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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Prokne und Philomele (208 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 13.03.2025 um 12:55 Uhr (Zitieren)
Apollodor, Bibiliotheké III:
193 Pandion heiratete Zeuxippe, die Schwester seiner Mutter, und zeugte die Töchter Prokne und Philomela sowie die Zwillingssöhne Erechtheus und Butes. Als ein Krieg gegen Labdakos um die Landesgrenzen ausbrach, rief er als Helfer aus Thrakien Tereus herbei, den Sohn des Ares, und als er den Krieg mit seinem Beistand erfolgreich beendet hatte, gab er dem Tereus zur Heirat seine Tochter Prokne.

194 Der zeugte mit ihr einen Sohn Itys, dann verliebte er sich in Philomela und verführte sie, indem er sagte, Prokne sei gestorben, sie aber auf seinen Ländereien nur versteckte. Er heiratete (wohl eher: schändete) also nunmehr Philomela, schlief mit ihr und schnitt ihr dann die Zunge heraus. Sie aber wob in einen Peplos (1) Buchstaben und zeigte dadurch der Prokne ihr eigenes Unglück an.

195 Diese suchte ihre Schwester auf, tötete ihren Sohn Itys, kochte ihn und setzte ihn dem ahnungslosen Tereus als Mahlzeit vor; daraufhin floh sie gemeinsam mit ihrer Schwes-ter in aller Eile. Als Tereus dies bemerkte, griff er sich ein Beil und verfolgte sie. Sie waren in Daulia in Phokis eingetroffen, wurden eingeholt und beteten zu den Göttern, daß sie in Vögel verwandelt würden. Prokne wurde eine Nachtigall, Philomela eine Schwalbe. Auch Tereus wurde in einen Vogel verwandelt und so zu einem Wiedehopf.

(Apollodoros: Götter und Helden der Griechen. Herausgegeben und übersetzt von Kai Brodersen. Darmstadt 2004, S. 202 f.)

(1) Kleid

Philomele zu Prokne:
Philomele zu Prokne

Böslich hat mich dein Gatte zu meinem Unglück in tiefe,
einsame Höhle gesperrt und hat mir das Magdtum [κορείη] entrissen;
und zu der furchtbaren Hochzeit entbot er mir grausigen Brautschatz:
schnitt mir die Zunge hinweg und nahm mir die griechische Sprache.

[anonym; Anthologia Graeca IX 451]


Heil dir, Prokne! Ein Heil entbeut Philomele, die Schwester,
wenn es ein Heil hier noch gibt. Es möge das Kleid dir die Qualen
meines Herzens verkünden, die grausig mir Tereus geschaffen,
der ins Gehege der Schäfer mich Unglückselige einschloß
und mich des Magdtums zuerst und drauf meiner Stimme beraubt hat.

[anonym; Anthologia Graeca IX 452]


 
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