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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
C. Marius und Catulus in der Schlacht bei Vercellae #2 (242 Aufrufe)
Γραικύλος schrieb am 12.02.2025 um 11:23 Uhr (Zitieren)
Forts. Plutarch, Marius 26 f.:
27. An dieser Stelle fanden die meisten der Feinde und ihre tapfersten Krieger den Tod. Um nicht getrennt zu werden, hatten sich nämlich die Kämpfer im vordersten Glied lange Ketten durch den Gürtel gezogen und sich so aneinander gebunden. Hinter den Flüchtenden her stießen die Römer bis zur Wagenburg vor. Schauerliche Szenen spielten sich hier vor ihren Augen ab. In schwarzen Gewändern standen die Frauen auf den Wagen und töteten die Fliehenden, mochte es auch der Gatte, der Bruder oder Vater sein. Mit eigenen Händen erwürgten sie ihre kleinen Kinder, schleuderten sie unter die Räder und die Hufe der Zugtiere und brachten sich dann selber um.

Eine hatte sich vorn an einer Deichsel erhängt, und links und rechts hingen ihre Kleinen, mit Stricken an die Knöchel der Mutter gebunden. Die Männer, welche keine Bäume fanden, legten sich die Schlinge um den Hals und banden sie an den Hörnern oder Beinen der Ochsen fest. Dann reizten sie die Tiere mit dem Stachel, bis sie wütend ihre Opfer zu Tode schleiften oder zertrampelten. Viele gingen auf diese Weise zugrunde, und doch gerieten noch mehr als sechzigtausend Menschen in Gefangenschaft. Die Zahl der Toten soll doppelt so groß gewesen sein.
Was wertvoll war an der Kimbernbeute, rafften Marius‘ Soldaten an sich. Ins Lager von Catulus wurden, wie die Berichte melden, die Waffen, Feldzeichen und Trompeten gebracht. Darauf besonders habe Catulus seine Behauptung gestützt, daß ihm der Sieg zu verdanken sei.
Natürlich griff der eifersüchtige Zank auch auf die Soldaten über. Es kam soweit, daß man die Gesandten von Parma, welche gerade im Lager weilten, zu Schiedsrichtern wählte. Catulus‘ Leute führten sie auf dem Schlachtfeld herum und zeigten ihnen, daß die Leichen der Feinde von ihren Wurfspießen durchbohrt wurden. Diese waren nämlich durch Buchstaben kenntlich ge-macht, da Catulus seinen Namen am Schaft hatte einbrennen lassen.

Trotzdem bewirkten Marius‘ früherer Sieg (1) und sein höheres Amt (2), daß ihm die ganze Tat zugeschrieben wurde, ja das Volk pries ihn als dritten Gründer Roms, da er eine Gefahr nicht geringer als den Keltensturm gebannt habe. Und als die Bürger zu Hause mit Frauen und Kindern das Siegesfest feierten, brachten sie Marius so gut wie den Göttern von Speise und Trank eine Spende dar. Sie verlangten sogar, er solle beide Triumphe allein feiern, doch ging er nicht darauf ein, sondern triumphierte mit Catulus zusammen. Denn er wollte zeigen, daß er auch im Übermaß des Glückes Maß halten könne, und scheute sich wohl auch vor den Soldaten, welche entschlossen waren, ihn ebenfalls nicht triumphieren zu lassen, wenn er Catulus daran hindere.

(Plutarch: Große Griechen und Römer. Herausgegeben von Konrat Ziegler. 6 Bde. München 1979; Band 6, S. 86-89)

(1) gegen die Teutonen bei Aquae Sextiae 102 v.u.Z.
(2) Marius war Consul, Catulus nur Proconsul.
 
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