdings gar nichts!
Re: Linguam latinam disco
filix schrieb am 01.04.2025 um 12:17 Uhr (Zitieren)
The various names have included phonograph record (American English), gramophone record (British English), record, vinyl, LP (originally a trademark of Columbia Records), black disc,[8] album, and more informally platter,[9] wax,[10] or liquorice pizza.[11]


(https://en.wikipedia.org/wiki/Phonograph_record)

Sieht also so aus, als wäre record zunächst zentral gewesen in den Bezeichnungen dieses Novums, das immerhin die Welt des Hörens von Musik radikal verändert hat (durchstöbert man Patentanmeldungen des späten 19. Jhdts scheint sowohl in BE als auch AE u.a. disc record üblich gewesen zu sein). Verständlich, denn das Entscheidende daran ist ja, dass man damit etwas aufzeichnen und wiedergeben kann, die Gestalt (erst walzen-, dann bald scheibenförmig) ist zunächst sekundär. Desgleichen das Material, die Farbe usf. Erst wenn sich die Erfindung etabliert hat und massenhaft verbreitet ist wie die (Schall)platte, können diese sekundären Merkmale oder Vergleiche in der Bezeichnung in den Vordergrund treten.
 
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