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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Sklavenaufstände in der islamischen Geschichte #1 (232 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 21.03.2025 um 23:35 Uhr (Zitieren)
Das größte Sklavenhaltersystem der Weltgeschichte erlebte auch die größten Sklavenaufstände, insbesondere im Irak. Die Oberschicht der arabischen Eroberer, die nun Höflinge waren und Großhändler, besaßen immense Ländereien im Delta des Euphrat (Chusistan); dort ließen sie die natronverseuchte Erdschicht abtragen, um noch weiteres Land für Zuckerplantagen urbar zu machen. Den Arbeitseinsatz leisteten Hundertausende ostafrikanischer Sklaven (Zanj), eingeteilt in große Arbeitsregimenter von 50 bis 500 Personen.
689 kam es zu ersten großen Rebellion; schnell wurde sie niedergeschlagen, die enthaupteten Leichen der Aufständischen an den Mauern der Städte aufgehängt.

Die zweite Revolte 694 war besser organisiert; indische Sklaven koordinierten die aufständischen Trupps; diese be-siegten die erste gegen sie geschickte Armee vollständig. Die zweite Armee zwang den Aufstand nieder. Das waren reine Sklavenaufstände, an denen andere Gruppen sich nicht beteiligten.

Anders der dritte, der als Zanj-Aufstand von 869 bis 883 zum größten Sklavenkrieg der Weltgeschichte wurde. Führer des Aufstandes wurde ein ambitionierter Dichter, Ali ben Muhammed, der am Hof des Kalifen al-Mu´tasim in Samarra tätig war; als nach dessen Tod die türkischen Mamluken von 861 bis 870 nacheinander 4 Kalifen erhoben, erhob er den Anspruch, von Mohammed abzustammen[,] und mußte darum fliehen. Er schloß sich einer sozialrevolutionären Bewegung (Quarmaten) an, kam mit Getreuen ins Delta und agitierte unter den Sklaven.

Am 7. Sept. 869 erklärte er feierlich den Aufstand der Sklaven; schnell sammelte er mehrere Tausend Zanj. Truppen, die gegen die Rebellion anrückten, kamen im Delta nicht voran und erlitten 869 zwei Niederlagen; auch die Offensive von 870 schlug fehl. Daraufhin weitete sich die Revolte aus; sogar freie Bauern und Pilger schlossen sich an. Mit 24 erbeuteten Schiffen griffen die Aufständischen Basrah an, welches am 7. September 871 fiel; sie metzelten die Einwohnerschaft nieder und brannten die Stadt ab. Die nahegelegene Festung Al-Mutarah wurde ihr administratives Zentrum; der neue Staat dehnte sich auf den Südirak aus.

Ali ben Muhammad regierte als absoluter Herrscher; auf seinen Münzen und in seinen Proklamationen trug er den Titel ‚Mahdi‘ (Messias der Endzeit). Eine hierarchische Gesellschaft bildete sich: die Getreuen des Mahdi stellten die Spitze des neuen Staates, darunter standen die nun befreiten Zanj, danach kamen die freien Bauern und Handwerker. Die Gefangenen, vor allem türkische Soldaten, wurden als Sklaven gehalten.

Genau wie in den antiken Sklavenaufständen wurden die aufständischen Sklaven sofort selber zu Sklavenhaltern; die Sozialrevolutionäre dachten nicht daran, die Sklaverei abzu-schaffen, sondern drehten sie einfach um. Die Zanj stellten die Hauptmasse des Heeres, doch die Elite-Einheiten setzten sich zusammen aus weißen und schwarzen Deserteuren, wobei die ethnischen Gruppen voneinander abgesondert blieben.

[[Egon Flaig: Weltgeschichte der Sklaverei. München ³2018, S. 118-120]
 
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