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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Die Einführung der Sklaverei in jüdischer Tradition (161 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 28.03.2025 um 15:18 Uhr (Zitieren)
Genesis 9, 18-27:
Die Söhne Noes, die aus der Arche kamen, waren Sem, Cham und Japhet (Cham ist der Vater Kanaans).
Diese drei sind Noes Söhne, und von ihnen stammt das ganze Menschengeschlecht ab.
Noe aber begann als Landwirt und pflanzte einen Weinberg.
Er trank von dem Weine, ward berauscht und lag entblößt in seinem Zelte.
Cham, der Vater Kanaans, sah die Blöße seines Vaters, und er teilte es seinen Brüdern draußen mit.
Sem und Japhet aber nahmen einen Überwurf, legten ihn auf ihre Schultern, gingen rückwärts hinein und bedeckten die Blöße ihres Vaters. Ihr Gesicht war rückwärts gerichtet, so daß sie die Blöße ihres Vaters nicht sahen.
Als Noe aus seinem Rausch erwachte, erfuhr er, was sein jüngster Sohn ihm angetan hatte.
Er sprach: „Verflucht sei Kanaan; ein Knecht der Knechte sei er seinen Brüdern!“
Er sprach: „Gesegnet sei der Herr, der Gott Sems, und Kanaan sei sein Knecht!
Weiten Raum schaffe Gott dem Japhet; er wohne in den Zelten Sems, und Kanaan sei sein Knecht!“

Re: Die Einführung der Sklaverei in jüdischer Tradition
Andreas schrieb am 28.03.2025 um 16:16 Uhr (Zitieren)
Die Erzählung von Noah und seinen Söhnen in Genesis 9 weist mehrere außerbiblische Einflüsse auf:

Mesopotamische Sintflutmythen: Ähnlichkeiten zur Geschichte von Utnapishtim im Gilgamesch-Epos und Atrahasis, die ebenfalls von einer Flut und einem gerechten Retter handeln.

Altorientalische Fluchtraditionen: Der Fluch über Kanaan könnte von mesopotamischen Fluchpraktiken beeinflusst sein, die oft politische oder militärische Spannungen widerspiegeln.

Ethnische Einteilung: Die Vorstellung von Semiten, Hamiten und Japheten spiegelt die alte Praxis wider, Völker in verschiedene Gruppen einzuteilen, was politisch-religiöse Bedeutung hatte.

Ehre und Scham: Die Idee, dass das Ansehen des Vaters und die Blöße geschätzt wurden, ist in vielen antiken Kulturen verbreitet und könnte den respektvollen Umgang von Sem und Japhet mit Noah erklären.

Fluch und Segen: Das Aussprechen von Flüchen und Segnungen über die Nachkommen war eine gängige Praxis in antiken religiösen Traditionen, um die Zukunft von Völkern zu bestimmen.

Insgesamt spiegelt die Erzählung sowohl biblische als auch breitere kulturelle und politische Einflüsse der damaligen Zeit wider.


Theologische Bedeutung:

Die Erzählung thematisiert die Folgen von Respektlosigkeit und Schamlosigkeit, insbesondere gegenüber Familienautoritäten.
Der Fluch über Kanaan wird oft als Ausdruck göttlicher Gerechtigkeit gesehen, wirft jedoch ethische Fragen auf.
Der Segen über Sem und Japhet betont die Bedeutung von Ehrfurcht und angemessenem Verhalten.

Ethnologische und historische Aspekte:

Die Erzählung dient als Versuch, die damalige Völkerordnung und die Beziehungen zwischen den Völkern des Nahen Ostens zu erklären.
Die Verbindung von Kanaan mit dem Fluch hat in der Geschichte zu problematischen Interpretationen geführt, insbesondere zur Rechtfertigung der Unterdrückung der Kanaaniter.
Moderne Exegeten lehnen diese Art der Interpretation entschieden ab.

Moderne exegetische Perspektiven:

Die Erzählung wird nicht als historische Tatsache, sondern als theologische und ethnologische Erzählung betrachtet.
Die Betonung liegt auf der Bedeutung des Textes für das Verständnis der damaligen Weltanschauung und der ethischen Normen.
Jegliche Interpretation, die zur Rechtfertigung von Diskriminierung oder Unterdrückung dient, wird abgelehnt.
 
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