Γραικύλος schrieb am 06.03.2025 um 11:31 Uhr (Zitieren)
[Palladas; Anthologia Graeca IX 393]
Re: Regierungsgrundsätze
Andreas schrieb am 06.03.2025 um 13:33 Uhr (Zitieren)
Helmut Schmidt:
Mit der Bergpredigt kann man nicht Politik betreiben.
Das fällt unter die Grundproblematik bzw.
Erfahrungstatsache:
Allen Recht getan,
ist eine Kunst, die niemand kann.
Daran scheitert auch der selbstlose Philosoph
Platon als Herrscher.
Ideale sind dazu da, von der Realität eingeholt
und relativiert zu werden.
Re: Regierungsgrundsätze
Γραικύλος schrieb am 06.03.2025 um 20:29 Uhr (Zitieren)
Wenn ich das recht verstehe, spricht Palladas zusätzlich die Heuchelei des Räubers und des Brutalen an.
Re: Regierungsgrundsätze
filix schrieb am 06.03.2025 um 23:13 Uhr (Zitieren)
Ich denke, es geht um zwei psychologische Grundcharaktere, die mit zwei entgegengesetzten Eigenschaften, Herrschaft auszuüben in Verbindung gebracht werden. Der herrisch, anmaßend, stolz auftretende ("Brutale") schafft sich eine Aura der moralischen Integrität, er ist grob, aber darin ehrlich und, worauf es vermutlich ankommt, unbestechlich. Die Nachgiebigkeit hingegen, die Beeinflussbarkeit signalisiert, also letztlich wahrscheinlich Bestechlichkeit, kennzeichnet den heimlich wie ein Dieb Verfahrenden.