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Altgriechisch Wörterbuch - Forum
Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie (265 Aufrufe)
Aurora schrieb am 12.02.2025 um 07:21 Uhr (Zitieren)
Dazu würde mich die Meinung von dir, Graikylos,
interessieren.
Es kommt vieles vor, das auf die Antike Bezug nimmt.
Ich bin zufällig darauf gestoßen.

https://www.youtube.com/watch?v=XY3G5A75dKE

Vlt. kannst du komprimiert etwas zu den wesentlichen Punkten sagen v.a. als gelernter,
scharf analysierender Philosoph, als den man dich hier kennt und schätzt.
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
Γραικύλος schrieb am 12.02.2025 um 11:15 Uhr (Zitieren)
Ich werde es mir in den nächsten Tagen einmal anschauen und gegebenenfalls etwas dazu sagen.
Allerdings solltest Du mein Interesse an Theologie nicht überschätzen - ich bin ein Heide.
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
Andreas schrieb am 12.02.2025 um 13:40 Uhr (Zitieren)
Allerdings solltest Du mein Interesse an Theologie nicht überschätzen - ich bin ein Heide.

Gerade deswegen dürfte deine Reaktion sehr interessant sein als "advocatus diaboli".
Du argumentierst sehr stringent, mit sehr guten Argumenten und nimmst kein Blatt vor den Mund.
In manchem Heiden steckt ein "Christianus anonymus", in vielen Täter dessen,was das Evangelium im praktischen Leben fordert.
("ex fructibus ...")
Ich muss mir den Vortrag erst noch anhören.
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
Γραικύλος schrieb am 12.02.2025 um 15:53 Uhr (Zitieren)
Bis Minute 40 habe ich durchgehalten.

Es handelt sich also um eine Nachzeichnung der Gedanken der Regensburger Rede Papst Benedikts XVI.

Anregend fand ich das nicht - nicht so wie der einst gehörte Vortrag des katholischen Theologen und Philosophen Clemens Sedmak: "Die Grammatik von 'Offenbarung' - Sätze von/über Gott nach Ludwig Wittgenstein".

Ich nenne ein Beispiel: Auch die Vernunft beruht auf Glaubensannahmen. Ja. Das habe ich zuerst bei Popper und später in hervorragender Weise bei Wittgenstein in "Über Gewißheit" gelesen.

So geht das dann immer weiter: Entweder habe ich das schon woanders und besser gehört, oder der Dozent schmuggelt auf dem Weg über Vergleiche zw. griechischem und christlichem Denken die unbegründete Behauptung ein, das christliche Denken sei besser, weil es das griechische aufnehme und weiterentwickele.
Der griechische Gott bleibt immanent, der christliche ist transzendent; der griechische Gott bleibt Neutrum, der christliche ist liebende Person.

Auf das, was ich hier seit Jahren an Bedenken vortrage - zuletzt, daß die christliche Religion auf einer überholten, geozentrischen Kosmologie beruht -, geht der Dozent nicht ein.

Vielleicht wäre eine Diskussion mit ihm möglich, aber daß er seinen Vortrag hält und ich hier gleichsam einen Gegenvortrag ... nein.

P.S.: Wieso die christliche Trinitätslehre (drei Personen in einer) und Christus als Mensch und Gott keinen Widerspruch implizieren sollen, habe ich nicht verstanden.
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
Γραικύλος schrieb am 12.02.2025 um 15:59 Uhr (Zitieren)
Nachbemerkung an Andreas:

Daß christliche Theologen nicht- und sogar anti-christliche Philosophen als "Gottsucher" oder "Christianus anonymus" zu vereinnahmen versuchen - selbst bei Nietzsche -, ist mir schon aufgefallen.
Aber meines Wissens hat das noch niemand bei Schopenhauer versucht. Wozu ich ihm gratulieren möchte.
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
Aurora schrieb am 13.02.2025 um 06:38 Uhr (Zitieren)
Vielen Dank, lieber "Heide".
Deine Statements lese ich immer gerne.
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
filix schrieb am 13.02.2025 um 14:36 Uhr (Zitieren)
Dass Schopenhauer der bequemen Denkfigur vom Gottsucher, dem die kritische Beschäftigung als (unerfüllte) Sehnsucht ausgelegt wird, entgangen sein könnte, war nicht zu erwarten, schon um 1900 fällt er ihr anheim:

Schopenhauer ist ein echter Gottsucher, wie ihn auch R. Böttger ( S. 39), auch Volkelt (Schopenhauer 1901 S. 356 , Frommann ) ansehen. Weil ihm der Kritizismus Schranken setzt, überwindet er diese durch religiöse Mystik.

(Robert Bertold Schlüter)

Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
Γραικύλος schrieb am 13.02.2025 um 14:45 Uhr (Zitieren)
Oh, das wußte ich nicht, das erweitert meine Kenntnis.

Vor allem für Volkelt überrascht mich der "echte Gottsucher", denn ich kann mich nicht erinnern, bei ihm dergleichen gelesen zu haben. Allerdings kann ich das mit der Angabe "1901 S. 356" nicht nachprüfen, denn ich habe die dritte, "stark ergänzte" Auflage von 1907, und da stimmen die Seitenangaben nicht überein.

"Weil ihm der Kritizismus Schranken setzt, überwindet er diese durch religiöse Mystik", kann man so stehen lassen. Doch das letzte Wort der "Welt als Wille und Vorstellung", auf welches alles hinausläuft, lautet "Nichts", nicht "Gott".
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
Udo schrieb am 13.02.2025 um 14:52 Uhr (Zitieren)
Was ist die Definition von Gottsucher?
Nach was bzw. nach welchem Gott sucht der Sucher?
Wo sucht er ihn wie?
Was glaubt er damit gefunden zu haben im Erfolgsfall?
Die Weltformel oder den Sinn der Welt?

Woran denkt ihr bei diesem Begriff?
Was meint Heidegger mit dem Satz: Nur ein Gott kann uns noch retten?
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
Γραικύλος schrieb am 13.02.2025 um 16:16 Uhr (Zitieren)
Eigentlich müßtest Du diese Frage an die Vertreter einer solchen Annahme stellen.

Von Nietzsche gibt es ein Jugendgedicht mit dem Titel "Dem unbekannten Gotte"; das wäre dann wohl so zu verstehen und wird auch so gedeutet. Aber ob das für den späteren Nietzsche noch gilt?
Re: Der erweiterte Vernunftbegriff in der Theolgie
βροχή schrieb am 13.02.2025 um 16:41 Uhr (Zitieren)
Udo,

deine Fragen kann man nicht beantworten, bzw. es gibt unterschiedliche Antworten.
Manche Gottsucher haben es auf eine Gotteserfahrung abgesehen. Diese ist nicht vorhersehbar, sie passiert einfach, oder eben nicht.
D.h. es gibt kein Rezept, wo wann wie Gott für wen findbar ist.


 
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