In seiner Angst, Verzweiflung oder bei der Frage:
Woher das alles, warum und wozu?
Heute wissen wir mehr und vlt. auch bald Antworten auf solche Fragen.
Metus facit deos und vieles anderes.
Wann kann man solche Gedanken erstmals nachweisen in der Geschichte des homo sapiens?
In welcher Gehirnentwicklungsphase?
PS:
KI dazu:
Bestattungspraktiken: Die ältesten absichtlichen Bestattungen datieren auf etwa 100.000 Jahre zurück. In Qafzeh (Israel) wurden Homo sapiens-Skelette mit Grabbeigaben wie Ocker und Muscheln gefunden, was auf rituelle Praktiken hindeutet.
Höhlenkunst: Ab etwa 40.000-30.000 Jahren vor heute zeigen Felsmalereien und Gravierungen möglicherweise schamanistische Praktiken und animistische Weltbilder.
Figurative Kunst: Die Venus-Figurinen (ca. 35.000-10.000 Jahre alt) und Tierstatuetten könnten frühe religiöse Symbole darstellen.
Aus neurobiologischer Sicht entwickelten sich religiöse Gedanken vermutlich parallel zu mehreren kognitiven Fähigkeiten:
Abstraktes Denken: Die Fähigkeit, unsichtbare Kräfte und nicht-physische Entitäten zu konzeptualisieren.
Theory of Mind: Das Vermögen, anderen Wesen (auch nicht-menschlichen) Intentionen und Bewusstsein zuzuschreiben.
Symbolisches Denken: Die Fähigkeit, Symbole zu erschaffen und zu interpretieren.
Diese kognitiven Fähigkeiten entwickelten sich vermutlich während der Zeit, als das präfrontale Cortex, der Temporallappen und der parietale Cortex des menschlichen Gehirns ihre moderne Form annahmen, etwa vor 150.000-100.000 Jahren.
Der römische Dichter Statius prägte mit "primus in orbe deos fecit timor" (Die Furcht schuf zuerst die Götter in der Welt) eine ähnliche Idee wie das von dir zitierte "Metus facit deos". Diese Vorstellung, dass Angst und Unsicherheit religiöse Ideen hervorbringen, findet in der kognitiven Religionswissenschaft tatsächlich Unterstützung. Religiöses Denken könnte evolutionär vorteilhaft gewesen sein, indem es Gruppenkooperation förderte und existenzielle Ängste milderte.
Re: Mir neu: theophor
filix schrieb am 31.03.2025 um 14:42 Uhr (Zitieren)
Gibt es eigentlich negative theophore Namen? Mir fällt für Antike nur die Entstellung von Theoros zu Theolos durch den lispelnden Alkibiades ein.
Re: Mir neu: theophor
Patroklos schrieb am 31.03.2025 um 14:58 Uhr (Zitieren)
Könnte Beelzebub durchgehen? (Dämonen austreiben)
Re: Mir neu: theophor
βροχή schrieb am 31.03.2025 um 15:12 Uhr (Zitieren)
Udo,
weder noch, solche Namen spiegeln die Hoffnung der Eltern,
dass das Kind unter dem Schutz der Götter gedeihen möge und ggf. dass ihm metaphorisch gottähnliche Eigenschaften, Kräfte, Fähigkeiten zuwachsen
Re: Mir neu: theophor
filix schrieb am 31.03.2025 um 15:21 Uhr (Zitieren)
In der Deutung als Verballhornung zu »Herr der Schmeißfliegen« oder dgl. kann man das durchaus so sehen. Ich dachte aber zunächst an negative Bedeutungen, die nicht unbedingt auf den darin genannten Gott übergreifen, sondern zunächst nur auf den Träger des Namens zurückfallen. Also z.B. Odiodeo statt Gottlieb.
Re: Mir neu: theophor
Patroklos schrieb am 31.03.2025 um 15:30 Uhr (Zitieren)
Udo, theophor. Oft kennt man die Sache, ohne den entsprechenden Terminus.
Hier eine englische Köstlichkeit, die bitte unter uns bleiben sollte.
ultracrepidarianism.
Re: Mir neu: theophor
filix schrieb am 31.03.2025 um 15:42 Uhr (Zitieren)
Hat die schon ihr Gegenstück in infracrepidarianism?
Re: Mir neu: theophor
Patroklos schrieb am 31.03.2025 um 15:54 Uhr (Zitieren)
Man könnte hier einen Anfang machen, hoffend dass wir stets „infra“ bleiben.
Die flexible englische Sprache.
Birds of a feather flock together.>flocktogetherism. Wäre verständlich.
(Gleichgesellung?)
βροχή schrieb am 31.03.2025 um 16:21 Uhr (Zitieren)
negative Bedeutung, Bsp.
Caleb
Re: Mir neu: theophor
filix schrieb am 31.03.2025 um 16:30 Uhr (Zitieren)
Abdallah ist wohl heute das häufigste Beispiel für diese Devotion im Namen, aber sie gereicht dem Träger an sich nicht zum Nachteil oder isoliert ihn in der religiösen Gemeinschaft.
Re: Mir neu: theophor
filix schrieb am 31.03.2025 um 16:47 Uhr (Zitieren)
Die Zahl der Derivationsbildungen von Phrasenkomposita ist im Englischen wohl eher gering, der Exotismus des Begriffs hängt nicht am Lateinischen, dieses macht aber womöglich die Bildung gefälliger als der flocktogetherism je sein könnte.
Re: Mir neu: theophor
filix schrieb am 31.03.2025 um 17:01 Uhr (Zitieren)
Was ist nebenbei mit der wörtlichen Theophorie, hat Christoph(orus) Verwandte, die Götter und Co herumtragen oder sonst wie transportieren?
Re: Mir neu: theophor
Patroklos schrieb am 31.03.2025 um 17:15 Uhr (Zitieren)